Staatsfunk enthüllt: Distanzierungswahn wirkungslos – alle in die rechte Tonne

Collage / Screenshot DLF

Der Staatsfunk hat wieder zugeschlagen und eine Sendung über “Rechtsextreme Online-Angebote” ausgestrahlt. Was als “Recherche” ausgewiesen wird, stammt teils direkt von der Amadeu Antonio Stiftung. So geht “Deutschlandfunk”. 

Im Anreißer heißt es: Schamanismus, Impfkritik, dunkle Kräfte, dazu Verschwörungstheorien: Auf Internetplattformen werden esoterische, rassistische und antisemitische Inhalte zunehmend vermischt. Über Videos werden diese Verschwörungsnachrichten zigtausenfach verbreitet – an Verfassungsschutz und Sicherheitsbehörden vorbei.

Der letzte Satz ist besonders brisant, aber keine Überraschung, hat doch die billige Propaganda nichts mit kritischem Journalismus zu tun, sondern tumber Angstmacherei vor “rechtsextremen Online-Medien” und dem Ruf nach Überwachung und Verboten. Der erhobene Vorwurf gegen die anvisierten Protagonisten trifft ebenso auf die Autoren zu, die daneben nicht gerade mit detaillierter Recherche glänzen.

Es werden ein paar Namen genannt, von Jo Conrad bis Heiko Schrang. Daneben die typische Nummer mit der Holocaustleugnung auf der AZK von Ivo Sasek durch die Rechtsanwältin und Lebensgefährtin von Horst Mahler, Silvia Stolz. Aufnahmen dieser lange zurück liegenden Veranstaltung belegen, dass Initiator Sasek nach dem Vortrag sehr wohl intervenierte und offenbar nicht über den Inhalt detailliert informiert war. Aber warum sollte man es überhaupt genau mit der Recherche nehmen, wenn es sich doch nur um eine Sekte handelt? Der Fall ist klar: Verschwörungstheoretiker – Punkt, Ausrufezeichen! Erledigt!

Jo Conrad, so erfährt man, war mal Taxifahrer. Da drängt sich mir die Frage auf, weshalb er nicht Außenminister geworden ist. Hat man nicht mehr gefunden, was ihm zum Verhängnis werden könnte oder war man schlichtweg zu faul? Es tauchen auch noch Alice Weidel und Martin Sellner, der einmal ein Interview bei Schrang TV gegeben hat, auf. Ist Heiko Schrang jetzt so identitär wie Michel Friedman Nazi, weil der mal mit Horst Mahler sprach?

Weil man offenbar nicht genug belastendes Material gefunden hat werden Leser-Kommentare präsentiert, die die These vom rechtsextremen Eso-Rand erhärten sollen. Ein Zitat aus den angeblichen Weidel-Emails darf nicht fehlen, doch dass die AfD-Politikerin wegen ihrer früheren Tätigkeit bei Goldman-Sachs häufiger von eben jenen Kommentaroren verdächtig wird, selbst eine Banken-Marionette zu sein, bleibt unerwähnt. Es passt eben nicht in das linksverschwörerische Weltbild. So landen denn alle nicht politisch-korrekten “Online-Medien” in der rechten Tonne, egal ob eher linkslastig, wie KenFM oder Teile von NuoViso oder Kanäle, die in punkto Impfkritik oder Klimawandel voll auf Regierungskurs sind.

Ein paar große Namen der “Verschwörerszene” bleiben ungenannt, wie auch die Auseinandersetzungen, wie sie unter Youtubern im Kampf um mehr Klicks besonders typisch sind. Über die wirtschaftlichen Hintergründe wird gar nichts gesagt. Am Ende würde nämlich deutlich werden, dass “die Szene” lange nicht so groß, so schlagkräftig und alles andere als einig, sondern teils höchst zerstritten ist. Das Märchen der rechten “Online-Gefahr” tönt auch oft so, als sei “online” ein negatives Qualitätsmerkmal und nicht klimaschonender als der gesamte Mainstream, der seine Lügen immer noch zu Papier bringt, das in vielen Fällen gleich in der Altpapiertonne landet.

Wer in der rechten Tonne gelandet ist, hat keine Chance auf eine sanfte Rückkehr in den Schoß der Merkelrepublik. Die verzweifelten Distanzierungsschreie Einzelner verhallen ungehört und entfalten keine Wirkung, Lucky Lucke war gestern. Wer Marktwirtschaft predigt und bequem von Steuergeldern leben will, hat die Rechnung ohne sein Karma gemacht. Aber Pssst! So etwas gibt es ja gar nicht, nur eine weitere Verschwörungstheorie ….

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Wolfgang van de Rydt
Musiker, Autor, Publizist