Tödliche Nebenwirkungen durch Krebstherapie

Was Alternativmediziner immer wieder behaupten, soll nach der vorliegenden Studie tatsächlich nicht ganz so aus der Luft gegriffen sei, wie ihnen immer wieder vorgeworfen wird. Krebstherapie kann tödliche Nebenwirkungen haben. Zumindest wenn mit einem bestimmten Wirkstoff gearbeitet wird.

Ipilimumab ist ein sogenannter monoklonaler Antikörper. Monoklonale Antikörper sind hochspezialisierte Antikörper, die mit Hilfe biotechnologischer Verfahren synthetisch hergestellt werden. Beim Einsatz von monoklonalen Antikörpern macht man sich zunutze, dass Antikörper sehr spezifisch bestimmte Moleküle binden und damit blockieren können. Bisher werden monoklonale Antikörper insbesondere zur Krebstherapie und zur Unterdrückung unerwünschter Immunreaktionen eingesetzt.

Mit der Anwendung von monoklonalen Antikörpern sind allerdings auch Nebenwirkungen verbunden, die mitunter auch tödlich ausfallen können. Die Studie von Zhu et al. (2017) untersuchte, welche tödlichen Nebenwirkungen mit der Anwendung von Ipilimumab bei Krebspatienten verbunden sind. In die Analyse konnten die Ergebnisse von 10 Studien (randomisiert, kontrolliert) mit insgesamt 5.466 Krebspatienten eingeschlossen werden.

Die Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass die Anwendung von Ipilimumab das Risiko für tödliche Nebenwirkungen steigerte (RR = 2,16, 95 % CI 1,03–4,54). Dieser Zusammenhang war insbesondere bei Patienten mit Prostatakrebs und bei hoher Dosierung von Ipilimumab stark ausgeprägt und ebenso wenn die Kontrollgruppe Placebo erhielt. Die Studienautoren schlussfolgerten, dass die Anwendung von Ipilimumab mit einem gesteigerten Risiko für tödliche Nebenwirkungen assoziiert ist und Ärzte sich diesem Zusammenhang bei einer weiter steigenden medizinischen Verwendung von Ipilimumab bewusst machen sollten.

Referenzen:

Zhu J, Wu J, Li G, Li J, Lin Y, He Z, Su C, Zhao W, Wu Q, Chen Z, Qiu K. Meta-analysis of randomized controlled trials for the incidence and risk of fatal adverse events in cancer patients treated with ipilimumab. Expert Opin Drug Saf. 2017 Apr;16(4):423-428. doi: 10.1080/14740338.2017.1297420. Epub 2017 Feb 24.

Originalartikel in englischer Sprache: tandfonline.com

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