Sie haben einen Plan? #MerkelBeiWill

Straßburg, Berlin: 7. Oktober 2015. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französischen Präsident Françoise Holland treten gemeinsam vor das Europäische Parlament und halten jeweils eine Grundsatzrede zur aktuellen Flüchtlingsfrage.
Abends interviewt Anne Will die Kanzlerin. Es wird ein denkwürdiger Tag, vielleicht auch, weil er in die Geschichte eingehen könnte, wenn am Freitag der Kanzlerin, für ihr beherztes Auftreten in der Flüchtlingsfrage, der Friedensnobelpreis zu erkannt wird.
Bei den Buchmachern in London ist Angela Merkel die erste Wahl.
Werden wir sie morgen feiern, als fünfte deutsche  Friedensnobelpreisträgerin?
Tritt sie in den Olymp der deutschen Friedensstifter, nach Willy Brandt, Carl von Ossietzky, Ludwig Quidde und Gustav Stresemann?
War das gestern die Vorspeise zu einer Merkeliade, die in Europa angebrochen ist und Deutschland in ganz neuem Licht erscheinen lässt?
Gott bewahre uns vor der Nemesis der Politik, bleiben wir auf dem Boden der Tatsache, doch wir müssen bei diesem noblen Komitee fürchten, dass es wieder politisch sein will, weil die Flüchtlingsfrage, mit der Aussage und einsame Entscheidung der Kanzlerin, von höchster Stelle, in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt wurde.
Ihr Reden vor der UN-Vollversammlung vor 10 Tagen und gestern vor dem EU Parlament deuten an, wem Morgen die Krone aufgesetzt wird.

„Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass wir es schaffen.“

Die Kanzlerin zeigt Haltung und genau darum geht es ihr, wenn sie politisch wird – Sie zeigt Haltung, christliche Gesinnung. Die Umsetzung der politische Entscheidung überlässt sie dem geliebten Fußvolk, den freiwilligen und hauptamtlichen Helfern, von Caritas, Diakonie, DRK, den Johanniter und Maltensern. Mit dem Fußvolk pflegt sie eine Arbeitsbeziehung, wenn sie sagt “wir schaffen das”.

So füllt Angela Merkel, ihre nun schon 10 Jahre dauernde Kanzlerschaft, aus – pastoral, mit moralischer Gesinnung und das kommt an.

Der FAZ Redakteur Michael Hanfeld fasst es in seiner TV Kritik wie folgt zusammen:

Die Beschwörungsformeln werden rund eine Stunde lang variiert, ohne dass die offen zu Tage tretenden Probleme, um die es bei der – fast hätten wir es vergessen – Flüchtlingskrise eigentlich geht, jemals konkret benannt würden.

Die Reden der Kanzlerin sind sprachlich begrenzt; einmal in Rage geredet verzettelt sie sich, verknoten sich die Worte zwischen ihren Lippen, dann will partout das Wortintrigieren nicht Platz machen für das Wort integrieren  (EP) oder sie beantwortet eine Frage, wie gestern Abend bei Anne Will, mit einer doppelten Verneinung, um noch einmal, mit aller Macht zum Ausdruck zu bringen, dass wir das schaffen.

Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass wir das nichthinbekommen.

Applaus, Abgang und Ende des Interviews (00:57:49).

Überhaupt ist das ganze Interview eine Offenbarung. Die Kanzlerin versteht ihr Geschäft und wir werden uns auf eine lang Regentschaft einstellen müssen, auch weil es am Horizont niemanden, wirklich niemanden gibt der “Merkel die Große” vom Thron stürzen kann. Jetzt, nachdem sie auch noch in den Olymp der Friedensstifter aufgenommen wird.

Wer hat da noch Zweifel an ihrer Kompetenz? 290 TSD unregistrierte, illegal eingereiste Migranten, sind nicht einmal Anne Will eine Rückfrage wert.

Nach 10 Jahren sollte uns ihre Art vertraut sein, wenn sie Haltung beweist und ihren unerschütterlich Optimismus anpreist.

Man könnte meinen an solchen Tagen wie diesen, da ist gut Kirschen pflücken, da sich die Kanzlerin, mit ihren Slapstick Einlagen, mit ihren Widersprüchen uns zum Fraß vor wirft, doch wir irren, denn sowenig, wie die Kanzlerin die aktuellen Ereignisse in der Hand zu scheinen hat, –“ich habe die Situation nicht herbei geführt” (00:05:59) – so wenig haben wir es in der Hand, wer uns fortan regiert.

Wir können noch 10 Mal bekunden, dass die Krise vorhersehbar war und die Kanzlerin selbst, für die Untätigkeit ihrer Administrationen (Merkel I,II & III) die politische Verantwortung trägt, die öffentliche Meinung läßt sie gewähren.

