Mit den gleichen fragwürdigen Argumenten wie „Bundesgesundheitsminister“ Spahn in Deutschland, trachtet die Schweizer Organspende-Initiative nach den Innereien der Bürger:

Foto: belchonock / 123RF Standard-Bild
  • Die Initiative gewährleistet, dass jede Person ihren Willen selbstbestimmt festhält und der Entscheid jedes Einzelnen bekannt ist.
  • Den Wunsch der verstorbenen Person zu kennen, entlastet die Angehörigen. Sie müssen nicht mehr in einem schwierigen Moment im Sinne der verstorbenen Person entscheiden.
  • Die Initiative bildet die positive Haltung von über 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab. Sie widerspiegelt damit die Solidarität der Gesellschaft.
  • Organspende ist ein Akt der Nächstenliebe. Durch die Initiative wird die Organspende gefördert, werden Leben gerettet und kann Menschen zu mehr Lebensqualität verholfen werden.
  • Die vermutete Zustimmung ermöglicht eine erhöhte Rechtssicherheit – es wird sichergestellt, dass der tatsächliche Wunsch der verstorbenen Person umgesetzt wird, egal ob für oder gegen Organspende.

Dass die Spender gar nicht tot sind, sondern bestenfalls als Sterbende bezeichnet werden können, verschweigen die Frankenstein-Mediziner. Ziel der Initiative ist eine Verfassungsänderung, um die Widerspruchslösung durchzusetzen.

Mehr dazu:

In Bayern landete nach dem Scheitern der Gesetzesvorlage von Jens Spahn das Thema Organspende auf dem Lehrplan 2020, damit sich zukünftige Wähler demnächst „richtig“ entscheiden.

Human Life International fragt: Ist die Organentnahme nach Herz-Kreislauf-Stillstand gesetzeswidrig?

In der Schweiz gibt es zwei Organentnahmearten am Lebensende. Rund 60% der Organentnahmen erfolgen nach einer schweren Hirnschädigung (z.B. Motorradunfall, Hirnschlag): Die Beatmung und der Kreislauf werden nur noch künstlich aufrecht erhalten. Ist das Gehirn irreversibel ausgefallen, wird ein solcher Patient, dessen Körper noch warm und durchblutet ist, als hirntot erklärt. Das ist jene Organentnahmeart von der in den Medien jeweils die Rede ist.


Ca. 40% der Organentnahmen erfolgen nach anhaltendem Herz-Kreislauf-Stillstand: Bei Schwerkranken mit aussichtsloser Prognose werden im Operationssaal alle lebenserhaltenden Massnahmen gestoppt. Der resultierende Herzstillstand wird während 5 Min. beobachtet. Bei Abwesenheit der Reflexe gilt das Gehirn als irreversibel ausgefallen und es wird der Tod erklärt. Um insbesondere bei der Leber bessere Erfolge nach dieser Organentnahmeart zu bekommen, wird in der Schweiz wie auch in anderen Ländern die sogenannte normothermische regionale Perfusion durchgeführt. Dieses Verfahren wird auch am HUG (Hôpitaux Universitaires Genève) in Genf praktiziert, wie die Unterlagen eines Vortrages des Transplantationsmediziners Dr. Christian Toso beweist. Das Fachjournal «Transplantation International» hat die Problematik dieser Technik unlängst in einer Studie beschrieben, nämlich das «Risiko der Wiederherstellung der Gehirndurchblutung» während des Eingriffs. Um das Auftreten solcher Ereignisse zu minimieren, «wird die Aorta mit einem Ballon blockiert oder einer chirurgischen Abklemmung oder einer Gefässligatur unterzogen. Verrutscht der Ballon, kann es zur Selbstreanimation kommen, d.h. Hirnfunktionen können durch das sauerstoffhaltige Blut zurückkkommen.»

Wäre das Gehirn nach der Prüfung der ausgefallenen Reflexe tatsächlich irreversibel ausgefallen, wäre es nicht nötig, die Zufuhr von sauerstoffhaltigem Blut ins Gehirn zu blockieren. Daher verstösst die Organentnahme nach Herz-Kreislauf-Stillstand gegen Art. 9 Abs. 1 des Transplantationsgesetzes. Durch die Blockade der Aorta oder der Halsschlagadern wird der Hirntod erst verursacht! Üblicherweise werden die Organe sofort ohne Blockade der Aorta entnommen. In diesem Fall beendet der chirurgische Eingriff das Leben der sterbenden Organspender.


Der Bundesrat hat bereits zwei Interpellationen (19.4569 und 20.3784) zum Thema abgewimmelt. Es ist höchste Zeit, dass sich von der Transplantationsmedizin unabhängige Ärzte, Juristen und Politiker mit dieser Angelegenheit ernsthaft beschäftigen und die Organentnahme nach Herz-Kreislauf-Stillstand verboten wird.

Personen, die auf dem offiziellen Spenderausweis von Swisstransplant oder im elektronischen Spenderegister der Organspende zustimmen, erwarten, dass die Würde der Sterbenden geachtet wird und der Tod vor der Organentnahme sicher festgestellt wird:«Ich äussere meinen Willen für den Fall, dass nach meinem Tod eine Entnahme von Organen, Geweben oder Zellen infrage kommt.»

7 KOMMENTARE

  1. Im Spannungsfeld zwischen Leben/Lebensrettung einerseits, und dem Tod andererseits gibt es Problemsituationen, die nicht einfach zu bewältigen sind, so weit, so gut.

