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Auch hier draußen auf dem Land haben sich die Leute mit der Coronahysterie infiziert. Seit letzten Freitag ist Klopapier im einzigen Discounter weit und breit ausverkauft. Inzwischen hat der Markt einige Regeln eingeführt, deren Durchsetzung bei der hiesigen Bevölkerung kein Problem ist. Alle halten brav den Abstand ein, freundlich geht man im Taunus eh miteinander um, was nichts daran ändert, dass es kein Klopapier gibt …. Halt, Stopp. Da liegen doch ein paar einsame Pakete der Edelmarke „Hakle“, die sonst nie einer kauft. Als ich ein zweites Mal hinschaue, sind gerade ein paar der Pakete im Einkaufswagen eines Rentnerehepaars gelandet. An der Kasse dann die große Enttäuschung. „Wir dürfen nur ein Paket pro Haushalt abgeben“, erklärt die gummibehandschuhte Verkäuferin hinter der neu angebrachten Plexiglasscheibe. Das ganze wiederholt sich zweimal, ehe die durch die Fußbodenmarkierungen künstlich verlängerte Schlange an der Kasse abgebaut ist. Endlich bin ich raus. Am Bäckerstand am Ausgang funktioniert die Zwei-Meter-Regel auch ohne Absperrband.

Fragen gehen mir durch den Kopf. Wie viele Viren und sonstige Keime wurden über den Kontakt der Verkäuferin, ob mit oder ohne Handschuhe von der Ware des einen Kunden zum nachfolgenden transportiert? Müsste man nicht nach jedem Kassiervorgang die Handschuhe wechseln und das Transportband desinfizieren? Was ist mit den Einkaufswagen, die von einem Kunden zum nächsten weiter gereicht werden? Was ist mit Bargeld und wird die Ware überhaupt steril vom Personal in die Regale eingeräumt? Müsste es jetzt nicht bei allen Artikeln heißen „Anfassen verpflichtet zum Kauf“ und „Auf keinen Fall berühren und wieder ins Regal zurückstellen“? Und sollte man jetzt Hakle-Aktien kaufen oder sind die auch gesunken?