Todesfalle Krankenhaus

In den letzten Wochen haben wir zu einem brisanten Fall recherchiert. An einer Klinik soll es mehrfach zu Todesfällen gekommen sein. Einige Zeugen haben den Verdacht geäußert, dass in diesem Zusammenhang die Überwachungsmonitore defekt waren bzw. diese durch eine Pflegekraft absichtlich außer Funktion gesetzt wurden. Die Beweislage ist allerdings trotz einiger vorliegender Unterlagen außerordentlich dünn. Fest steht jedoch, dass die Verantwortlichen in der Klinik über die Vorwürfe informiert wurden.

Der AOK Bericht liefert einige Zahlen, dass jährlich ca. 19000 Menschen durch Behandlungsfehler in deutschen Krankenhäusern sterben. (LINK) Wie viele davon auf absichtliche Manipulation oder grober Fahrlässigkeit zurückzuführen sind lässt sich nicht ohne Weiteres daraus ableiten.


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In unserem Fall fehlen uns die Mittel, um weiter in diesem Umfeld zu recherchieren ohne die Zeugen zu gefährden, die natürlich Nachteile für sich befürchten. Crowdfinanzierte Wallraffing Projekte lassen sich eben nicht so einfach umsetzen – Journalisten aus den herrkömmlichen Medien haben zwar Interesse bekundet, jedoch fehlen auch hier ganz einfach die Kapazitäten. Ein Fall muss eben auch interessant genug sein, dass eine Redaktion es wagen kann, dafür Geld und Zeit einzusetzen. Das soll kein Vorwurf sein, denn es ist grundsätzlich Aufgabe der Ermittlungsbehörden, solchen Hinweisen nachzugehen.

Zeugenschutzprogramme gibt es aber nur in Fällen mit außerordentlicher Brisanz – wie organisierter Kriminalität oder Terrorismus. Der ganz alltägliche Irrsinn steht nicht auf dem Programm. Whistleblowerschutzgesetze gibt es trotz Edward Snowden immer noch nicht und daher bleiben die Zeugen in solchen Fällen allein mit ihrem Wissen, wenn sie kein Vertrauen in die Behörden haben. Allmählich werden sie zu Mitwissern und belasten sich eventuell mit einer Anzeige selbst. So entsteht eine unheilige Allianz, ein Kartell des Schweigens. Jeder würde doch so gerne etwas sagen, kaum einer kann das mit seinem Gewissen vereinbaren, aber der Erste, der plaudert ist oft auch der Erste der fliegt. Dazu kommt nicht nur die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. sondern vor allem auch das Wissen um die psychischen Belastungen, die unweigerlich auf den Whistleblower warten.

Plötzlich tuscheln die Kollegen, einige wenden sich ab, andere feinden den Whistleblower als Nestbeschmutzer an. Manch einer spricht ihm vielleicht seinen Respekt aus und will aber keinesfalls mit ihm tauschen. Und nicht so ganz unberechtigt fürchtet der Whistleblower noch eine Gegenanzeige wegen falscher Verdächtigung falls sich die Anschuldigungen nicht beweisen lassen und weitere Zeugen wieder umkippen. Was also tun?

Es fehlen die Mittel, die Wege, die Infrastruktur – das ist die traurige Wahrheit und wohl eher die Regel als die Ausnahme. Darum haben wir in diesem Fall trotz großer Bedenken zwei Zeugen geraten, sich gut zu überlegen, ob es die Sache wert sei, die eigene Existenz und Gesundheit zu riskieren, wenn am Ende nicht weitere Zeugen bereit sind, ihre Aussagen zu stützen und dies auch beurkunden.

Wer  diesen Fall journalistisch oder auch juristisch unterstützen möchte, kann der Redaktion gerne eine Nachricht hinterlassen  – wir leiten alle Nachrichten weiter an die Betroffenen, die sich ggfs dann melden und weitere Informationen liefern.



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