Taunusstein: 54-jähriger Deutscher wegen Zwillen-Angriffen auf Asylbewerber in Untersuchungshaft

    Nachdem am Dienstag ein 25-jähriger Syrer durch eine Metallkugel am Kopf getroffen und verletzt wurde, konnte im Verlauf des Donnerstages ein 54-jähriger Mann aus Taunusstein als Tatverdächtiger festgenommen werden.

    Der 25-Jährige wurde in der Nacht zum Mittwoch wegen einer Kopfverletzung in einem Wiesbadener Krankenhaus ambulant behandelt, welche ihm offensichtlich bereits am Dienstagnachmittag im Bereich des Zentralen Busbahnhofs in Taunusstein-Hahn, mittels einer durch eine Schleuder verschossenen Metallkugel zugefügt wurde. Nach Bekanntwerden des Sachverhaltes wurden durch die Wiesbadener Kriminalpolizei umfangreiche Ermittlungen eingeleitet.

    Aufgrund des Hinweises einer aufmerksamen Zeugin gelang es den Ermittlern am Donnerstag einen 54-jährigen Tatverdächtigen festzunehmen. Die Zeugin erschien gegen 13.00 Uhr beim Polizeiposten in Taunusstein und schilderte, dass sie etwa eine halbe Stunde zuvor beobachtet habe, wie ein etwa 50-60 Jahre alter Mann im Bereich des Busbahnhofs in Taunusstein-Hahn aus einem weißen Auto heraus mit einer Zwille in Richtung zweier Frauen mit afrikanischem Erscheinungsbild geschossen habe. Die beiden Frauen seien aber offensichtlich nicht getroffen worden, da sie nach der Schussabgabe keine Reaktion gezeigt hätten. Nach diesem Zeugenhinweis geriet der 54-Jährige ins Visier der Ermittler.

    Nahezu zeitgleich meldete sich bei der Wiesbadener Kriminalpolizei ein 31-jähriger Somalier. Dieser hatte über die sozialen Medien sowie einem Bekannten von der Schussabgabe auf den 25-Jährigen erfahren und wollte nun mitteilen, dass auch er bereits Mitte Januar 2019 im Bereich des Busbahnhofs von einer Metallkugel getroffen wurde. Da er zum damaligen Zeitpunkt eine Winterjacke getragen habe, wurde er nicht verletzt und informierte auch nicht die Polizei.

    Der ins Visier geratene 54-jährige deutsche Tatverdächtige wurde von den Ermittlern noch am Donnerstagnachmittag festgenommen und dessen Auto sowie seine Wohnung durchsucht. Hierbei wurden unter anderem zwei Zwillen sowie Metallgeschosse aufgefunden und sichergestellt, welche als Tatmittel in Frage kommen. Der Festgenommene ist verdächtigt, in mindestens drei Fällen aus einem Auto heraus mittels einer Zwille auf ausländisch erscheinende Personen geschossen zu haben. Er wurde daraufhin auf Antrag der Wiesbadener Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt, der gegen 15.15 Uhr die Untersuchungshaft anordnete.

    Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass es in der Vergangenheit noch zu weiteren ähnlichen Vorfällen kam, bittet die Wiesbadener Kriminalpolizei mögliche Opfer und Zeugen, sich bei dem Hinweistelefon unter der Telefonnummer (0611) 345-3333 zu melden.

    Weitere Informationen will die Staatsanwaltschaft derzeit nicht herausgeben.