Verspielt Petry Chancen der AfD?

Klipphausen: Am Sonntag wurde Frauke Petry mit 79,1 Prozent auf Platz Nr. 1 der sächsischen Landesliste für den Bundestag gewählt. Sie erhielt 238 von 301 Delegiertenstimmen. Gleichzeitig ist Petry auch Direktkandidatin im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Ihr Einzug ins Parlament ist damit so gut wie gesichert.

Petry photo
Photo by Metropolico.org

Mit 223 Stimmen setzte sich unter großem Beifall der Richter Jens Maier bei der Kampfabstimmung um Listenplatz 2 durch. Maier tritt wie Petry auch als Direktkandidat an.

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Gegen Maier wird wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Er trat auf der selben Veranstaltung auf, bei der auch Björn Höcke seine vielfach kritisierte Rede gehalten hatte, wegen der ihm ein Ausschlussverfahren aus der Partei drohte, bei dem Petry aber überstimmt wurde. Der Flügelkampf wird also aller Voraussicht nach auch im Bundestag seine Fortsetzung finden.

Petry schwor die AfD darauf ein, stärkste Opposition zu werden und 2021 könne man auf eine Regierungsbeteiligung spekulieren. Für eine politische Wende in Deutschland sind diese Ziele allerdings nicht hoch genug gesteckt. So redet man entweder eine weiteren Amtszeit von Merkel oder RotRotGrün im Bundestag das Wort – beides eine Schreckensvision und von größtem Übel für Deutschland.

Auch wenn die Einschätzung von Petry selbstverständlich nicht ganz so unrealistisch ist – es ist falsch in Zeiten von absolut lächerlichen “Wir schaffen das” – Parolen, so in den Wahlkampf zu ziehen. Kleine Brötchen muss man nach einer Niederlage backen, was keine Schande ist, aber Bescheidenheit ist angesichts Merkels Größenwahn keine Zier, hinter der man sich verbergen müsste.

Man erinnere sich an das Projekt 18 der FDP welches zunächst grandios scheiterte, aber 2009 konnte die Partei dann die Gunst der Stunde nutzen, die in Verbindung mit dem überdrehten Hyperoptimismus von Guido Westerwelle für sagenhafte 14,6 Prozent reichte. Hätten die Liberalen anschließend auch vernünftige Politik gemacht, wären sie nicht bei den nächsten Wahlen aus allen Parlamenten geflogen. Der Wähler vergisst eben doch nicht immer. Der AfD wird es nicht anders gehen. In vier Jahren braucht sie keiner mehr.

Die Gunst der Stunde nutzen in der AfD weder der eine noch der andere Flügel. Mit Petry an der Spitze geht man auf Nummer sicher, die Fünf-Prozent-Hürde braucht man aber bei diesen Wahlen nicht mehr fürchten, warum also die Vorsicht? Hauptsache drin ist nicht genug. Warum liegt die Partei nicht bei 30 oder sogar 40 Prozent Zustimmung, wo es doch keine ernstzunehmenden Gegner gibt? Die Grünen machen sich lächerlich mit ihrer Doppelspitze, die SPD tauscht mit Schulz Pfandgut aus Brüssel wieder ein und die CSU hat außer Doktorspielen mit dem Lügenbaron nichts zu bieten. Wer wie Petry aber nur auf Platz 2 im Parlament schielt, dem fehlt es offenbar an etwas Mut für Deutschland, der von der AfD so sehr beschworen wird. Noch wäre es Zeit genug für eine Kurskorrektur. Mit halber Kraft Volldampf voraus geht eben nicht.

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7 Kommentare

  1. “Warum liegt die Partei nicht bei 30 oder sogar 40 Prozent Zustimmung, wo es doch keine ernstzunehmenden Gegner gibt?” Einfach mal öfter den Fernseher einschalten oder in die Zeitung schauen. Wie soll eine AfD, welche sich sogar ihre Tagungsorte in der brD erklagen muss, gegen die gleichgeschalteten MSM bitte ankommen? Der Sozen-Schulz wird doch aktuell nicht zufällig gen Himmel gelobt/gefeiert. Der wird aktiv von den MSM gegen die AfD in Stellung gebracht, um die Stimmenwanderung von SPD zur AfD in Grenzen zu halten.

