Verhaltensökonom: „Nicht von Intuition leiten lassen“ – Risiko von Terroranschlägen „wird dramatisch überschätzt“

Was zum Teufel ist ein Verhaltensökonom? Kurz gefasst, jemand, der das Risiko von Terroranschlägen kleinredet, aber die Angst vor Krebs schürt, nach dem Motto: „Nur weil wir bei dieser Untersuchung nichts gefunden haben, heißt das nicht, dass Sie nicht trotzdem Krebs haben.“

Berlin: Angesichts der Angst vieler Deutscher vor Terroranschlägen im Urlaub rät der Verhaltensökonom Horst Müller-Peters zu mehr Gelassenheit. „Das Risiko von Ländern, in denen es aktuell Anschläge gab, wird dramatisch überschätzt“, sagte Müller-Peters, Professor an der Technischen Hochschule Köln, im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘ (Ausgabe 7/2017, EVT 22. Juni). Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Wahrnehmung und Fehlwahrnehmung von Alltagsrisiken“ von Müller-Peters und der Mathematikerin Nadine Gatzert, Professorin an der Universität Erlangen-Nürnberg, die das von Menschen wahrgenommene Risiko an der statistischen Realität spiegelt. Im Gegensatz zu seltenen Ereignissen würden häufige Gefahren unterschätzt. „Das Risiko, an Krebs zu erkranken, wird um das 13-fache unterschätzt, obwohl es jeden zweiten Mann und zwei von fünf Frauen trifft.“

Das beobachtete Phänomen einer verzerrten Risikowahrnehmung erklärt Müller-Peters mit der mangelnden Fähigkeit des Menschen, in Wahrscheinlichkeiten zu denken. „Die meisten Menschen sind schon mit relativ einfachen Wahrscheinlichkeitsfragen überfordert“, erläuterte der Professor. „Wir ersetzen die schwierige Frage, wie wahrscheinlich ein bestimmtes Ereignis ist, durch eine einfachere: Wie gut kann ich mir das vorstellen? Alles, was wir uns leicht vorstellen können, halten wir auch für besonders wahrscheinlich.“

Müller-Peters rät, sich bei der Einschätzung von Risiken im Alltag nicht von seiner Intuition leiten zu lassen, sondern rational vorzugehen. „Es macht einfach Sinn, extrem seltene Risiken wie einen Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt auszublenden. Solche Sorgen vergällen uns ansonsten unnötig den Tag.“ Bei Alltäglichem lohne es sich dagegen mehr, hinzuschauen und sich zu fragen, wie häufig und vor allem wie gravierend das Risiko sei. „Gehen Sie ruhig weiter auf den Weihnachtsmarkt, fahren Sie aber besser nicht mit dem Auto oder gar Motorrad hin.“

Wir ergänzen den letzten Ratschlag gerne um eine weitere Variante, speziell für Frauen. „Gehen Sie ruhig mal wieder in das nächst gelegene Bahnhofsviertel. Aber besser nicht ohne Kopftuch!“ Natürlich nur nach sorgfältiger rationaler Risiko-Abwägung – Gefühle sind ja schlecht.

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2 Kommentare

  1. was fuer bornierte idioten werden da eigentlich mit steuergeldern finanziert?

    was ist denn sein „beruf“ fuer ein „beruf“?

    sorry, von DER sorte melden sich ja immer mehr? ist ein glas an „allwissenden, wichtig drein schauenden, realitaetsfremden deppen“ geplatzt?

    sinnieren diese typen auch 5 stunden uber „sein und herkunft“ ihres steaks, oder was?

  2. Es ist schon wahr: auf dem Weihnachtsmarkt erwischt zu werden, ist zur Zeit noch sehr unwahrscheinlich, zumal dieser ja auch nur ein paar Tage im Jahr stattfindet! Aber darum geht’s doch gar nicht! Es geht darum, dass wir uns ohne diesen unkontrllierten Zuzugswahnsinn gar keine Gedanken machen müssten über Terroranschläge! Und wer hat uns die jetzige Schieflage eingebrockt???? Ich werde diese Person(en) und Parteien nicht wiederwählen!

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