Europa im Bürgerkrieg: Willkommen in der Steinzeit

Fiktion aus dem Kino und Realität gleichen sich manchmal auf sehr erschreckende Weise einander an.

Streichholz

„Willkommen in der Steinzeit“ sind die letzten Worte im zweiten Teil von John Carpenters Kultfilm „Die Klapperschlange“. Der Streifen war nicht so erfolgreich wie der erste Teil. 1996 waren die Achtziger noch nicht wieder so angesagt wie heute, aber er enthielt die Botschaft, die im ersten Teil fehlte.

Als der Präsident der totalitären USA seine eigene Tochter hinrichten lassen will, aktiviert Snake den „Weltcode“ und schaltet sämtliche Netze und Energiequellen ab. Die Erde wird dunkel. Er zündet sich mit einem Streichholz eine letzte Zigarette an und zischt seine letzten Worte.

Carpenters düstere Zukunftvision von 1981 war im Jahr 1997 angesiedelt. Der Plot baut darauf auf, dass die ausufernde Kriminalität nicht mehr in den Griff zu kriegen war, weshalb man Manhattan aufgegeben hat und Kriminelle fortan einfach dorthin verbannt werden.

2004 griff der französische Regisseur Luc Besson das Thema auf und verlegte die Handlung nach Paris: Ghettogangz – Die Hölle vor Paris, lautete der Titel. Die Story spielte im Jahr 2010, Schauplatz der Geschichte die abgeriegelte Banlieue 13.

Ein Jahr nach Erscheinen des Films (2005) ereigneten sich die Massenaufstände in den Pariser Vororten. 2016 befindet sich ganz Frankreich im Ausnahmezustand. Man befürchtet neue Terroranschläge, Massenstreiks legen das gebeutelte Land lahm und Migranten liefern sich immer wieder Straßenschlachten mit der Polizei.

Frankreich ist zum Polizeistaat geworden, der seine Bürger terrorisiert. Wegen der Terroranschläge stehen die islamischen Migranten in der Kritik, die Burka wird in der Öffentlichkeit verboten, doch ebenso wird jede Kritik am Islam gnadenlos verfolgt und mit irrsinnigen Strafen belegt. Die Lage ist in allen Ländern der ehemaligen Kolonialmächte ähnlich, ob in den Niederlanden, Belgien oder Großbritannien, doch nirgendwo so brisant, wie derzeit in Frankreich. Die Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien leben in Parallelwelten, sie sind überwiegend schlecht integriert und je mehr sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert, desto mehr Spannungen bauen sich zwischen ihnen und den Einheimischen auf.

In Schweden und Deutschland hat man die Verhältnisse über Jahrzehnte durch Masseneinwanderung angeglichen – wirtschaftlich bestand dazu keinerlei Notwendigkeit, es war eine rein politische Entscheidung. Nun werden die Kernländer der EU durch die Völkerwanderung weiter destabilisiert, eine Entwicklung, die die östlichen EU-„Partner“ nicht länger mittragen wollen. Sie kapseln sich ab. Gäbe es kein Polen und keine Ukraine, stünde einer Neuauflage des alten Ostblocks nichts im Wege.

Während der Fußballeuropameisterschaft fürchtet man selbstverständlich Terroranschläge und wird an den Austragungsorten alles dafür tun, um die Sicherheit, zumindest die gefühlte Sicherheit zu gewährleisten. Aber nicht nur islamische Terroristen könnten die Spiele als symbolträchtige Bühne für Anschläge suchen, auch Massenproteste wegen der sozialen Schieflage sind denkbar, wie überall wenn die „Welt zu Gast bei Freunden“ ist, von denen ein Großteil nicht mehr weiß, wie er noch satt werden soll.

Es ist völlig egal, ob gewaltbereite Autonome, Moslemextremisten oder Geheimagenten durch eine False Flag Operation ein Stadion zerlegen, die Nerven werden bei jedem Spiel blank liegen, dafür haben die Anschläge im vergangenen November gesorgt.

Auch Silvester hat ein deutliches Trauma hinterlassen und so wird man europaweit das ansonsten so fröhliche Public Viewing sicherheitstechnisch mit ganz anderen Augen sehen. Wo auch immer ein Großevent stattfindet, kann man dieses sehr leicht schon mit Bombendrohungen sabotieren, es genügt dazu ein alter Koffer voll dreckiger Unterwäsche.

Unruhen können sich alleine schon daran entzünden, dass bestimmten Gruppen aus Hysterie oder berechtigter Vorsicht der Zutritt verwehrt wird.