So kann sie kritiklos zum Besten geben:“wir haben das nicht in der Hand, wie viele Flüchtlinge kommen” oder wenn sie auf die Frage, ob sie den wisse, wie es in den Unterkünften aussieht antwortet“ich glaube, ich weiß das”.

Glauben heißt nicht wissen, glauben heißt zweifeln – vom Glauben zum Wissen, der Weg der Wissenschaft.

Der Kanzlerin beschwört und verkündet, “dann ist doch die Aufgabe so, dass man da so herangeht, dass man das schafft” (00:02:02), denn “stellen sie sich vor, wir würden miteinander sagen, wir schafften das nicht – und dann? Das geht doch nicht!” (00:02:32).

Die Kanzlerin versteckt die Planlosigkeit ihres Krisenmanagements hinter dem Engagement der Helfer, sie werden zu Kronzeugen, sind Rechtfertigung für ihr alternativloses Vorgehens. Sie versteckt ihre Verantwortung hinter ihrer Solidarität mit den Helfern vor Ort – die heißen Kartoffeln holen für sie andere aus dem Feuer.

Einen Masterplan hat sie nicht – Sie redet sich raus und schiebt die Möglichkeit der Lösung auf die europäischem Partner; sie akzeptiert nicht den Unterschied zwischen Migranten und Kriegsflüchtlingen.

Was treibt sie wirklich an – die zitierte christliche Barmherzigkeit oder eine politische Vision? Helfen, allen helfen, die in Not sind und es sind alles Flüchtlinge. SOS – als politisches Programm und Deutschland mutiert im Kollektiv zur Einsatzmannschaft unter ihrem Stabsarzt Angela, auf dem Rettungskreuzer Europa.

In der 7. Minute des Interviews stellt die Kanzlerin fest “es kann ja  nur funktionieren, wenn ich einen Plan habe” – Anne Will hakt ein: “Haben Sie den einen Plan?” und die Kanzlerin antwortet mit einen Aber-Satz. “Ich habe einen Plan, aber der Plan hängt ja nicht allein von mir ab” (00:07:03).

In der 8. Minute des Interviews wird klar, die Kanzlerin hat weder einen kurz- noch einen mittelfristigen Plan, wie die Dublin Übereinkünfte angepasst bzw. ersetzt werden. Aber die PR Abteilung, die arbeitet und produziert Papiere, die die Flüchtlinge abhalten sollen nach Europa aus zu wandern.

Alles andere wird, nach wie vor, auf die lange Bank geschoben. Attribut wie schnell, flexible und unbürokratisch sind schnell daher gesagt, aber wir sind alle wach genug, um zu sehen, was in den letzten 6 Wochen passiert und was nicht passiert ist – 290 TSD unregistrierte Migranten sprechen für sich (00:10:29).

Die Zahlen sind der Kanzlerin “egal”, ihr reicht es zu sagen “es sind ganz viele”(00:11:04)

Die Kanzlerin spricht von einer außerordentlichen Situation, wie von einem Tornado, der Deutschland unerwartet verwüstet hat, sie spricht von ordnen, steuern, Verbündete finden, von verhandeln und ich frage mich, was habt ihr eigentlich die letzten Jahre gemacht?

Und die Kanzlerin betont “ich weiß nicht, was morgen ist, keiner in Deutschland weiß es” (00:19:85).

Die Kanzlerin verbreitet Zuversicht, wie ein Pfarrer, wenn er auf der Kanzel steht Zuversicht verbreitet – “ich hab aus meinem Herzen gesprochen” (00:27:26).

Was auch immer die Kanzlerin vor hat, sie hat nicht nicht die Absicht ihr Volk, uns um Zustimmung zu bitten. Ihre Reden ähnelt den Versprechungen und “Träumereien” Erich Honeckers. Sollte am Ende der Einfluss des realexistierende Sozialismus so prägend für Angela gewesen sein, dass die Kanzlerin gar nicht anders kann, ganz nach dem Vorbild, aus ihren Jugendjahren?

Wie hat es gestern ein polnische Abgeordnet im EU Parlament formuliert, der Kommunismus zeichnet sich dadurch aus, dass er Lösungen für Probleme gesucht hat, die er sich zuvor selbst eingehandelt hatte.

Nicht anders verhält es sich heute mit der offenen Migrationsfrage. Deutschland will in diesem Jahr bis zu 1,5 Millionen Migranten aus dem Orient integrieren und gleichzeitig weitere 5-10 Millionen Flüchtlinge vor Ort versorgen, so dass sie keinen Grund mehr haben nach Europa zu immigrieren.

Ist das der unwillkürliche Reflex auf den Größenwahn der Untätigkeit oder Ausdruck einer zynischen Realpolitik, werden wir später über diese Zeit, als die Zeit des “Merkelismus” sprechen?

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