Trump schmeisst Latino raus – die Berlusconisierung der USA schreitet voran

Liberaler Journalist wird bei Pressekonferenz von Bodyguards aus dem Saal "eskortiert"

Donald Trump versteht keinen Spaß, den er nicht selber macht.

Als der liberale Fernsehjournalist Jorge Ramos darauf pochte, bei einer Pressekonferenz in Iowa eine Frage zu Trumps geplanter Gesetzesänderungen zur Einwanderung zu stellen, ließ er ihn kurzerhand aus dem Saal werfen.

Seine Anhänger jubeln über die Aktion:

Thats the way to treat the lying liberal media and their agenda pushing assholes.

Klingt verdächtig nach „Lügenpresse“, „Systemmedien“ und „linksversifft“ – denn was in den USA „liberal“ genannt wird, würde man hierzulande als „links“ verorten.

„Fuck you Mexiko“ und „Fuck you America“ – Kommentare wechseln sich ab, je nachdem, in welcher Zeitung man die Meldung liest, aber die Popularität und Präsenz von Föhnwelle Trump ist weiterhin ungebrochen.

Bei den letzten Präsidentschaftswahlen hat kein Kandidat bzw Anwärter zur Kandidatur mit solchen Sprüchen im politisch korrekten Amerika Punkte für sich sammeln können.

Italien hat Berlusconi hinter sich – die USA vielleicht ihren Trump noch vor sich.

Der Medienmogul macht unmissverständlich klar, dass er seit langem der erste Präsidentschaftskandidat sein könnte, der nicht auf Stimmenfang bei den Minderheiten setzt und für eine verlogene und verlorene Hoffnung steht, wie Obama oder sein demokratischer Vorgänger Clinton.

Symbolischer für das, was Amerika mit einem Trump als Präsidenten erwartet, könnte die Pressekonferenz nicht stehen:

Immigrants, die die Klappe aufreißen und irgendwelche Rechte fordern, fliegen raus!

Das erwarten seine Anhänger von ihm – dumm nur, dass die weiße Mehrheit auch nur aus Nachfahren von Immigrants besteht …

Aber nach dem Eklat ging es doch noch weiter – Ramos durfte zurück in die Konferenz, um sich ein kleines Wortgefecht mit Trump zu liefern, der sich allerdings nicht aus der Reserve locken ließ.

 

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1 Kommentar

  1. und zu beachten ist – es funktioniert – die Berlusconisierung der öffentlichen Debatten zeigt, wie wenig Interesse und Geduld der gemeine Wähler mit den Parteikartellen hat – sie haben es sich „verschissen“, das Vertrauen ist perdu und Außenseiter sind eine wunderbare Projektionsfläche für all die jenen, die in der eigenen Ohnmacht erstarrt sind – wir kannibalisieren im gesellschaftlichen Miteinander – eine Killer-Mentalität wird zum bestimmenden Grundton. Friss bevor du gefressen wirst – du kannst nur überleben, wenn du der Größte bist, wenn du alles kontrollierst und schneller bist als der andere – die Zeiten des Wohlstand für alle sind vorbei. Wenn die Föhnwelle gewinnt, was kommt dann – wird sich die Opposition dann damit zufrieden geben, wie nach der manipulierten Präsidentschaftswahlen 2001, als Al Gore gelinkt wurde? Was unterscheidet dann noch die US-amerikanische Demokratie von der Russlands?

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