Wir sollten Schmerzensgeld verlangen

Eigentlich sollten wir für die unglaublichen Nachrichten aus der Politik, die wir tagein tagaus geliefert bekommen, Schmerzensgeld verlangen und dieses von der Steuer absetzen.
Unentwegt rieseln auf uns Meldungen hernieder, die man nur noch mit Kopfschütteln oder blankem Zynismus quittieren kann. Dazu gehört die neue Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, wonach wir künftig pro Jahr netto 400.000 Zuwanderer brauchen, um dem Arbeitsmarkt die benötigten Fachkräfte zur Verfügung zu stellen. Warum fragt niemand, was das für die vollen Straßen, den engen Wohnungsmarkt, das überlastete Justizsystem, die unterbesetzte Polizei und all die anderen angespannten Ressourcen des Landes bedeutet?
Wie kommt es, dass die „taz“ es für „gefährlich“ hält, wenn in Thüringen eine Minderheitsregierung antritt, weil nach der Landtagswahl eine Regierungsbildung so schwierig ist, mit dem Hinweis: „Wer das Parlament stärkt, stärkt die AfD gleich mit“. Sollen wir das Parlament lieber schließen und die Demokratie aussetzen? Ich habe in Kanada als Korrespondent für hiesige Magazine jahrelang erlebt, wie gut eine Minderheitsregierung funktionieren kann, weil dann endlich wieder Argumente ausgetauscht und Fakten auf den Tisch gelegt werden, denn die Regierung ohne Mehrheit muss stets offen und transparent für Partner werben.

Verrücktheit No. 3 in der ablaufenden Woche: Frau Merkel dankte dem jetzt ausgeschiedenen EZB-Präsidenten Mario Draghi „von Herzen“ für seinen „leidenschaftlichen Einsatz“. Hat sie da auch die deutschen Sparer im Visier gehabt, die seit 2010 laut Handelsblatt auf 648 Milliarden Euro Zinseinnahmen verzichten mussten? Das entspricht der jährlichen Wirtschaftsleistung von Polen oder der Türkei.

Und wo waren eigentlich all die deutschen Journalisten, die seit Monaten nicht in einem einzigen Fall das neue Digitale Versorgungsgesetz von Gesundheitsminister Spahn komplett gelesen haben, besser gesagt die Vorlage dazu? Wenn sie ihre Hausaufgaben gemacht hätten, müsste es jetzt nicht als Enthüllung verkauft werden, dass die Daten von 73 Mio. gesetzlich Versicherten ohne deren Erlaubnis an die Forschung übermittelt werden. Eine Diskussion über diesen gravierenden Eingriff wäre wichtig gewesen. Dass es sie nicht gab, ist so typisch für diese Regierung. Erst jetzt, wo die Grünen das Projekt von Spahn als „hoch bedenklich“ bezeichnet haben, wird es im Medien-Mainstream entsprechend gewürdigt.

3 KOMMENTARE

  1. Das man uns nichts Gutes will, sollte sich mittlerweile dem Dümmsten erschlossen haben.

    „Warum fragt niemand, was das für die vollen Straßen, den engen Wohnungsmarkt, das überlastete Justizsystem, die unterbesetzte Polizei und all die anderen angespannten Ressourcen des Landes bedeutet?“

    #Gut wenn DAS niemand fragt weil das Nebenkriegsschauplätze sind! Wie wäre es, die WICHTIGEN Fragen vorrangig zu behandeln, anstatt mit politisch korrektem Humbug punkten zu wollen?

    # Welche Minderheitsregierung soll endlich wieder Argumente ausgetauschen und Fakten auf den Tisch legen? Ist mir oder dem Autor etwas Wesentliches entgangen? Von welcher „Demokratie“ spricht der (außerirdische?) Autor?

    …..

  2. ….und weiter

    „Frau Merkel dankte dem jetzt ausgeschiedenen EZB-Präsidenten Mario Draghi „von Herzen“ für seinen „leidenschaftlichen Einsatz.“
    #Wer soll sich denn beschweren? Die sparenden (strategichen) Merkelwähler die sich selbst am nächsten sind? Seht ihr die Betroffenen auf der Strasse? So schlimm kann’s nicht sein.

    „Und wo waren eigentlich all die deutschen Journalisten, die seit Monaten nicht in einem einzigen Fall das neue Digitale Versorgungsgesetz von Gesundheitsminister Spahn komplett gelesen haben, besser gesagt die Vorlage dazu?“
    #Was soll die Xte rhetorische Frage warum der „Feind“ böse ist?
    Was macht denn die AFD den lieben langen Tag lang? Das ist der richtige Ansprechpartner! Wenn die nichts hören, sehen, wissen und sowieso nichts machen können sollen die gefälligst nach hause gehen und auf ihre fetten Nichtstu-Gehälter verzichten.

    Ist das gegnerische Team so gut, oder ist das eigene Team einfach nur grottenschlecht? Ein Tor geschossen hat jedenfalls noch keiner!

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