Der belgische Historiker David Engels hat mit seinen Büchern hohe Wellen geschlagen, zuletzt vor sechs Jahren mit dem Bestseller „Auf dem Weg ins Imperium“, in dem er historische Parallelen zwischen der jetzigen EU und dem Niedergang der ausgehenden Römischen Republik deutlich machte. Große Beachtung fand auch „Renovatio Europae“, in dem Engels 2019 sein Plädoyer für einen Neubau Europas hielt.

Engels sieht den Westen im Niedergang und erwartet einen (rasch nahenden) inneren Zusammensturz der abendländischen Gesellschaft. Jetzt hat er ein Buch herausgebracht, das den Titel „Was Tun? – Leben mit dem Niedergang Europas“ trägt. Darin formuliert Engels insgesamt 24 „Gedanken und Ermutigungen“, wie wir auf einer ganz persönlichen Ebene „die lebendige Essenz unserer abendländischen Kultur weiter aufrechterhalten und für bessere Zeiten konservieren können“.

Aus seiner Sicht stehen wir gesellschaftlich am Abgrund, haben aber noch einen letzten Schimmer Hoffnung: „Überall“, schreibt er in seinem neuen Buch, „wandelt die Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen System sich langsam – vielleicht zu langsam – in die politische Tat um und zeigt, daß noch nicht jede Hoffnung zu spät kommt“. Ich habe mit Engels über den Niedergang gesprochen und ihn gefragt, was er seinen Lesern jetzt empfiehlt, damit wir alle ein Stück Abendland in eine ungewisse Zukunft retten können …

5 KOMMENTARE

  1. Da die politische, gesamtstaatliche Entwicklung auch immer ein Spiegelbild der inneren Entwicklung des Individuums ist, stehen wir heute wieder einmal an der Schwelle, an der einem die Frage gestellt wird, wollen wir selbstbestimmte Menschen sein oder wollen wir uns weiterhin bevormunden lassen und die von den Herrschenden vorgegebene Kultur für die eigene erklären und diese nachäffen und dann auch deren Kriege führen?.
    Es ist die Frage nach der Selbstwerdung eines Menschen, der aus der Eigenerkenntnis erst befähigt wird, empathisch zu sein und sich damit wirklich selbstbestimmt als Mitglied einer Volksgemeinschaft zu verstehen gelernt hat.
    Hat der Adel das Deutsche Volk 1848 noch gehindert diesen notwendigen pubertären Entwicklungsschritt zu machen, so sind es in den Jahren danach (1918) deren hoffähig gemachten subversiven Elemente gewesen, die alles an sich gerissen haben, um unter einer scheinbaren sozialen Solidarität den Dolch im Gewande zu tragen, mit dem sie die europäischen Völker zu vernichten trachteten.

    Non solum omnium dierum occidit! (Noch ist die Sonne aller Tage nicht untergegangen.)

    Aber es gilt auch: Natura non facit saltans. (Die Natus macht keine Sprünge)

    Deshalb:
    Die alten Kleider taugen nicht mehr, wir brauchen neuere, andere, aber auch Kleider! Kleider sind gleichzusetzen mit gemeinsamen Werten, die auf alten aufbauen.

  2. Es gibt einen Grund, warum selbst Halbaufgewachte sich die ÖR, insbesondere Talkshows, Kleber und Co nicht mehr antun. Außer Ekelblasen und Zeitverschwendung ist nichts zu erwarten. Gleiches gilt für Private Sender, Radio, Zeitungen, etc.. Der Ekel quillt aus jeder Ritze. So muss es in der Klapper sein.

    Die letzten Oasen der Vernunft, wo man sich unter Gleichgesinnten glaubte, sind schon längst in Hofnarrenhand.

    Ich drück euch und der gesamten Internetresistance alle 3 Daumen für euren „Kampf“ gegen den Niedergang. Wird schon, so wie immer. In den letzten 5 jahren haben WIR unendlich viel erreicht, die nächsten 5 Jahre werden noch viel besser, vllt. macht IHR sogar 40 draus (da bin ich mir sogar sehr sicher).

    (als gelernter Honeckerschüler weiß man, ab wann man die Fresse zu halten hat und für wen man sich aus dem Fenster lehnt …und vor allem weiß man, für wen man es besser nicht tut).

  3. Die Überlegungen von David Engels sind eine Anregung, selber wieder ein Stück weiter zu denken.
    Wie ich das sehe, ist das selbst Denken die Chance, die wir in der derzeit zweifellos beschissenen Lage haben.

  4. Grundsätzlich: Gegen etwas zu kämpfen, ist weitaus schwieriger und oftmals sehr viel aussichtsloser, als FÜR etwas zu kämpfen.

    • Stimmt !
      Das müsste auch die AfD stärker berücksichtigen bei ihren Kampagnen und öffentlichen Auftritten.
      Bei allem Verständnis für die Wut, die man über die antidemokratische Entwicklung und die Zustände durch Merkels desaströse Einwanderungspolitik usw. hat, müssten mehr die positiven Ziele in den Vordergrund gestellt werden :
      Entlastung bei Steuern und Abgaben und mehr Kontrolle der Regierung durch Direkte Demokratie und Mitentscheiden der Bürger.

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