#Tatort GEZ: Es gibt Schlimmeres als das Oma-Lied von der Umweltsau

Am vergangenen Sonntag war es wieder einmal soweit. Millionen freiwillige GEZahler schauen Tatort und twittern was das Zeug hält. Wenn ich zufällig zur selben Zeit online bin, schalte ich diese Datenverschmutzer stumm und gebe dann aber schnell wieder auf. Es sind einfach zu viele. Statt abzuschalten, meckern sie über Til Schweiger, der seinem Namen leider noch nie Ehre gemacht und einfach seine blöde Klappe gehalten hat. Es war wohl sein letzter Tatort, denn die Quote hat nicht überzeugt. Im Durchschnitt soll diese bei 9 Millionen liegen, Spitzenreiter ist das Team aus Münster mit 12,85 Millionen Zuschauern. (Quelle: Statista) Der „Kommissar“ und sein Gerichtsmediziner mussten sich einer Folge als schwules Paar ausgeben und Darsteller Axel Prahl verkündete in DER WESTEN, es sei an der Zeit für einen schwulen Ermittler. Ein paar Monate später war es dann soweit, was aber niemanden mehr vom Hocker reißen konnte. (BZ) Das Staatsfernsehen wurde beim Erziehungsauftrag doch glatt vom eigenen Publikum überholt.

Dass auf der anderen Seite immer mehr Leute die Zwangsgebühren infrage stellen, ist erfreulich, aber schon die dämliche Petition zur Kündigung des Satirikers Steimle zeigt, dass Massenpublikum und logisches Denken zwei Dinge sind, die nicht zusammen passen.

Und es gibt nicht nur die Zwangsmedien, sondern eben auch „Privatsender“ mit so tollen Shows, in denen Jugendlichen vorgemacht wird, jeder könne ein Superstar sein oder Hartz 4 Familien vorgeführt werden. Die Liste der zersetzenden Abscheulichkeiten ist lang, sie reicht von „Queen of Drags“ bis zu „Bauer sucht Frau“ und quietschebunten Zeichentrickserien, die mit ihrem Geflacker in Kinderhirnen nichts Gutes anrichten. Und für die etwas älteren Kinder werden die sogenannten „Influencer“ immer wichtiger. Wer kontrolliert, was Kinder „im Internet“ so treiben und wie hält man sie von schädlichem Medienkonsum fern, wenn schon in der Kita mit Tablets statt Bilderbüchern gearbeitet wird? Wem das wichtig ist, der wird schon einen Weg finden, der breiten Masse aber scheint das egal zu sein, sonst würden Videos von so traurigen Gestalten wie „Gurkensohn“, „Freshtorge“ oder „BibisBeautyPalace“ nicht Millionen Fans erreichen.

Verhält es sich mit Angebot und Nachfrage so wie mit der Henne und dem Ei? Wer war zuerst blöd? Die Medien oder das Publikum? Dem Staatsfunk geht es ums Geld, die Pensionskassen müssen gefüllt werden, weil immer mehr Politiker sich damit eine zweite Altersversorgung gönnen, ohne jemals etwas dafür geleistet zu haben. Aber das ist nur die eine Seite. Ist die Welt für verärgerte GEZahler wieder in Ordnung, wenn im Fernsehen die richtigen Leute auftreten und die richtige Meinung vertreten wird? Nach der Lanz-Sendung, in der sich Hans-Georg Maaßen nicht von dem schleimigen Moderator beeindrucken ließ, konnte man wieder diesen Eindruck gewinnen. So läuft es fast bei jeder Talkshow ab, in der ein AfD-Politiker oder Islamkritiker von vier anderen Gästen und dem Moderator plus Publikum vorgeführt wird. Was bringt diese Form der Auseinandersetzung bei dem Publikum, das beim Tatort jeden Satz twittert? Wie gesagt, das sind im Schnitt 9 Millionen. Im ZDF läuft am nächsten Sonntag Rosamunde Pilcher als Konkurrenz, mit Quoten meist zwischen 4-5 Millionen und der Rest verteilt sich auf Promi-Shopping Queen und sonstigen Müll. Was machen die Gebührengegner zur selben Zeit? Haben wirklich alle abgeschaltet?

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