Spanien wählt zwei neue Köche für die Henkersmahlzeit

Man kann sie verstehen, die Spanier. Das korrupte politische Zwei-Parteien System haben viele von ihnen gründlich satt.

Besonders die Jugend hat so gut wie keine Perspektiven im gebeutelten Euro-Krisen Land.

Pablo Iglesias photo
Darf jetzt mit in die Suppe spucken – Pablo Iglesias (Podemos)Photo by Cat Sí Que Es Pot

Jetzt sitzen vier statt zwei Parteien im Parlament. Die Konservativen (PP) mit 28, 7 Prozent sind nach wie vor stärkste Kraft, gefolgt von den Sozialisten (PSOE) mit 22 Prozent. Das reicht für eine große Koalition nach Vorbild von Merkel, um die Macht bei den Eliten zu halten.

Das linke Parteienbündnis Podemos hat mit 20,65 Prozent ein beachtliches Ergebnis eingefahren, die liberalen Ciadadanons (Bürger) konnten 13,93 Prozent der Wähler überzeugen, was wohl damit zu tun hat, dass sie sich gegen die Separatisten in Katalonien positioniert haben. Eine Spaltung würde Rest – Spanien wirtschaftlich noch mehr schwächen.

Der Geldbeutel entscheidet bei jeder Wahl mit. So wählten die Verzweifelten noch mehr Sozialismus (Podemos) und glauben ernsthaft, die der griechischen Syriza nahe stehenden Linkspopulisten, würden nicht mit dem politischen Gegner oder der EU Kommission gemeinsame Sache machen, wenn sie in die Verantwortung kämen.

Unterm Strich bleibt alles beim Alten. Wenn keine Regierungskoalition gebildet werden kann, dann drohen Neuwahlen.

Ein Referendum zum Verbleib im Euro ist erstmal in weite Ferne gerückt, eine Abkehr von der Sparpolitik ist somit undenkbar. Wirtschaftliche Reformen und ein Aufschwung, wie das Wirtschaftswunder in den Sechziger Jahren unter der Franco Diktatur sind nicht zu erwarten.

Erst seit 1978 hat Spanien eine demokratische Verfassung, die Reformen wurden von König Juan Carlos eingeleitet, den der Diktator höchstpersönlich auf den Thron gebracht hatte. Die Abkehr vom Faschismus dauerte nicht lange, wer konnte damals ahnen, dass 1986 mit dem Beitritt zur EU, der Faschismus Light auf leisen Sohlen wieder zurückkehren würde?

Nun haben die Spanier in der Demokratiesimulation zwei neue Köche einberufen, die zusammen mit den beiden Alt-Küchenmeistern nun das tun, was immer geschieht, wenn viele Köche am Werk sind – den Brei verderben.

Eine wirklich unappetitliche Henkersmahlzeit!

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2 Kommentare

  1. Es ist sowas von egal,wer am Mittelmeer am Ruder ist.
    Die Leute kümmern Gesetze einen Dreck.
    Der Staat ist zum plündern da,Steuern für Dumme.
    Das werden auch die neuen Heilsversprecher tun,sobald sie an die Geldtöpfe gelangen.
    Habe ich jemals eine offizielle Rechnung für meine Ferienwohnung gesehen? Wieviele Schwarzarbeiter gibt es in Spanien?
    Wenn wirklich die Hälfte der Jungen kein Einkommen hätte,wie können sie sich die Status-Dinge und Ausgehen leisten?
    Nur die naiven Deutschen glauben den Mist,den die mediterranen Lügner und linken GEZ-Journalisten in Dummland verbreiten.
    Spanien hat keinen Nationlhymnen-Text,das sagt alles.
    Jeder für sich,und fleissig die EU abzocken.

  2. Die Überschrift passt haargenau!
    Ich lebe in Spanien und muss einmal sagen, daß der Faschismus nie wirklich weg war, sondern sich eine Zeit lang gebändigt präsentierte. Der Übergang zur Demokratie war nämlich kein Bruch und keine Abrechnung, sondern ein Prozeß, der mit einer stillschweigenden Vereinbarung einherging, die Vergangenheit in juristischer und geschichtswissenschaftlicher Sicht ruhen zu lassen. Damit wurde den faschistischen Eliten der Widerstand abgekauft, denn sie mussten dadurch keine Verfolgung oder andere Konsequenzen fürchten. Dies ist aber bis heute eine schwere Bürde der Demokratie. Wenn etwa Angehörige nach den Opfern des Putsches suchen möchten, wird ihnen heute noch das Leben schwer gemacht, denn sie brechen gewissermaßen eine Art „Omerta“, das Gesetz des Schweigens.
    In Spanien läuft nichts in irgendeiner Weise gut. Trotz erklärter Austerität macht alleine die Zentralregierung in Madrid jedes Jahr dutzende von Milliarden neue Schulden, von den Regionalregierungen und den Sozialversicherungen einmal ganz zu schweigen. Bei einem anhaltenden wirtschaftlichen Niedergang geht immer mehr an Substanz verloren und das einzige, was dem Parteiensystem einfällt, ist ein ewiges „weiter so“. Ich habe mehrfach im privaten Rahmen mit Vertretern von Podemos gesprochen. In ihrem Enthusiasmus glauben viele, nur an die Macht kommen zu müssen um das Land wieder in einen Ort der Prosperität zu verwandeln. dabei übersehen sie, wie tief im Wirtschaftssystem die grundlegenden Probleme Spaniens verwurzelt sind, Eine Rückehr in die Zeiten des Booms nach der Euroeinführung kann es nicht wieder geben. Dieser Wachstumswahn der früheren 2000er Jahre war kreditgetrieben und vollkommen irrational – und der folgende Niedergang war in ihm schon angelegt.
    Das Dümmste was Podemos tun könnte, wäre unter diesem Bedingungen eine Regierungsbeteiligung mit einer der Altparteien anzustreben: Als Juniorpartner genauso wie als entscheidender Partner innerhalb einer Koalitionsregierung müsste sie in den folgenden Jahren die zahlreichen Fehler der Vorgängerregierung ausbaden und dies in einer Zeit, in der die nächste weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise bereits an die Tür kloppft. Hier liegt maximales Potential, die neue Bewegung zu diskreditieren! Herr Iglesias sollte sich hier, nicht wie der griechische MP Tsipras, als Gesinnungsethiker zeigen und ggf. in die Oppostion gehen, anstatt nach der Macht zu greifen. Nur damit wird er sich als unverbrauchte Alternative erhalten können um bei, eventuell vorgezogenen, Neuwahlen gestärkt antreten zu können.

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