Gedeon und Festerling – Spaltpilze bei AfD und Pegida?

Was ist los in der AfD? Der Streit um die Personalie Wolfgang Gedeon ist vorerst entschärft.

Nachdem der in die Kritik geratene Abgeordnete seine Mitgliedschaft „ruhen“ lässt und per Gutachten darüber entschieden werden soll, ob seine Publikationen antisemitisch sind oder nicht, hat sich das mit dem Parteiausschluß und den Rücktrittsdrohungen von Fraktionschef Meuthen erledigt. Damit hat sich die Parteispitze allerdings keinen Gefallen getan.

Dieter Stein (JF) attestiert der AfD eine „Schwache Führung“ und sorgte für eine Fortführung der Debatte und weitere Unruhe, die die Partei jetzt gar nicht gebrauchen könne, wie es viele Stimmen verärgert zum Ausdruck brachten. Es ist aber wohl kaum zu übersehen, dass die AfD eben das ist, was sie ist – eine politische Partei, deren Akteure taktieren, wie in jedem Lager.

Kaum dass die AfD im eigenen Lager ein wenig schwächelt, nutzt der von Petry verdrängte Bernd (das (U) Boot) Lucke die Gelegenheit für etwas Presseaufmerksamkeit und meldet sich zur umstrittenen Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt zu Wort. Als „Alfa Gründer“ bleibt dem Calvinisten gar nichts anderes übrig, als sich von den islamkritischen Positionen der AfD abzugrenzen und spricht sich daher für Religionsfreiheit aus. Lucke spekuliert auf einen weiteren Rechtsruck bei der AfD von dem die Alfa profitieren könnte. Allerdings unterschätzt er dabei, dass die Personalien Lucke und Henkel durch den verlorenen Machtkampf bei der AfD und dem Klammern an den Mandaten im EU-Parlament ihre Glaubwürdigkeit noch lange nicht wieder erlangt haben – Verlierern traut man nun mal nicht so viel zu wie strahlenden Siegern.

Photo by Metropolico.org
Erst bei der AfD in Ungnade gefallen -.jetzt auch bei Pegida – Tatjana Festerling Photo by Metropolico.org

 

Von Erfurt aber ist es nicht mehr weit bis Dresden. Im Mai hatte dort mit Hans Thomas Tillschneider das erste AfD Mitglied eine Rede bei Pegida gehalten. Nachdem es zum Bruch zwischen Tatjana Festerling und dem Orgateam um Lutz Bachmann gekommen war, stellte dieser am Montag die „Vertrauensfrage.“ Zuvor hatte Festerling über Facebook klargestellt, dass „Bachmann lügt“. Die öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten erinnern an die legendären digitalen Schlammschlachten der Piraten, die mittlerweile völlig in der Bedeutungslosigkeit angekommen sind.

Die Pegida Zerwürfnisse führten auch zu Rückkopplungen an einer weiteren Schnittstelle, dem Cafe Schnellroda. Hier steht man eher dem Höcke Lager der AfD nahe, mit Pegida und Lutz Bachmann aber gibt es Dissonanzen, ausgerechnet wegen geplanter Aktionen während des Bilderberger Treffens? Vielleicht aber können auch einfach die Herren Bachmann und Kubitschek nicht so gut miteinander und man fürchtet, der eine käme dem anderen zu sehr ins Gehege. Laut Festerling plant man bei Pegida, Frauke Petry zu stürzen und die AfD weiter nach rechts rücken.

Diese Ränkespielchen sind ein Indiz für Anpassungsprozesse sowohl bei der AfD als auch bei Pegida. Vereinsmeierei ist vorprogrammiert, wenn sich Gruppierungen bilden, die nach den Regeln des Systems spielen müssen. Der Ablauf ergibt sich aus dem Vereinsgesetz, das auch für Parteien gilt, da sie den Status eines nicht eingetragenen Vereins besitzen. Mit der notwendigen Ämter- und Postenvergabe geht irgendwann das Gerangel los, während die Basis sich endlich die Fusion erhofft, wird Kern um Kern gespalten – solange bis vom Ursprung nichts mehr wieder zu erkennen ist.

Um zur Frage vom Anfang zurück zu kommen – „Was ist los bei der AfD?“

Nichts, alles voll normal, so wie immer …

 

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