Siegerjustiz? Urteil gegen Karadžić erwartet

Nach dem „Ende“ des Jugoslawienkriegs lebte Serbenführer Radovan Karadžić unbehelligt unter falschem Namen in Belgrad, wo er bis 2008 als Alternativmediziner „Dragan David Dabić“ eine Praxis betrieb.

Karadžić photo
Photo by ictyphotos

Seit seiner Auslieferung befindet er sich in Untersuchungshaft des Den Haager Kriegsverbrechertribunals. In den nächsten Tagen wird das Urteil gegen ihn erwartet.

Ziemlich lange also haben sich die Ermittlungen und die dürftige Aufklärung hingezogen. Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ethnische Säuberungen und vor allem die Verantwortung für das Massaker von Srebenica mit 8000 Toten und der Belagerung von Sarajevo werden dem Siebzigjährigem zur Last gelegt.

UN-Chefankläger Serge Brammertz sieht dieses Urteil als einen Meilenstein in der Geschichte des IGH an, weil mit Karadžić ein Politiker für das Leid gegen das eigene Volk zur Rechenschaft gezogen würde. TT

Karadžić weist jede Schuld von sich, was zu erwarten war.

Aufklärung für jede einzelne Tat ist nicht zu erwarten, über die berechtigte Anklage und sicher auch angemessene anstehende Verurteilung des Serbenführers hinaus, besitzt dieser Prozess Symbolcharakter. Die individuelle Schuld jedes ungeschorenen Mittäters wird mit seiner Verurteilung nicht getilgt. Auf allen Seiten der Kriegsparteien müssen die Opfer und deren Angehörige damit leben, dass vieles weiterhin im Dunkeln bleibt.

Andere Verstöße gegen das Völkerrecht kommen erst gar nicht vor das Tribunal. Die erste rotgrüne Bundesregierung unter Kanzler Schröder beteiligte sich an dem völkerrechtswidrigen Kosovo-Krieg, wie Schröder später selbstgerecht zugab.

Nicht nur, dass der Krieg mit Propagandalügen als gerechtfertigt verklärt wurde – Verteidigungsminister Scharping verbreitete seinerzeit wilde Verschwörungstheorien über Konzentrationslager der Serben in Fußballstadien – er verstieß auch gegen das im Grundgesetz verankerte Verbot der Vorbereitung eines Angriffskrieges.

Diese Verstöße nirgendwo geahndet – die Anklagebank bleibt reserviert für die Verlierer.

So weigern sich auch die USA bis heute, sich der Justiz des Internationalen Gerichtshofes zu unterstellen. Guantanamo Bay, Irak, die (gespielte?) Hinrichtung von Osama Bin Laden, zahlreiche Drohnenkillereinsätze, verdeckte Operationen bei sogenannten Farbrevolutionen und vieles mehr, würden wohl erst nach dem Zusammenbruch der USA ein Thema in Den Haag werden.

Gerechte Strafen nur für die Verlierer sind aber zuwenig.

Möge Karadžić für seine Verbrechen in der Hölle schmoren, wenn es sie denn gäbe – dort befände er sich in besserer Gesellschaft, denn der Teufel kennt der Legende nach kein Pardon!

 

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2 Kommentare

  1. In Deutschland haben sich die Juristen selber dafür freigesprochen, dass sie Menschen wegen Bagatelldelikten ins KZ gebracht haben; verurteilen aber heute noch Hundertjährige, weil sie in den KZs als Mitarbeiter in der Verwaltung gearbeitet haben.
    Verkommener kann die Justiz in einer Bananenrepublik nicht sein.
    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  2. Also das Gefängnis, indem Karadžić und andere unter Anklage von Kriegsverbrechen untergebracht sind, hat den allerfeinsten Standard.

    Gute Küche, offene Zellen und Trakte, Tennisplatz, Sportmöglichkeiten, wenige Häftlinge. Schöne Einzelzellen mit Dusche und alles was das Herz begehrt.

    Also es kann einem echt schlechter ergehen, als vor einem internationalen Kriegsverbrechertribunal zu stehen.

    Die wirklichen Kriegsverbrecher waren natürlich die Natoschergen, die systematisch die Infrastruktur und Zivilbevölkerung in Serbien mit Bomben attackiert haben. Wir erinnern uns an Scharpings KZ-Camp-Lügen, um die Deutschen zum Angriff bereit zu machen.

    Da gibt es eine Dokumentation drüber, wie mit gestellten Bilder und falscher Berichterstattung, angebliche Vernichtungslager herbeigelogen wurden.

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