Fünf Mitarbeiterinnen eines Heims in Neuhaus am Rennweg wird sexueller Missbrauch von Bewohnern vorgeworfen. Sozialministerin Heike Werner zeigt sich erschütttert. Dass in diesem Verfahren derzeit ausschließlich Frauen beschuldigt würden, sei für die Staatsanwaltschaft weniger außergewöhnlich als es auf den ersten Blick scheine, sagte ein Sprecher der Behörde laut dem MDR. Auch gegen Frauen gebe es häufiger Missbrauchsvorwürfe, als man das gemeinhin in der Öffentlichkeit glaube. Die Tatverdächtigen sollen Bilder von ihren Opfern in Facebookgruppen eingestellt haben. Angezeigt wurde der Vorfall bereits vor einem Jahr, allerdings anonym, weshalb die Ermittlungen sich so lange hingezogen hätten, so die Ermittler.

Landespolizeiinspektion Saalfeld: Am frühen Donnerstagmorgen kam es zu umfangreichen, polizeilichen Durchsuchungsmaßnahmen an mehreren Standorten in den Landkreisen Sonneberg und Saalfeld-Rudolstadt. Polizeibeamte der Kriminalpolizeiinspektion Saalfeld hatten mit Unterstützungskräften sechs Örtlichkeiten, darunter mehrere Privatanschriften in unterschiedlichen Orten und ein Pflegeheim in Neuhaus am Rennweg, durchsucht.

Aufgrund eines anonymen Hinweises Ende des letzten Jahres zu Missständen im Heim waren umfangreiche Ermittlungen durch die Beamten der KPI Saalfeld getätigt worden. Zur Sicherstellung von Beweismitteln, Vernehmungen und Anschlussmaßnahmen bei den Beschuldigten sowie zur Ermittlung weiterer Zeugen wurden dann nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt, welche am Donnerstagmorgen vollzogen worden. Gegen insgesamt fünf, ausschließlich weibliche, Beschuldigte wird unter anderem wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kranken oder Hilfsbedürftigen in Einrichtungen, sexueller Nötigung unter Ausnutzung des gesundheitlichen oder psychischen Gesundheitszustandes, Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen ermittelt.

Die bislang bekannten Geschädigten, vier Frauen sowie ein Mann, sind im Alter zwischen 55 und 86 Jahren. Die Ermittlungen und Maßnahmen der KPI Saalfeld dauern an- über die Ergebnisse wird eigenständig nachberichtet. Weitere Angaben können aus ermittlungstaktischen Gründen aktuell nicht gemacht werden.

7 KOMMENTARE

  1. Wieso erscheint es auf den ersten Blick außergewöhnlich? Man hörte ja schon öfters was von Missständen und Übergriffen im Pflegebereich (aber selten etwas von Täter(*innen)Ermittlung/Bestrafung). Weil nicht sein kann was nicht sein darf? Gesellschaftliches Tabu wie Mißbrauch durch Pfaffen?

    Wussten sie schon: Der Frauenanteil in den ambulanten Pflegediensten beträgt 88 Prozent und in den Pflegeheimen 85 Prozent. Von daher bereits dumm anzunehmen, dass Frauen daran keinen nennenswerten Anteil hätten.

    (Thema war, dass es einigen, nein doch oh, auf den ersten Blick außergewöhnlich erscheint. Warum ist das so?)

  2. Frauen sind – generell – nicht weniger kriminell als Männer, nur eben häufig ANDERS kriminell, was das Ganze aber nicht besser macht. Im Gegenteil: Sie gehen oft viel perfider vor, als die Geschlechtsgenossen, aber keinesfalls weniger psychopathisch-bösartig.

    In der Tat ein Tabuthema, skandalöserweise.

    • Was sie hier behaupten ist ganz eindeutig unwahr, schauen sie sich die Kriminalstatistik an.
      Auch wenn ihnen die Tatsache nicht passt, dass Frauen drastisch weniger Straftaten, insbesondere auch Gewalttaten begehen als Männer, sollten sie doch bei der Wahrheit bleiben.

      • Von Gewalttaten im Speziellen, war in meinem Kom. nirgendwo die Rede, erstens. Zweitens: Statistiken sind Statistiken, keine Wahrheitserleuchtungsinstrumente.
        Drittens: Gerade bei Frauen ist es so, dass die Dunkelziffer bei Straftaten relativ hoch ist, dazu gibt es mehr als genug kriminologisch-soziologische Studien.

        Täuschen sie sich nicht !

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