Werte Ordnungshüter, die Messer sind nicht das Problem …

… es sind Gruppen von Menschen, die mit diesen Dingern herum laufen. Ihr wisst wohl am besten, wer das sein könnte, oder?

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Zu meiner Jugend – ja die gute alte Zeit, als Schüler noch ihre Jacken nicht in Spinde, sondern an den Garderobehaken vor dem Klassenzimmer hängen konnten, Kinder ohne Helm Fahrrad fuhren und Tempo 30 noch ein feuchter Traum der grünen Autohasser war, da lief auch jeder mit einem Messer herum. Und natürlich auch ich. Zum Apfel schälen, zum Herzchen ritzen an Bäumen, Park- und Schulbänken, als Flaschenöffner und was weiß ich noch alles.

Ich kann mich nur eine Messerstecherei erinnern, die einen Verletzten forderte – zwischen sogenannten Dorf-Asis, davon gibt es wohl überall zwei, drei einschlägig bekannte Familien, deren Mitgliedern man bei steigendem Alkoholpegel besser aus dem Weg geht. Einen Toten gab es auch mal auf dem Dorf, allerdings wurde der mit einem abgebrochenen Sektglas erstochen, da der Täter entweder kein Messer dabei hatte oder zu besoffen war, es in seiner Hosentasche zu finden.

Alle anderen, ob groß oder klein, nüchtern oder betrunken machten so etwas nicht. Auch später trug ich selbstverständlich ein Messer bei mir, als Zivildienstleistender und die vielen sich anschließenden Jahre in diesem Bereich. Als die beliebten Butterflymesser verboten wurden, freuten sich die Sozialarbeiter, denn sie durften sie bei ihren Schutzbefohlenen einkassieren und fortan ihr Obst damit zerkleinern – praktisch, wenn man zu der Sorte Teetrinker gehört, die immer ihren Kugelschreiber verlegen und deshalb woanders klauen. Blutige Gesprächskreise und Ringelpietz mit Anstechen blieben aus.

Heute soll alles anders sein. Die Naturgesetze haben sich offenbar geändert. Der Lastwagen ist schuld, das Messer ist böse. Darum muss es verboten werden, natürlich nur das „Führen von Messern in der Öffentlichkeit“, wie es in Beamtensprech heißt. „Ohne Messer hätte ich bestimmt gar nicht zugestochen“, zitierte neulich ein hochrangiger Uniformträger einen dieser Täter, der sein Opfer brutalst niedergestochen hatte. Was sich dann ereignete, lässt sich nur mit messerscharfer und deshalb sicher bald verbotener Logik analysieren. Der Täter wurde auf freien Fuß gesetzt, weil keine Haftgründe vorlagen, die Tatwaffe blieb beschlagnahmt. So weit, so logisch nach neudeutschem Rechtsverständnis. Aber wann wird das Messer vor Gericht gestellt oder haben unsere Beamten schlicht und ergreifend ihren Verstand verloren?

Ein Kommentar

  1. LATTHAMMER!!!

    Herr Wachtmeister, ich bin auf dem Weg zu meiner Mutter, um etwas zu reparieren.
    Herr Richter, ich war auf dem Weg zu meiner Mutter, um etwas zu reparieren.

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