Was passiert, wenn man Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit oder körperlichen Merkmalen als minderwertig betrachtet, gipfelt in der logischen Konsequenz in ihrer Vernichtung. Wegen seiner dunklen Vergangenheit darf in Deutschland seit dem 1990 vom Deutschen Bundestag beschlossenen Embryonenschutzgesetz an Embryonen nicht geforscht werden. Als Beginn des schutzwürdigen menschlichen Lebens wurde die befruchtete Eizelle festgelegt. Das schützt die befruchtete Eizelle aber nicht davor, „abgetrieben“ zu werden, ein anderes Wort für töten.

Mit jährlich über 100.000 Abtreibungen, bei denen nur 4 Prozent aufgrund einer medizinischen oder kriminologischen Indikation erfolgen, werden demnach alle zehn Jahre eine satte Million erreicht. Geht es nach den politischen Lagern, die sich lautstark gegen Kükenschreddern und für noch mehr Vergangensheitsbewältigung, Mahnmale und Stopersteine einsetzen, wird Abtreibung als ganz normale Dienstleistung deklariert. Wer Einwände dagegen vorbringt bekommt die Nazikeule, dabei sind sie die Eugeniker, die zwischen höher und niedriger entwickeltem Leben unterscheiden und davon ein Lebensrecht abhängig machen, anders kann man die Fristenregelung nicht als Maßstab anlegen und darüber hinaus reichende „Abtreibungen“ nur als Ausnahme deklarieren.

Weiter gehende „Vorschläge“ zur straffreien Tötung von Neugeborenen bis zu einem Jahr formulierte der australische Bio-Ethiker Peter Singer (Praktische Ethik – „Ein Embryo hat kein Recht auf Leben“), dessen Arbeiten von den Grünen der Achtziger Jahre begeistert aufgenommen wurden. Pikanterweise stammt Singer aus einer jüdischen Wiener Familie und drei seiner Großeltern sollen in Konzentrationslagern ums Leben gekommen sein. Singer tritt als radikaler Tierrechtler auf und fordert Menschenrechte für „Menschenaffen“, diese seien mindestens so intelligent wie drei bis vierjährige Kinder und hätten den gleichen Schutz wie diese verdient. Im Umkehrschluss sei es deshalb nicht einzusehen, weshalb man Kleinkinder bis zu diesem Alter nicht straffrei töten dürfe. Er erweiterte die Forderungen aber auch auf Behinderte, Demenzkranke und Komatöse, womit er sich den Zorn der Behindertenverbände zuzog. Singer nennt als Maßstab die Leidensfähigkeit eines Lebewesens für das Recht auf Leben, die er offenbar mit der Wahrnehmung von körperlichem Schmerz gleichsetzt. Dazu unterscheidet er auch zwischen „Personen“ und Angehörige der menschlichen Spezies. Letztere sind jene, denen er ein Bewusstsein im Sinne von Leidensfähigkeit abspricht.

Wenn schon solche Debatten geführt werden, dann wäre es nur logisch, dass dies auch in den Klassenzimmern geschieht, verbunden mit dem obligatorischem Besuch in einer Abtreibungsklinik. Das könnte nachhaltigen Eindruck machen und so manches Leid und auch Kosten ersparen. Der Aufschrei der Vielfaltspädagogen mit ihren Sexualköfferchen wäre nicht zu überhören, sollte es eine Schulleitung wagen, so etwas zu genehmigen. Gleiches gälte wohl auch für eine Klassenfahrt in den Schlachthof. Das kann man Kindern doch nun wirklich nicht zumuten und außerdem relativiert man den Holocaust, wenn man ihn mit dem Leid der Tiere vergleicht. Ach, …

6 KOMMENTARE

  1. BULLSHIT

    Singer will nicht Kinder töten, sondern Tiere retten. Um die dazu überfällige gesellschaftliche Diskussion in Gang zu bringen bedient er sich einer, zugegebener Maßen, extrem harten Rhetorik. Nichts für Zartbesaitete und ein gefundenes Fressen für denkfaule Menschen, die absichtlich Mißverstehen wollen.

  2. Der Besuch in einer Abtreibungsklinik, einer Massenschweinemästerei, einer Kükenschredderei, einem Walfangboot, oder in einem Schlachthof (vor allem in einem türkisch-arabischen), könnte die Kinderlein verunsichern und traumatisieren.

    Dann doch lieber – vor allem körperbehinderte Schüler – schon mal vorsichtig an der Gaskammer schnuppern lassen. Man weiß ja nie, bei internationalAsozialistischer Machtergreifung….

    Da muss man bekanntlich mit allem rechnen…

    • Ja, Hauptsache man schickt Kinder vor, nicht wahr. Ist doch sch…egal, ob behindert oder nicht.
      Erst mal die die disziplinieren die nicht für den Schlamassel verantwortlich sind, kein Recht haben sich zu wehren und keine Lobby.

  3. Der ganze Komplex Bevölkerungs-Entwicklung bzw. -Explosion, Elternschaft, Verantwortung für unerwünschte Schwangerschaften, Empfängnis-Verhütung, Schwangerschafts-Abbruch, „Lebensschutz“, Behinderungen usw. wäre mal einen Schwerpunkt und eine umfassende Diskussion wert.

    Ich würde allerdings nur mitmachen, wenn dabei mehr geplant ist als nur wieder die Moral-Keule gegen böse schwangerschaftsverweigernde Weiber, Emanzen und Mütter zu schwingen.
    Schwangerschaften, unerwünschte und erwünschte, kommen nun mal nicht durch Jungfernzeugung zustande, sondern unter Beteiligung auch der Männerwelt.
    Auch die Chancen für Kinder, gut aufzuwachsen hängen nicht NUR von Frauen, sondern auch von Männern und der ganzen Gesellschaft ab.

    Das sollten sich alle hinter die Löffel schreiben, denen die derzeitigen Zustände nicht passen !

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