So bewacht Ungarns Flußpolizei die Grenze entlang der Theiß

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Südlich von Szeged ist die Theiß auf etwa 4 km Länge die Grenze zwischen dem Schengenraum und der Vojvodina. Vorsicht tut auf dem Wasser not, denn die Theiß ist viel unberechenbarer und wirbelnder als die Donau – sagt einer der Matrosen der Baja. Er fügt hinzu, daß er als „Donaukind“ überall und jederzeit ein tapferes Bad im blauen Fluss nehmen würde, aber in der blonden Theiß würde er dies nur ungern tun.

Das Patroullienboot Baja wurde 1954 erbaut und 2007 komplett modernisiert und umgebaut. Nur ein paar Kilometer von der Stadt Szeged entfernt ist die Situation wieder ziemlich brenzlig. Mindestens 40.000 illegale Einwanderer sind jetzt offiziell in Serbien in Bereitschaft, um den Westen zu erreichen, ähnlich wie bei der Flut von 2015. In den anderen Balkanländern warten ebenfalls Hunderttausende Menschen. Die letzte Verteidigungslinie von Schengen ist Ungarn – diese wird in vierundzwanzig Stunden von Militär und Polizei gemeinsam verteidigt.

Bisher war die Theiß, obwohl nicht unüberwindbar, ein ernstes Hindernis für die Menge von meist 20-Jährigen, aber der Bau und die kontinuierliche Verstärkung des Zauns haben die Wasserstraße attraktiver gemacht. Wir haben letzte Woche gesehen, dass Schlauchboote und Ruder im vojvodinischen Magyarkanizsa in wenigen Tagen ausverkauft worden sind, obwohl das Set 54 Euro kostet.

Der Kommunikationsoffizier des Schiffs erklärt, daß Nachtsicht, Radar und leistungsstarke Reflektoren neben speziellen Kommunikationsgeräten und herkömmlichen Ferngläsern die Arbeit erleichtern. Wir stellen fest, daß Instrumente Durchbruchsversuche auch bei Dunst, Nebel oder starkem Schneefall, der für das menschliche Auge undurchsichtig ist, zuverlässig erkennen können. Die zweihundertneunzig PS starken Motoren des AN-2 erreichen Geschwindigkeiten von bis zu vierzig Kilometern pro Stunde, und der geringe Tauchgang ist ideal für die Theiß, die voller Lehm- und Sandbänke ist.

Wenn wir uns der Grenze nähern, ist der Fluß zu beiden Seiten mit dichten Wäldern bedeckt, aber es ist schwer, sich zu verstecken, da die Grenzschutzkräfte ständig im Busch sind. In der Mitte einer Kurve glitzert etwas auf der Oberfläche der Theiß. Es stellt sich heraus, daß es sich um ein serbisches Patrouillenboot handelt, das seinen Motor gegen die Flut laufen lässt und seine Seite bewacht.

Bericht etwas gekürzt aus dem Magyar Hirlap.


Quelle und Erstveröffentlichung: prabelsblog

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