#Thüringen bleibt versifft

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Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

„Bodo bleibt“ ist nicht nur ein toller Stabreim, sondern hat sich auch als Vorhersage bewahrheitet. Für den Mainstream war das beachtliche Ergebnis für die AfD trotz oder wegen Björn Höcke ein Skandal, dass eine Mehrheit für die SED gestimmt hat, kann man da schon mal unter den Teppich kehren. Es bleibt unterm Strich alles beim Alten, auch wenn die AfD die Mehrheitsverhältnisse durcheinander gebracht hat. Es wird ein wenig gemeckert, weil „Regieren“ jetzt nicht mehr ganz so einfach ist und die Union offiziell mit den Linken genauso wenig darf, wie mit der AfD – faktisch spielt das keine Rolle, ob nun der Landtag irgendwelche Beschlüsse fassen kann oder nicht. Solange keine Kehrtwende möglich ist, läuft die Zeit gegen die AfD, für die es dann immer weniger zu retten gibt, besonders auf Bundesebene.

Wie soll das weitergehen? Meuthen will die AfD zähmen, den rechten Rand zum Schweigen bringen, damit die Partei regierungsfähig wird. In Thüringen hätte das bedeutet, man hätte sich lange vor Beginn des Wahlkampfs von Höcke trennen müssen, einen der CDU genehmen Ersatz präsentieren dürfen, um dann als Juniorpartner den bisherigen Kurs mit dem ein oder anderen Täuschungsmanöver zur Wählerberuhigung fortzusetzen. Wozu also noch wählen gehen, könnte man sich fragen, aber das geht auch umgekehrt.

Wenn es sowieso nichts ändert, weil Wahlen dann angeblich verboten wären, könnte man ja auch mal den Allerwertesten von der Couch erheben und nicht nur wählen gehen, sondern einfach mal in eine Partei eintreten. Es muss ja nicht die AfD sein. Die Grünen freuen sich, die SPD erst recht, wenn an der Basis wieder frischer Wind weht. Man stelle sich die dummen Gesichter in der Bundesgeschäftemacherstelle vor, wenn ein neugrüner Ortsverband aus einem 45 Seelen-Dorf um Unterstützung im Kampf gegen Windräder bittet und Bilder von Chemtrails an die Lokalpresse schickt. Dort, wo die FDP besonders schlecht aufgestellt ist, kann man sogar auf einen der vorderen Listenplätze spekulieren. Nach dem Überwinden der Fünf-Prozent-Hürde einfach das Lager wechseln und den Etablierten eine lange Nase zeigen. Wer es nicht ganz nach vorne schafft, kann als U-Boot brillieren und für den ein oder anderen Skandal sorgen. In Zeiten von Facebook kein Problem, dem Gegner einen Provokateur unterzujubeln. Hinterher kann man sagen, es war alles nur Spaß und sich auf die Satirefreiheit berufen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, die nächste Versammlung wartet schon darauf, gewallrafft zu werden …

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