Trump vs Clinton – Punktsieg für Hillary?

Eindrücke: Hillary Clintons Ärzte haben ganze Arbeit geleistet. Sie wirkt vital, kaum zu glauben, dass sie erst vor wenigen Tagen zusammengebrochen ist. Trump wirkt zu Beginn angespannter, während Clinton souverän und routiniert die Zähne zeigt, wenn Donald Trump das Wort hat. Trump kann kaum aushalten, wenn Clinton spricht, unterbricht sie häufig und fällt auf ihre Finten rein.

Nach gut der Hälfte der Debatte hat sich Trump deutlich gefangen, er verteidigt leidenschaftlich sein Jobprogramm durch drastische Steuersenkungen „to bring back thousands of jobs“. Hier kann er Clinton in die Enge treiben, da sie keine Antworten darauf hat, was sie nach 35 Jahren Politik nun anders machen will.

Clinton punktet, als die Sprache auf Trumps Weigerung kommt, seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Alle Kandidaten hätten ihre Einkünfte offen gelegt, anscheinend hätte er etwas zu verbergen, vielleicht sei er gar nicht so reich, wie er behauptet. Trump kontert mit einem Zwischenruf über Clintons Email-Affäre. Warum habe sie nicht selbst öffentlich gemacht, wie groß der angerichtete Schaden sei? Das Manöver zündet nicht richtig. Trump muss es ertragen, dass Clinton ihn hier in Bedrängnis bringt.

Entgegen seinem Ruf, hält Trump sich deutlich zurück, wirkt aber deutlich leidenschaftlicher als die routinierte Clinton. Die Kandidaten spulen ihre bekannten Positionen ab, nach gut einer Stunde sieht es nicht so aus, dass Hillary erneut zusammenbrechen würde. Noch dreissig Minuten …

Als es um die schwarze Minderheit geht, spielt Clinton alle Trümpfe aus. Trumps Wahlkampf beruhe auf rassistischen Lügen, Trump müht sich ab, darzulegen, welch gute Beziehungen er zur „Afro-American-Community“ pflege. Clintons Versuche, Trump als Rassisten darzustellen, sind allerdings ebenso wenig überzeugend, wie Trumps spätere Einlassungen, dass es mit ihm keine Diskriminierung von Muslimen geben werde. Ob er hier den Medienkampagnen entgegen wirken kann, ist fraglich, vielleicht auch kontraproduktiv.

Die Bekämpfung von „ISIS“ ist Clintons Achillesferse. Hier kann Trump seine Hände in Unschuld waschen und wie schon bei der Steuer- und Jobreform wiederholt fragen, warum es der Obama-Clinton Administron bisher nicht gelungen ist, diese Probleme zu lösen. Wieder wirft er Obama und Clinton vor, die Entstehung von „ISIS“ ermöglicht zu haben und nichts dagegen zu unternehmen. Clinton schiebt die Schuld auf Obamas Vorgänger Bush, doch nach zwei Amtszeiten für den Friedensnobelpreisträger wirkt das wenig überzeugend. Seit dem Irakkrieg hätten Obama und Clinton nur noch ein größeres Desaster angerichtet, hält Trump dagegen. Clintons Mine wirkt versteinert. Das Lächeln kommt nur mühsam zurück. Die Farbe weicht ihr aus dem Gesicht.

Trump kritisiert den Atomdeal mit dem Iran. Die Gefahr eines nuklearen Desasters sei zu groß. Clinton ermahnt ihn, dass er als Präsident den Deal nicht rückgängig machen könnte, ohne dass Amerika dabei einen Vertrauensverlust erleiden würde. „Amerikas Wort“ müsse etwas gelten in der Welt. Ob die Wähler verstehen, was Hillary da von sich gibt?

„Wir können nicht länger Weltpolizei spielen“ kontert Trump.

Clinton wird gegen Ende noch einmal sehr persönlich. Bei einem Schöhnheitwettbewerb habe Trump eine Bewerberin „Miss Piggy“ genannt und eine andere „Miss Housekeeping“ weil sie Latina sei. Er habe Schwangere gekündigt und Handwerker um ihren Lohn geprellt.

ENDE! Wer mehr überzeugt hat, entscheiden nun die Wähler. Erste Umfragen waren schon Minuten nach Ende der Debatte verfügbar und wiesen Clinton als Siegerin aus, andere dagegen sahen Trump vorne.

Trump? Clinton? Wer hat denn bloß gewonnen? “ By Bankhaus Rott “ Rott & Meyer

Die erste TV Debatte im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfs in den Staaten ist überstanden. Spannend sind bestenfalls die mehr oder weniger verdrehten Blitzumfragen, die zu überaus unterhaltsamen Resultaten führten… Die heimische Presselandschaft ist sich in der Berichterstattung wie immer recht einig ist und zeigt dies nicht zuletzt durch die oft wortgleiche begleitende Kommentierung.

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1 Kommentar

  1. Leider kommt es in unserer Mediendiktatur nicht so sehr darauf an, was wirklich passiert, sondern wie das von den Medien nachgerichtet wird.

    Und da ist der Sieger in dieser Debatte dann klar. Denn die Machtelite will Clinton um jeden Preis.

    Mich persönlich hätte ein anderer Ausgang der Nachbereitung der Debatte auch sehr verwundert.

    Die machen da direkt im Anschluss der Debatte eine Diskussion zwischen einem populären Pressefritzen und jeweils einem Medienvertreter der beiden Kandidaten, wo dann direkt danach „nachgerichtet“ und der von den Medien und Eliten bevorzugte Kandidat rausgearbeitet wird.

    Allein das ist in der Lage den eigentlichen Eindruck der Debatte zu verwischen und sozusagen den Fokus der Zuhörer auf bestimmte Punkte zu fixieren.

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