Vollkommen krank: Kursfeuerwerk zu Nikolaus für Krypto-Katzen auf Blockchainbasis

Es gab schon viele verrückte Trends, von sündhaft teuren und fragwürdigen Furbys und Tamagotchis, die nicht nur Kinder in den Bann zogen, aber das waren immer noch Dinge zum anfassen. Doch die Neunziger sind lange vorbei. Das virtuelle Haustier des Jahres 2017 aber ist die Krypto-Katze. An Nikolaus lag laut CNBC der durchschnittliche Preis schon bei 25,04 US-Dollar und der Kurs steigt weiter an.

Hinter den digitalen Katzen steckt das Unternehmen Axiom Zen aus Vancouver. Die CryptoKitties sollten eigentlich nur als eine Art „Gedenkmünze“ an besondere Kunden ausgegeben werden. Nun aber floriert der Handel mit den Tierchen, worunter das Ether-Netzwerk leidet. Wie verrückt haben sich die User auf die Kätzchen gestürzt und die Preise in die Höhe getrieben.

Angeschoben wird der Hype über die sozialen Netzwerke und vor allem Youtube nach dem gleichen Muster wie bereits der Bitcoin in schwindelerregende Höhen gepusht wurde. Finden die zahlreichen Blogger und Vlogger das alles nur einfach total hipp und voll spannend oder handeln so manche aus Eigennutz, weil sie sich Profite erhoffen oder bezahlt werden, natürlich mit Kryptofiat?

Einen Marktplatz gibt es auch. Dort kann man Crypto-Kitties kaufen und verkaufen. Einen Vorteil gegenüber echten Katzen haben die Cryptos: Das in den USA übliche Entfernen der Krallen entfällt, denn die CryptoKitties können die Wallet nicht verlassen und die heimische Couch zerkratzen. Sie eignen sich eigentlich nur zu einem Zweck: Den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Screenshot der teuersten Crypto-Kitties von Cryptokitties.co  / Preise in Ether

Aber natürlich werden den Idioten innovativen Käufern auch satte Gewinne versprochen. Wenn man zwei Kätzchen gekauft hat, kann man damit neue Kätzlein heranzüchten und diese auf dem Marktplatz wieder verkaufen. Wer jetzt noch einsteigt, findet vielleicht noch einen Dummen, dem er seinen nutzlosen Digi-Tiger für viel Geld, pardon Ether andrehen kann. Dann aber bricht das Schneeballsytem zusammen, mit Bitcoin und sämtlichen Blockchainbasierten „Währungen“ wird es nicht anders laufen.

Und das sagt der „Hersteller“ über sein „Spiel“: Jede CryptoKittie ist angeblich einzigartig, sofern man so einen Schwachsinn von digitalen Zeichen überhaupt annehmen kann. Und auch so zauberhaft. Und nein, CryptoKitties sind keine Währung wie der Bitcoin, der das digitale Pendant zum Dollar darstelle, sondern so etwas wie „digitale“ Sammelkarten, die man eben nur sammeln kann.

 

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Wolfgang van de Rydt
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