Wer ist die bessere Anti-Merkel? Sahra-Frauke oder Petry-Wagenknecht?

Die Linke hat mit einer taktisch klugen Entscheidung bereits ihre Spitzenkandidaten für den Wahlkampf 2017 benannt. Neben der unvermeidlichen Sahra Wagenknecht wird Dietmar Bartsch vor allem die Stimmen der Wähler sammeln, denen Wagenknecht nicht mehr links genug ist. Die Fraktion der Tortenwerfer wird das vielleicht nicht überzeugen, diese Leute kämpfen aber auf der Straße und haben mit Demokratie sowieso nichts am Hut.

Bei der AfD wird erst im Frühjahr über die Spitzenkandidaten entschieden, aber an Frauke Petry führt kein Weg vorbei – es sei denn, ihr unterläuft im Machtgerangel noch ein dicker Patzer.

Was mir als Mann besonders übel aufstößt – wird Politik in Deutschland über alle Lager hinweg eigentlich nur noch von Frauen gemacht? Gibt es keine Männer, echte Kerle, nicht solche Siggis oder Horstis, die es mit der ewigen Milf Angela aufnehmen können? Glaubt man etwa, Frauen würde man unangenehme Wahrheiten, wenn sie denn ausgesprochen werden, weniger übel nehmen? Ist der Thatcherismus noch immer kein Schnee von gestern?

Anders als die „Wir-schaffen-das-Kanzlerette“, nehmen die Frontfrauen Petry und Wagenknecht kein Blatt vor den Mund. Beide kritisieren Merkel wegen ihres Schmusekurses mit Erdogan und der unverantwortlichen Asylpolitik. Petry fackelte man den Wagen ab, Wagenknecht wurde vor laufenden Kameras getortet. Während Petry außerhalb der AfD-Wählerschaft als persona non grata gilt, erntet Wagenknecht auch abseits von linken Anhängern Zuspruch. Oft heißt es, sie sei in der falschen Partei.

Damit kann Wagenknecht bei den Wählern punkten, die der Anti-AfD Propaganda erlegen, aber gegen Merkels Asylpolitik sind und keinen Blick für Sister Sahras teure Designerklamotten haben. Links kann man so bei Wankelwählern auf den Gutmenschbonus zählen, rechts wirkt die imaginäre Nazikeule als natürliche Hemmschwelle. Genossin Wagenknecht wird den ein oder anderen Fisch aus dem Gewässer der Rechtspopulisten an Land ziehen – umgekehrt ist es schwieriger, obwohl das Ergebnis der AfD weit über dem der Linken liegen dürfte.

In der Analyse der Schwachstellen von Merkels Euro-Rettungspolitik lagen AfD und Linke logischerweise immer ganz nah beieinander, die Lösungsansätze unterscheiden sich jedoch ebenso logisch. Links ist man für noch mehr staatliche Eingriffe, nur mehr zum Wohle der Unterschicht, bei der AfD setzt(e) man auf Marktwirtschaft und Leistungsbereitschaft. Die neuerdings von der Partei favorisierte Bürgerversicherung und die Steuerreform nach Paul Kirchhof würde allerdings ebenso gut ins Wahlprogramm der Linken passen. Politik ohne vermeintliche Geschenke an die Besitzlosen lässt sich eben schlecht verkaufen.

Wer nun von den Beiden, die aus heutiger Sicht niemals Bundeskanzlerin werden, die bessere Anti-Merkel wäre, kann deshalb keine Frage mehr sein. Nur eine Querfrontfrau mit den Doppelnamen Sahra-Frauke Petry-Wagenknecht hätte Aussichten auf Erfolg. So weit ist die Wissenschaft noch nicht, vielleicht muss dann doch noch einmal ein Mann ran, der in dieser Weiberrepublik die Dinge wieder ins Lot bringt! „Mut zur Männlichkeit“ wäre sogar aus gendergerechter Sicht nach der langen Merkelära ein Gebot der Stunde, oder etwa nicht?

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Wolfgang van de Rydt
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4 Kommentare

  1. Interessanter Text. Fakt für mich ist:
    Da wo „die Linke“ draufsteht ist

    -die SED
    -die STASI
    -die Antifa
    -der Klassenkampf
    -das Antideutsche
    -die Zwangsvergemeinschaftung
    -die Reichensteuer
    -die Systemfrage
    -der moderate Marxismus/Leninismus
    -der Obrigkeitsstaat
    usw.
    …mit darin!

    Mag sie noch so ansehnlich, oder gar hübsch daher kommen,
    die Partei „die Linke“ ist NICHT wählbar Punkt !

    Zur AfD, mhhm Petry, nun ja. Mein Favorit ist und bleibt Herr Höcke oder B. v. Storch!
    AfD der Flügel !!

    http://www.derfluegel.de/

  2. Wer die AfD nicht mag, sollte Linke wählen und wer die Linke nicht mag, sollte AfD wählen.

    Das sind die einzigen beiden Parteien, die noch in keiner Bundesregierung waren und sicher über 5% kommen sowie weitere 4 Jahre Merkel oder einen SPD Kanzler verhindern können.

    Nichts anderes ist überhaupt wählbar, aber diese beiden sind wichtig, alle beide!

    Wenn sich alle anderen zusammentun (vielleicht sogar wieder mit der FDP), sehe ich AfD und Linke zusammen in der Opposition, aber das wird dann wenigstens eine starke Opposition, die die Regierung wirksam kontrollieren bis ausbremsen kann. Nicht nochmal 4 Jahre, in denen die Regierung machen kann, was sie will!!!

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