    • Zugegeben, 40% ist weit aus dem Fenster, aber das weiß der Autor auch, er will ja durch Provokation anspornen. Er will “Wagemut und Visionen” und ich sehe das ganz genauso. Wir wollen nicht kleckern sondern klotzen. Deswegen mag ich Björn Höcke (den ich in seiner Rede zum ersten Male sah und der mich aus dem Sessel riss).
      Ich könnte mir vorstellen, daß eine enorme Dunkelziffer schlummert. Wäre das geisteskranke PP Team nicht mit seinem Zerstörungswerk beschäftigt und würde der verblödete Storch endlich mal den Schnabel halten, ich denke die AfD wäre heute bei über 20%. Die Fehlenden 10plus wären “Heimlich-Wähler”, die es nicht zugeben können wegen der PC und Zugewinne bis September, denn es wird sicher noch viel vermerkelter über den Sommer.
      Leider hat die AfD Führung zum wiederholten Male versagt ohne Konsequenzen zu ziehen, es scheint fast, sie würde für die Sabotage von Soros sehr gut bezahlt.
      Trotzdem lieber Autor ich mag den Dampf, denn genau den fühlte ich bei Höcke.

  2. Einen Platz an dem reichlich gefüllten Trog Bundestag reicht vielleicht einigen aus der AfD ?
    Da muss man nicht einmal Verantwortung für den Regierungsmist übernehmen.
    Aus der Opposition heraus, die es ja bei uns seit Jahren nicht mehr gibt, kann man einiges erreichen wenn man denn will. Vor allem wenn noch einige Landtage dazu kommen.
    Ist vielleicht besser so als direkt in Verantwortung zu kommen, die für Frau Petry vielleicht noch eine Nummer zu groß ist.

  3. Die rote Furie aus Brüssel ist nur zu dem Zweck “inthronisiert” worden, um die Unbotmäßigen vorallem die AfDler und ihre Partei zu bekämpfen! Das, und nur das ist seine momentane Aufgabe!

    Und man hat dem Ex-EU-Präsidenten damit auch einen gut dotierten Job in Aussicht gestellt.

    Für mich war schon lange klar das er nominiert werden würde.

  4. Sie brauchen ein intelligentes Programm, das ideologisch kaum angreifbar ist (ich kann darueber elaborieren, aber wozu jetzt und hier) und gleichzeitig die Regierungsaktionen laecherlich macht,aber man muss es auch richtig publizieren koennen. Der Fernsehdeutsche will nur, dass er in 10 Jahren genau lecker essen, myam ! und so brav zur Arbeit und in Urlaub fahren kann wie heute, der hat sonst NULL Ambitionen, dem ist auch das Holocaustdenkmal schnurz. Es dient dazu, dass er sich nicht schuldig fuehlen muss, wozu sonst ? Um den Fernsehdeutschen anzusprechen, muss man ihm klarmachen, dass a) Merkel mit ihren braunen Heerscharen ihm seine heile Welt kaputtmacht und b) nur die AfD das verhindern kann.
    Letzteres is etwas schwer, weil die AfD so nicht als kompetent rueberkommt, und ersteres, weil das Medienkartell so eine Aussage wegzensiert. Und DAS ist dem Fernsehdeutschen auch egal, und solange das egal ist, sehe ich den Ansatz von Petry als den einzig moeglichen. Sorry about that.

    • Und genau deswegen verliert die AfD und der Trump hat gewonnen. Eine echte Alternative knickt nicht gleich beim ersten Gegenwind ein.
      Wem jetzt nicht klar ist, dass es ein 2021 nicht mehr so geben wird, der hat als Opposition versagt.

  5. Bei der kommenden Bundestagswahl glaube ich nicht das sehr viele Wähler aus der Mitte AFD wählen, wenn Höcke so draufhaut. Weniger wäre hier mehr um Erfolg zu haben. Die lassen in der Mitte mehr liegen als sie rechts gewinnen.

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