Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und sein Ehemann, der Journalist und Burda-Cheflobbyist Daniel Funke, fordern vom Berliner Verlag 8. Mai GmbH wegen angeblich unzulässiger Berichterstattung die Abgabe von Unterlassungserklärungen und die Entfernung von Textpassagen aus der Tageszeitung junge Welt. „Bei Nichtbefolgen drohen sie mit weiteren juristischen Schritten“, teilt Dietmar Koschmieder, Geschäftsführer des Verlages am Freitag mit.

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Spahn und Funke bestreiten dabei nicht, dass die jW-Berichterstattung wahr ist. Am 19. August berichtete die junge Welt, dass der Minister Millionen von Versichertendaten der Gesundheitsindustrie zur Verfügung stellt. Gleichzeitig wird gemeldet, dass sich Spahn und Funke für über xxxx Millionen Euro eine Villa in Berlin gekauft haben. Peinlich für den Bundesgesundheitsminister, bemerkt der jW-Autor, aber am Ende werde das dann doch wieder „als Privatsache abgetan“, während Villenbesitzer Spahn keine Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte von 73 Millionen Versicherten genommen habe. Im zweiten angegriffenen Beitrag kommentiert ein jW-Autor den Umstand, dass die vollmundig angekündigten Corona-Prämien in Wahrheit nicht einmal einem Viertel der Pflegekräfte zukommen werde: „Für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der sich kürzlich für schlappe vier Millionen Euro eine Villa in Berlin-Dahlem zulegte, ist das offenbar kein Problem.“

Mit diesen Texten seien ihre Persönlichkeitsrechte verletzt worden, meinen Spahn und Funke. Der Kaufpreis der Villa sei mit abstrakten Vermutungen zu umschreiben und dürfe nicht konkret benannt werden, heißt es im Schreiben ihrer Anwälte. Die jW-Berichterstattung würde nur die Neugier der Leser bedienen und allenfalls eine Neiddebatte auslösen. Ein öffentliches Berichterstattungsinteresse bestünde nicht.

Redaktion und Verlag der jungen Welt unterstreichen hingegen das Interesse der Leser an genauer Berichterstattung und freier Kommentierung. „Falls Herr Spahn tatsächlich versuchen sollte, der Tageszeitung junge Welt juristisch einen Maulkorb zu verpassen, werden wir uns dagegen zu wehren wissen“, betont jW-Chefredakteur Stefan Huth.

In der Wochenendausgabe der jungen Welt (12./13.9.) soll ausführlich über den Fall berichtet werden.

6 KOMMENTARE

  1. Dieser schmierige Hinterlader droht mit der versifftesten Justiz des Erdballes.
    Nicht einmal die Türkische kann der Doitschen das Wasser reichen. Die würden
    auch „Sä sänd ein ganz schäbiger Lomp“ geifern, ohne Freissler zu heissen.

  2. Nur noch Verbrecher? Mich interessiert der Geldfluss sehr. Hat Spahn Gewinne aus der Datenweitergabe gemacht, direkt oder indirekt??
    Liegt der Fall wie beim Schäuble, welcher vergaß die LobbyistenGeschenke anzugeben und danach trotzdem Minister wurde?? Pfui !
    Wurden diese Gewinne für die Villa verwendet??
    Gehört Spahn und Partner vor ein ordentliches Gericht?? Mindestens sollte öffentlich ermittelt werden.
    In die Zukunft gedacht heißt das – Wann wird die AfD endlich in politische Verantwortung gelangen und wird sie dann Ordnung und Recht nach Grundgesetz wieder herstellen?? – so wie sie es immer wieder fordert. Hoffentlich. Bis dahin wähle ich blau.

  3. Die müssen ja keinen Betrag nennen. Sie könnten auch schreiben „ein Betrag, für den der Normalverdiener im Schnitt 120 Jahre arbeiten müsste“.

  4. Spahn und sein Ehemann der Burda Chefflobyist Funke….
    Ui welch nettes Paar, da geht der kleine Politiker mit seinem Spitzenpropagandisten gleich ins Bett 😉
    Heutzutage können sich auch Männer hochschlafen 😉
    Interessenskonflikte, Informationsweitergabe? ach nein, da wäscht nur ein Schwanz den anderen, alles ganz normal in unserer Zeit

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