SED: EZB nicht schuld an niedrigen Zinsen

Euro Zeichen FFM – foto: O24

Realsatire: Die Europäische Zentralbank (EZB) ist nach Ansicht des Bremer Ökonomen Rudolf Hickel nicht schuld an den derzeit historisch niedrigen Zinsen. “Die entscheidende Ursache ist das Übersparen und damit die überschüssige Liquidität, die den Weg in die Finanzierung privater und öffentlicher Investitionen nicht findet”, sagte Hickel, Mitglied der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, im Vorfeld der EZB-Ratssitzung der Tageszeitung “neues deutschland” (Donnerstagausgabe). Hinter der überschüssigen Liquidität und den niedrigen Zinsen stehe einerseits die wachsende Konzentration der Vermögenseinkommen, die auf den Finanzmärkten rentable Anlagen suchen. Andererseits geben nicht mehr nur die privaten Haushalte und die Unternehmen, sondern auch der Staat mit seinen Haushaltsüberschüssen weniger aus, als sie einnehmen. “Wer dennoch die Zinswende verspricht, der hat die Ursachen dieser verzweifelten Geldpolitik nicht verstanden”, so Hickel.

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3 KOMMENTARE

  1. Die Bank kann nicht schuld sein. Die Parkbank und das Auto und das Fahrrad können auch nicht schuld sein.
    Das können nur Personen sein, die schuld sind.

  2. Der Analyse zufolge haben die Banken seit Einführung der Strafzinsen im Jahr 2014 insgesamt 25 Milliarden Euro an die EZB bezahlt – über 6,5 Milliarden Euro davon im vergangenen Jahr. Mehr als die Hälfte der Summe kam von deutschen (33 Prozent) und französischen Banken (25 Prozent). Im vergangenen Jahr haben deutsche Banken fast zweieinhalb Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank gezahlt. Das entspricht 12 Prozent ihrer Vorjahresgewinne. Ohne den Negativzins hätte dieses Geld den Banken für wichtige und notwendige Investitionen in ihre Wettbewerbsfähigkeit zur Verfügung gestanden.

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