Neue Menschenmassen haben sich auf den Weg gemacht. Es fehlt noch der berühmte Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt. Vielleicht sehen wir diesen Tropfen auf dem Fernsehschirm und sind dann alle wieder Paris, Köln, London oder Brüssel für einen kurzen Augenblick, bis der eigene Wagen abgefackelt wird, die Tochter weinend nach Hause kommt oder die Oma anruft, weil ihr zum dritten Mal in einer Woche die Handtasche entrissen worden ist. Irgendwann denkt man nicht mehr darüber nach, wer den Dönerladen an der Ecke demoliert hat – Migrantengangs, weil der Inhaber unislamischen Alkohol verkauft oder Rechtsradikale – egal. Dasselbe gilt für den Biergarten oder das Restaurant in der Stadt. Flogen die Pflastersteine durchs Fenster, weil sich dort Rechtspopulisten versammeln wollten oder stand einfach ein Kapitalistenmercedes zuviel auf dem Parkplatz? Vielleicht der vom Ehepaar Lafontaine-Wagenknecht.

Man meidet die Orte, an denen die Gewalt eskaliert, wenn man nicht unbedingt hin muss. Neue Nogo-Areas werden entstehen. Die staatliche Antwort darauf wird Krieg gegen die Bürger sein – die Kriminellen wird man aufgeben und sie ihrem Schicksal überlassen. All die Integrationsprogramme sind jetzt schon nicht viel mehr als reine Beschäftigungstherapie für ansonsten langzeitarbeitslose Akademiker und Sozialberufler.

Das Kino der Achtziger hat meist noch den Atomkrieg thematisiert – John Carpenter brach mit dieser Tradition und zeichnete eine realistischere Zukunft, die sich nun scheibchenweise offenbart mit kleinen Abweichungen.

Im dicht besiedelten Europa kann man den Maschen des Polizeistaates viel weniger entweichen als in den Weiten der USA. Würde er den Film noch einmal machen, wählte er vielleicht auch, wie sein Kollege Besson, Frankreich als Schauplatz der Handlung. Es spräche einiges dafür.

Noch kann man Lager wie in Idomeni räumen, aber im Dschungel bei Calais sieht es nicht nach Entspannung aus. Dort findet sich der perfekte Drehort für einen dritten Teil.

Eine Handlung braucht man nicht mehr. Es reicht ein Zusammenschnitt einiger Handyvideos aus Youtube.

Das Ende kann man auch weg lassen. Man muss die Welt nicht abschalten, was Europa betrifft, ist das schon längst geschehen.

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Wolfgang van de Rydt
Über Wolfgang van de Rydt 292 Artikel

Freier Journalist – Autor – Musiker

4 Kommentare

  1. Hmm,..der Artikel war jetzt wieder voll Pegida, würde mein Hausmitbewohner in der ETW unter mir sagen (sozusagen mein Untermensch) …
    Und dann bittet er mich, aus einer Mischung von Angst, Desinteresse, Unglauben und angelernter links-rot-grüner PC, über solche Sachen mit ihm nicht mehr zu reden.

    Als er einzog, drückte er mir gleich aufs Auge, dass er kein Nazi sei..Er hätte viel negatives über mich gehört…. und erzählte von seinem Afrikaurlaub wie nett die alle waren da…

    Ich hoffe wirklich innbrünstig, dass ich mich irre und er recht hat.

    • Natürlich sind die Afrikaner in Afrika nett zu zahlenden Touristen. Und die Afrikaner, die im Tourismus eine Auskommen haben, sind nicht die Kriminellen, die man direkt aus dem Knast aufs Boot schickt.

      Übrigens sind auch Muslime in Ländern wie Pakistan nett zu Touristen. Da gibt es auch Reiseberichte und dergleichen. Nur eben Touristen, die ihre Frauen verhüllen, sich züchtig kleiden, nicht erkennbar als Christ rumlaufen und sonst auch die Gepflogenheiten des Gastlandes einhalten.

  2. Für einen Rückfall in die Steinzeit bräuchten wir noch 1-2 Pisa-Generationen. Unsere „Wertegemeinschaft“ wird aber schon in nächster Zeit enden und daraus werden 2 Gruppen hervorgehen: die cleveren und die mit Knarren. Vielleicht schaffen ja dann die cleveren mit Knarren es besser als wir zu machen.

  3. Das was die Politikverbrecher abliefern, sind sozio-ökonomische Programme zur Umgestaltung ganzer Kontinente.

    Auf Einzelschicksale wird da keine Rücksicht genommen. Man muss das große Ganze, den Fortbestand der Jahrhunderte oder gar Jahrtausende alten Herrschaftslinien im Blick haben.

    Es ist denen völlig egal, ob die Untertanen heute Muslime oder Christen sind. Es spricht auch nichts dagegen die Untertanen nach Bedarf dumm zu machen, sie mit Eutanasieprogrammen am Alt-werden zu hindern und dergleichen.

    Es ist ein Spiel, bei dem die Menschen durch Produktivitätsfortschritte und die Technisierung der Kriegsführung immer weniger gebraucht werden.

    Glyphosat wird nicht ohne Grund eingesetzt. Mobilfunk nicht ohne Grund, obwohl krebserregend, usw…

    Werden sie dafür zur Rechenschaft gezogen? Mit Sicherheit nicht, solange die Leute sich mit Scheindemokratie und Teile- und Herrsche abspeisen lassen.

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