Überschreitung der Notwehr? Skandalurteil in Ludwigsburg

Ludwigsburg: Am Donnerstag wurde ein 22-jähriger Helfer zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Er wollte einem hilflosen Mann beistehen, der spätnachts von einer Gruppe stark alkoholisierter Jugendlicher attackiert wurde und schwer verletzt wurde. Die Täter schlugen und traten auf den am Boden liegenden Mann immer wieder ein.

Der Angeklagte kam dem Opfer zu Hilfe und soll dabei auch einen der Täter nicht nur geschubst, sondern auch geschlagen haben. Zahlreiche Zeugen bestätigten diese Version der Geschichte, auch die Staatsanwaltschaft plädierte für Freispruch.

Der geschlagene Jugendliche soll eventuell gar nicht direkt an der Tat beteiligt gewesen sein, er erlitt einen Kieferbruch.

Der angeklagte Nothelfer hat laut Richterin die Grenzen der Notwehr überschritten, sie zweifelte allerdings nicht an seiner Absicht, zu helfen.

Steckt bei dieser Justizposse am Ende mehr, als nur Schlamperei. Die StZ berichtete vor knapp drei Wochen: Steht der falsche vor Gericht?

Das eigentlich so nicht zu erwartende Urteil wirft Fragen auf.

Welchen Hintergrund hat der Angeklagte, dass er vergleichsweise härter bestraft wird, als mancher Kriminelle, der im Rahmen von Raub oder Diebstahldelikten ähnlich schwere Körperverletzung begeht?

War es sein Fehler, bei der Tat nicht betrunken gewesen zu sein, um ungeschoren davon kommen zu können?

Welche Signalwirkung haben solche Urteile auf potentielle Helfer, die Zeuge werden, wenn jemand sexuell belästigt oder verprügelt wird? Werden sie dann noch helfen? Oder verschwinden sie lieber, ohne auch die Polizei zu informieren, denn auch unterlassene Hilfeleistung könnte ihnen vorgeworfen werden?

In Zeiten von angeblichen Polizeinotständen sind solche Urteile vielleicht deutlich mehr politisch motiviert als zuvor, wenn man an die Debatte über Bürgerwehren denkt.

Hier geht es aber nicht um Bürgerwehren, sondern wehrhafte Bürger, die man scheinbar in diesem Staat auch nicht gerne sieht!

 

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