Wie man das große Blabla vom Thron stößt

Sprache wird in unserem ideologisch und sozial aufgeladenen Land zunehmend dazu benutzt, politische Gegner auszugrenzen, Kritiker zu diffamieren, Denken zu kanalisieren und den öffentlichen Diskurs – der integral zu einer Demokratie gehört – zu sabotieren. Phrasen herrschen, vor allem Kampfbegriffe, die in die öffentliche Diskussion eingeschleust werden, um die Deutungshoheit und damit die politische Macht der Elite zu zementieren.

Ganz so deutlich hat es der Kulturchef des CICERO, Alexander Kissler, in seinem neuen Buch „Widerworte“, nicht ausgedrückt. Aber er räumt gründlich auf mit den vielen Phrasen, die aus dem Blätterwald und aus dem Mund von Politikern rauschen. Kisslers Forderung lautet: „Warum mit Phrasen Schluss sein muss.“
In diesem lesenswerten Buch nimmt sich der Journalist und Autor dutzende von Phrasen zur Brust, darunter „Heimat“, „Wir schaffen das“, „Willkommenskultur“ und „Obergrenze.“
Abschnitt für Abschnitt seziert er diese Phrasen, hinterfragt und durchleuchtet sie und führt vor, wie sie gezielt eingesetzt werden, um – wie er in der Einleitung schreibt, „ein neues Denken zu etablieren.“