Uwe Steimle – Foto: ThomasGigold [Attribution], via Wikimedia Commons
Ich kenne das Gesicht noch von Polizeiruf 110, was die Sendung „Steimles Welt“ anbelangt, muss ich leider passen. Den Staatsfunk tue ich mir schon lange nicht mehr an, es macht mir nämlich keinen Spaß, Leuten dabei zuzusehen, wie sie auf Kosten der erpressten Zwangsgebührenzahler auf der Mattscheibe herumblödeln. Es interessiert mich nicht, ob sie meiner eigenen Meinung näher sind oder antideutsche Hetze verbreiten, wie „Herr“ Böhmermann. Ich werde zur Kasse gebeten, notfalls gar gepfändet, ganz gleich ob ich einschalte oder nicht. Wer dort in Lohn und Brot steht, steht auf der Seite des Unrechts, der Unanständigen, der Schmarotzer, Abnicker und Abzocker, deren viel zu teure und meist dennoch billig aussehende Produktionen auf einem freien Markt kaum eine Chance hätten.

Herr Steimle sieht sich als Opfer, schreibt der Tagesspiegel und er sieht bei sich „kein kritikwürdiges Verhalten.“ Und es fallen noch weitere deftige Worte: „Ich wurde entfernt, das ist eindeutig Berufsverbot, Zensur ersten Grades!“, sagte er der Webseite Tag24.

Seinen Beruf übt er offenbar weiter aus, die Tour für nächstes Jahr steht jedenfalls noch, Tickets sind überall verfügbar. Von einem Verbot kann also keine Rede sein, allerdings bietet der verzerrte Wettbewerb in unserer staatlich alimentierten „Kulturlandschaft“ nur wenig lukrative Auftrittsmöglichkeiten, wenn man denn in Ungnade gefallen ist. Und das hat sich Herr Steimle durchaus selbst zuzuschreiben, schließlich gab ihm sein Sender mehrmals klar zu verstehen, was von ihm erwartet wird. Und dazu gehört es, solche Sätze nicht öffentlich von sich zu geben:

  • „Die Wahrheit ist eben, dass wir keine eigene Politik haben, weil wir ein besetztes Land sind“.
  • “ … glauben Sie zum Beispiel bitte nicht, wir hätten einen staatsfernen Rundfunk! Wobei man für diese Erkenntnis ja nicht einmal, wie ich, Inneneinblick haben muß. Inzwischen weiß jeder, daß etwa Atlantikbrücke-Mitglied Claus Kleber der Karl-Eduard von Schnitzler der BRD ist, zusammen mit seiner Marionetta Slomka.“ (Quelle: Junge Freiheit)

Nun, das sehe ich nicht anders, das mit dem Besatzungsrecht hat sogar der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags bestätigt, aber ehrlich, Herr Steimle, hat es Sie früher auch schon gestört, dass der „öffentlich rechtliche Rundfunk“ aus zweifelhaften Gebühren finanziert wird und die Schaffenden schon immer dem Gutdünken der politisch besetzten Rundfunkräte ausgesetzt waren? Das ist doch nichts Neues in dieser Demokratiesimulation. Der WDR war schon immer linksversifft, die Lindenstraße seit Beginn an politisch korrekt vegan verschwult und dort, wo man immer in der „ersten Reihe“ sitzt, ging noch nie eine Meldung durch die Zensur im Kopf, weil die Spitzenämter schon immer von den richtigen Leuten bekleidet wurden. Stört Sie das System oder nur die Richtung, die es jetzt eingeschlagen hat? Sie sehen sich als Opfer, aber die Opfer dieses Systems, sind vor allem die Leute, die nicht mehr gewillt sind, diesen Lügenfunk zu finanzieren. Ihnen droht weitaus schlimmeres als ihnen zurzeit, u.a. Beugungshaft, wenn man die Sache durchzieht. So weit sind Sie noch nicht gegangen. Bisher dienten Sie dem Staatsfunk als Feigenblatt und konnten wohl finanziell recht gut davon leben, innerlich mag es Ihnen anders gegangen sein. Nun haben Sie den Sender einerseits Lügen gestraft und die logische Konsequenz provoziert, aber wäre nicht eine Kündigung ihrerseits glaubwürdiger gewesen, als ein Rausschmiss? Wahrheit hat ihren Preis!

P.S. Fun Fact Berufsverbot und „Entfernung“

Nach dem Aus für den Schweriner „Polizeiruf 110“ hat der Schauspieler Uwe Steimle ARD-Programmdirektor Volker Herres zu einem Streitgespräch aufgefordert. Er wirft dem Sender politische Gründe für seine Verabschiedung vor. Den Verantwortlichen passe nicht, dass er den Bundespräsidenten-Kandidaten der Linken, Peter Sodann, unterstütze, hatte er erklärt.Der NDR wies dies als unsinnig zurück. Der Leiter des NDR-Programmbereichs Fiktion und Unterhaltung, Thomas Schreiber, sagte: „Die Unterstellung von Herrn Steimle, der NDR erteile ihm Berufsverbot, ist Unsinn.“ Focus 2008

„Ich wurde entfernt“ – FAZ 2008

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