TARGET2: endlich die Billionenmarke geknacktBad Bank: Seit langem wurde es erwartet, jetzt ist es endlich passiert. Die Verbindlichkeiten anderer Euro Teilnehmerstaaten, gegenüber der Deutschen Bundesbank, erreichten erstmals in der Geschichte, per 31.7.2020 mehr als 1 Billion Euro[Bundesbank] (1.​019.​214.​084.029,88 Euro – Stand: 31. Juli 2020). Das ist ein Grund zum Feiern, zumindest für die Nutznießer des Systems. Es ist hinlänglich bekannt, dass das so genannte “Target2”-System eigentlich nur ein Verrechnungs- und kein Kreditsystem darstellen soll. Das System soll dem Konstrukt nach, zum Ende einer Abrechnungsperiode, in aller Regel ausgeglichen sein.

Seit der Bankenkrise 2008/2009 erfolgte mehr oder minder kein regelmäßiger Ausgleich mehr. Stattdessen stapelten sich die Verbindlichkeiten der Schuldnerländer und der vermeintliche Guthabenberg der Gläubigerländer wächst entsprechend. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die Entwicklung des Target2 seit seiner Einführung mit dem Euro im Jahre 1999. Die abgebildete Grafik endet allerdings im März 2020 (bei einem Saldo von 935.126,035 €). Offenbar konnten die Mitarbeiter bei der Bundesbank die ansteigende Kurve, oberhalb eines Wertes von 1 Billion, schockbedingt nicht fortführen und haben deshalb die Aktualisierung dieser Grafik ausgelassen. Die Veröffentlichung dieser Werte bei der Bundesbank erfolgt ohnehin in den letzten Monaten stets nur sehr zögerlich.

TARGET2: endlich die Billionenmarke geknackt

Weitere Perspektive von Target2

Genau genommen stellt das gesamte Konstrukt inzwischen vielleicht schon eine illegale Finanzierung anderer Staaten da, was so an sich nicht zulässig ist. Diese Umgehung wird scheinbar gerne hingenommen, da es zu den politischen Euro-Vorgaben passt. Vermeintlich bindende Verträge hierzu sind da weniger von Bedeutung. Schließlich geht es ums Prinzip und die Wahrung des Euros und der Einheit der EU. Da ist schlicht jedes Mittel recht. Man kann es gegebenenfalls noch etwas salopper formulieren und begreifen, sofern man Angela Merkels Maxime aus anderen Lebenswirklichkeiten zu Rate zieht: “Aus Illegalität Legalität machen”. Damit sollte dann alles gerechtfertigt sein.

Hält man eine kleine Rückschau, siehe dazu die Grafik, kommt man an dem Schluss nicht vorbei, dass es bei dieser Entwicklung nur eine Richtung geben wird, weiter nach oben. Der Taget2-Saldo wird also auch in Zukunft weiter steigen und steigen. Umso höher wir gekommen, desto rasanter dürfte am Ende auch die wunderliche Talfahrt werden. Besonders mit Blick auf die aktuelle Krise, ist anzunehmen, dass sich der aufgezeigte Trend eher verschärft als abflacht. Das spielt insoweit aber auch keine Rolle mehr, da der Euro in ein paar Jahren Geschichte sein dürfte. Das mag zwar derzeit noch niemand hören und ist somit bösartiger Frevel. Am Trend ändert das allerdings nichts. Selbst der dümmste Bauer weiß, das kein Baum in den Himmel wächst und so wird auch Target2 eines Tages eine stinknormale “Abschreibungsposition” werden.

Ende der Party rückt näher

TARGET2: endlich die Billionenmarke geknacktSollte die Bundesrepublik vertragsgemäß auf Ausgleich dieser Positionen bestehen, hätte dies sofortige und schlimme Konsequenzen. Die Schuldnerländer sind in der Regel nicht in der Lage ad hoc diesen Ausgleich herbeizuführen. Wäre das der Fall, würden wir derlei Salden nicht sehen. Wer sich für weitere Details der Zusammensetzung des Target2-Saldo interessiert, kann hier einmal hineinsehen: Target2-Salden der Länder des Eurosystems im Mai 2020 [Statista]. Am Ende bleibt also auch dieser schicke Mühlstein am Hals des deutschen Steuerzahlers hängen, aber wer wollte sich heute noch an solchen Kleinigkeiten stören. Das ist schließlich unsolidarisches Denken.


Quelle und Erstveröffentlichung: Qpress.de

1 KOMMENTAR

  1. ENDLICH sind wir Target-Weltmeister, dank der größten Führerin aller Zeiten, von Insidern gerne auch – liebevoll – Zonen-Wachtel genannt.

    Lasst uns feiern und tanzen Freunde. Der Abgrund lächelt uns schon schelmisch an.

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