Streik ohne Ende?

Weselsky bleibt hart! Während allen voran die Springerpresse negative Stimmung macht und den Druck erhöht, lehnt der Gewerkschaftsführer ein Schlichtungsverfahren ab.

Stillstand mit Ansage! Noch!

Ach, sind auch Sie betroffen? Wie rührend sich  BILD und Co. um die vielen Pendler kümmern! Und wie auch wie bei den Piloten-Streiks auf subtile Weise der Neid anderer Branchenangehöriger geschürt wird.

Wer soll das bezahlen?

Wie komme ich zur Arbeit?

Kann der Chef mir den Lohn kürzen?

Die können das durchdrücken, weil sie an einer Schlüsselstelle sitzen!

Der deutsche Neidhammel ist auch gar zu blöd. Wie wäre es mal zur Abwechslung mit ein wenig mehr Solidarität? Immer schön zufrieden sein, mit dem bißchen, was man noch hat! Andere haben viel, viel schlechtere Jobs und verdienen wesentlich weniger.

Ja, das mag richtig sein. Aber wenn immer nur klein beigegeben wird, dann sind bald eine Mehrzahl der Angestellten und Arbeiter Aufstocker nach „Hartz 4!“

Wie weit muss sich die Lohnspirale noch abwärts drehen, bis endlich eine Mehrheit der Lohnabhängigen begreift, dass nur eine breite Solidarität untereinander der Schlüssel zur Verbesserung der Lebensumstände sein kann?

 Solidarność ist gefragt!

Debatten über den Mindestlohn und das klägliche Versagen der Gewerkschaften sind einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft unwürdig. Leistung lohnt sich schon lange nicht mehr! Außer man gehört zu den Gewinnern des Systems, zu denen, die von der Leistung der anderen leben.

Klassenkampf ist eine Vokabel von gestern und Solidarität ist ein linksgutmenschlichübertünchter unaussprechlicher Begriff geworden. Doch wer das Gefühl dafür verloren hat, wo sein wirklicher Platz in der Gesellschaft ist, der ahnt noch weniger, dass er vielleicht auch bald froh sein könnte, wenn er überhaupt noch einen vierstelligen Nettolohnbetrag im Monat kassiert.

Warum sollten sich Friseure mit den um drei bis vier Gehaltsklassen besser gestellten Lokführern solidarisieren? Was ich nicht krieg, das gönn ich keinem anderen? Wer hat sich denn mit den Friseuren solidarisiert? Zahlt ihnen irgendjemand freiweillig mehr Lohn, wer gibt dem Paketfahrer ein Trinkgeld, wenn er schon bei AMAZON bestellt?

Wie alle Streiks, wird auch der große Lokführerstreik am Ende sein Ende finden. Die geballte Medienoffensive tut alles dafür, da hilft es auch nicht, wenn sich seriöse Journalistenverbände über die Berichterstattung beschweren – im Boulevard geht das unter.

Es gibt nur einen Streik in diesem Land, der kein Ende findet.

Es ist der Streik der Solidarität!

 

 


 

Photo by artisansi

Anzeige

für eine Banküberweisung finden Sie die Kontonummer im Impressum

Opposition 24 unterstuetzen
Ihre Email Adresse:

Hinweis zu den Kommentaren

Kommentare geben nicht die Meinung der Redaktion wieder!
Redaktion
Über Redaktion 5639 Artikel
Frisch aus der Redaktion

2 Kommentare

  1. Verständnis hat jeder, wenn jemand für seine Rechte eintritt. Die Wahl der Mittel allerdings, die machen den Unterschied. Man muss nicht gleich alles und ewig lahm legen. Hier ist langsam auch mal eine andere Lösung angesagt, denn mit der ewigen Streikerei, sei es Bahn oder Lufthansa kann es soch nicht weiter gehen.

Kommentare sind deaktiviert.