Strache in ÖSTERREICH an die Adresse von Kurz: „Brauchen keinen Oberlehrer.“

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Mit deutlichen Worten reagiert Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) auf Kritik an seiner Partei, die in den vergangenen Tagen auch von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) geübt wurde. Strache im Interview für die Sonntagsausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH: „Wir sind zwei unterschiedliche Parteien, die auf Augenhöhe und mit Respekt zusammenarbeiten, aber natürlich sehr unterschiedlich sind. Er findet einiges bei uns nicht gut. Ich finde einiges in der ÖVP nicht gut. Ich könnte auch einiges an den VP-Landeshauptleuten, die den Regierungskurs immer wieder konterkarieren, rügen. Als Parteichef brauche ich aber niemanden, der mir sagt, wie ich zu denken oder zu handeln habe. Wir beide sind schon lange aus der Schule raus und brauchen daher beide keinen Oberlehrer, der uns öffentlich etwas ausrichtet.“

Er, Strache, werde sich auch künftig seine Wortwahl nicht vorschreiben lassen: „Es gibt eine schleichende Islamisierung, einen Bevölkerungswechsel bzw. eine Bevölkerungsverdrängung. Ich werde mir hier den Mund nicht verbieten lassen.“

Auch zuletzt besonders in deutschen Medien geäußerte Bedenken, was die Pressefreiheit in Österreich betrifft, weist Strache zurück: „Die Österreicher verzichten gerne auf deutsche Einmischungen. Die Pressefreiheit und Meinungsfreiheit sind ein hohes und wichtiges Gut, das ganz sicher in Österreich nicht in Gefahr ist.“ Außerdem hätte auch Ex-RTL-Chef Helmut Thoma Wolf kritisiert und „gesagt, dass es unter Bacher sicher Konsequenzen gegeben hätte“.

Die Ablösedrohung des FPÖ-EU-Spitzenkandidaten Harald Vilimsky an Wolf kommentiert Strache so: „Drohungen haben da generell nichts verloren, aber das berechtigte Einmahnen von Objektivität im ORF ist sicher legitim. Ich würde Vilimsky und Wolf empfehlen, auf ein Bier zu gehen und sich die Angelegenheit in guter österreichischer Tradition auszureden.“

Seine Kritik am ORF bleibe aufrecht: „Schauen Sie sich einfach die letzten Personalvertretungswahlen im ORF an. Da hatten 80 Prozent Rot-Grün gewählt. Das ist nicht gerade ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung bzw. ein Zeichen für Meinungsvielfalt und Objektivität dort.“

Strache besucht am Montag Ungarns Premierminister Viktor Orbán und hofft, diesen für seine EU-Fraktion gewinnen zu können. Strache: „Wir haben in diesem EU-Wahlkampf die historische Chance, dass sich die drei bisherigen patriotischen Freiheitsfraktionen zu einer großen gemeinsamen Fraktion zusammenschließen könnten … Ich würde mich natürlich freuen, wenn sich Viktor Orbáns Fidesz führend bei uns einbringen würde.“

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