Pilze sammeln im Juli? Warum führt die Versager „SOKO Peggy“ die Ermittlungen weiter?

peggyFünfzehn Jahre hangelten sich die Ermittler im Mordfall Peggy von einer Panne zur nächsten. 14 Jahre lang galt ein Unschuldiger als Mörder, der geistig behinderte Ulvi K.

Nur durch die Initiative seiner Betreuerin Gudrun Rödel wurde das Verfahren wieder aufgerollt und Ulvi K. vom Tatvorwurf freigesprochen.

Mit den Jahren hat sich ein eingeschworener Unterstützerkreis eingefunden, der Ulvi K. nach wie vor begleitet. So soll er auch in einem zweiten Wiederaufnahmeverfahren vom weiter aufrecht erhaltenen Verdacht des sexuellen Missbrauchs an Kindern freigesprochen werden. Das Gericht hatte nur die Teile des Gutachtens für fehlerhaft anerkannt, die den Mordvorwurf betrafen. Ein wahrhaft juristischer Eiertanz.

Haarsträubend waren auch die jeweils stark voneinander abweichenden Aussagen der beteiligten Polizisten, die das von Ulvi K. abgegebene Geständnis betrafen. Welche Version hat das Gericht eigentlich als zutreffend anerkannt? Bis heute kann man darüber rätseln.

Darüber hinaus haben die Unterstützer auch umfangreiche Ermittlungen zur Entlastung von Ulvi K. angestellt und stießen dabei immer wieder auf Ungereimtheiten und Schlampereien bei den Ermittlungen. Die Kripo habe es aber stets abgelehnt, den gesammelten Hinweisen nachzugehen.

Das Zeitfenster zur Tat wirft nach wie vor Fragen auf.

Laut Medienberichten, u.a. auch der aufsehenerregenden Sendung „Aktenzeichen XY“ soll Peggy auf dem Heimweg verschwunden sein. Betreuerin Gudrun Rödel hatte die Darstellung mehrfach energisch kritisiert. Glaubhafte Zeugen hatten nämlich ausgesagt, dass sie Peggy noch am Abend gesehen hätten.

Diese Aussage wurde jedoch weder vom Gericht noch von den Pannen-Ermittlern berücksichtigt, sie passte nicht zu der Theorie, nach der Ulvi K. der Mörder sein sollte.

Weitere Zeugen änderten im Laufe des Verfahrens ihre Aussagen zum Nachteil von Ulvi K. Warum? Wurden sie beeinflusst? Spielte Geld dabei eine Rolle, wie etwa die Aussicht auf eine Opferentschädigung des Weißen Rings für einen Belastungszeugen?

Warum wird der Zeitpunkt des Verschwindens von Peggy nach wie vor nicht korrigiert und die entsprechenden Zeugenaussagen als glaubwürdig eingestuft?

Uns sind noch weitere haarsträubende Fakten und belegbare Details zu den Ermittlungen bekannt, die wir jedoch aus taktischen Gründen, ganz wie die schlamperten Ermittler, lieber noch nicht verraten – es könnte sich dabei um Täterwissen – im Sinne von Vertuschungstäter – handeln.

Nach dem Freispruch von Ulvi K. gerieten die Pannen-Ermittler ganz schön unter Druck. Ein neuer Täter musste her, wenn schon die Leiche unauffindbar blieb, oder doch die Leiche? Woher nehmen, wenn man nicht weiß, wo und wie?

Vor einigen Wochen gerieten Justiz und die leitende Staatsanwaltschaft dann noch mehr und ganz konkret unter Handlungsdruck, den wir hier, wie bereits erwähnt, nicht näher beschreiben möchten. Im Ergebnis wäre bei Erfüllung dieses Handlungsdrucks etwas mehr Klarheit auf dem Tisch gekommen.

Und nun die unglaubliche Wende: Es soll auch Leute geben, die bereits Ende Juni mit dem Pilze sammeln beginnen und sich ärgern, wenn die Ausbeute nicht so groß ist, denn Pilze erntet man bekanntlich erst ab Mitte August. Professionelle Pilzsammler und passionierte Hobbychampignologen wissen das. Anders verhält es sich, wenn man buchstäblich über eine Leiche stolpert. Das Entsetzen über den Fund mag am Anfang größer sein, als das sich im Nachhinein einstellende Gefühl, Teil einer sensationellen Geschichte zu sein.

Es könnte aber auch anders sein: Pilze sammeln, Spuren suchen – zwei artverwandte Tätigkeiten, vielleicht auch vereint in ein und derselben Person? Pilzsammler und Polizeispitzel beginnt sogar mit dem gleichen Buchstaben – ein Fingerzeig des Schicksals. Klingt das zu fantastisch? Aber bitte, das Ermitteln in alle Richtungen gehört zum Handwerk, sonst findet man am Ende noch den wahren Täter.

Zurück zu den Fakten:

Nun sollen die DNA Proben und eine gefundene Armbanduhr zweifelsfrei belegen, dass es sich bei dem Skelett um die sterblichen Überreste von Peggy Knobloch handelt. Aus welchem Grund sollte man den Angaben der Bayreuther Ermittler noch trauen? Haben sie sich schon einen neuen Verdächtigen ausgeguckt, dem man ein falsches Geständnis unterjubeln kann, damit die Sache nun endlich geklärt ist? Wäre es nicht besser, eine frische unbelastete Sonder SOKO aus Thüringen einzusetzen?

Die Ulvi K. Unterstützer fordern das, nicht nur, damit Peggy K. endlich zur Ruhe kommen kann, sondern auch, dass nicht wieder ein Unschuldiger in die Mühlen der Bayern Justiz gerät.


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