    Der entscheidende Punkt ist m.E. im Falle von Herz-Kreislauf-Versagen bzw.-Zusammenbruch:

    Es ist heutzutage ja Pflicht, dass 3 voneinander unabhängige Ärzte den – faktischen Tod eines Menschen feststellen müssen, bevor eine Transplantation statthaft ist.

    „Faktischer Tod“ bedeutet, dass der Spender/die Spenderin zu diesem Zeitpunkt aus medizinischer Sicht nicht mehr (weiter) lebensfähig ist, aber dennoch – künstlich – so lange die vitalen Lebensfunktionen aufrechterhalten werden, wie es nötig ist, um eine Explantation noch sinnhaft durchführen zu können, da nach dem endgültigen Tod, d.h. nach der Beendigung sämtlicher Vitalfunktionen, eine Explantation nicht mehr möglich ist.

    Anders formuliert: Wer endgültig mausetot ist (zB einer springt vom Hochhausdach), dann ist er nicht mehr explantabel.

    Es ist aus medizintechnischen Gründen DESHALB unverzichtbar, dass ein – zB. aufgrund multiplen Organversagens oder schwerster Herzerkrankung nicht mehr rettbarer Mensch – solange die Vitalfunktionen KÜNSTLICH aufrechterhalten werden, bis die Explantation erfolgt ist. Würde man die – temporäre – Aufrechterhaltung der vitalen Lebensfunktionen nicht künstlich sicherstellen, dann wäre dieser Mensch längst mausetot, eben weil er nicht mehr (über)lebensfähig ist, und dieser Zustand irreversibel ist. Die – ethisch relevante – Frage ist demnach folgende : Dürfen Organe – aus ethischer Sicht – erst entnommen werden, wenn der betreffende Patient definitiv mausetot ist (was eine Transplantation verunmöglichen würde), oder darf die Medizin – um schwerstkranken Patienten zu helfen – Organe bereits in der END-phase
    entnommen werden, während der der betreffende Patient eigentlich bereits mausetot ist, zu Transplantationszwecken jedoch KÜNSTLICH und KURZFRISTIG am „Leben“ (was mit echtem Leben rein gar nichts mehr zu tun hat !) erhalten wird, um eine Transplantation, d.h. die Rettung eines anderen sehr kranken Menschen DADURCH zu ermöglichen ?

    Wenn man in dieser END-phase des Lebens, in welcher der betreffende Mensch – faktisch – tot ist, medizintechnisch zu besagtem Zweck jedoch noch „vitalisiert“ wird, argumentiert, dass dieser Mensch „ja noch am Leben ist“, wenn ihm ein Organ entnommen wird, so verzerrt diese Sichtweise die realen Verhältnisse, und suggeriert, dass dieser Mensch ja „noch am Leben“ ist, was – wie dargestellt – nur noch eine technische und kurzfristige Aufrechterhaltung seiner Vitalfunktionen ist.

    Aus meiner Sicht ist deshalb allein entscheidend, dass zuverlässig festgestellt wird, dass der Spender definitiv nicht mehr – aus eigener Kraft – lebensfähig ist, um – ethisch unbedenklich – das Leben eines anderen Menschen retten zu können, FALLS der Spender vorab der Organspende für diesen Fall zugestimmt hat (Patientenverfügung)

    Andernfalls dürfte man überhaupt keine Transplantationen mehr durchführen, was bedeutet, dass man sowohl den potentiellen Spender mausetot werden lässt (keine medizintechnische Lebensverlängerung mehr), und andererseits auch und zusätzlich schwerkranken Menschen jede Hilfe nimmt.

    Diese Frage sollte deshalb nicht ein Gesetzgeber, oder wer auch immer „entscheiden“, sondern der jeweilige Mensch selber, ob er, falls irreversibel todgeweiht, Organe quasi in letzter Minute spenden will.

    Ethisch Anrüchiges vermag ich hierbei nicht zu erkennen.

  2. @Feinrippchen

    Wohlwollend gelesen ausgesprochen klug, deckt aber nur den theoretischen Idealfall in einer unperfekten Welt ab.

    Meine Kasusknaksen sind auch Selbstbestimmung (freiwillige Spender, wer will der darf – ich muss es ja nicht gut finden, nur tolerieren), allerdings auch „übereifrige“, „geschäftstüchtige“ Ärzte (und nicht nur die).

    Die ethische (verborgene 2. Ebene)Frage die sich MIR für jeden Massenbetrieb (es dürfen doch ALLE – arm und reich – kostenlose/billige Organe erhalten wenn sie das gerne möchten?) stellt ist, ob und in welchem Ausmaß erwartbare Kollateralschäden bei den dafür erforderlichen „Subunternehmern“ (natürlich zum Wohle der Allgemeinheit) akzeptabel sind. Erfahrungsgemäß offenbart alles (zu)Gute irgendwann seine wahre menschliche Natur, auch das hier wird mutieren.

    Parallelen zur Massentierhaltung (das Kilo Mett für 2,99) sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

  3. @Hiob

    Da gebe ich Dir vollkommen recht. So ist das, wie in jedem x-beliebigen Bereich. Könnte (theoretisch) durch ein unerbittliches Kontrollsystem unterbunden werden….;-)

    Du weißt auch nicht, welche Kollateralschäden irgendwelche Medikamente, die jemand einnehmen „MUSS“, im Körper, in lebensverkürzender Weise, anrichten.

    Oder nimm das Zeuch, was sie schon ewig ins Trinkwasser mischen, oder in die Zahnpastatube quetschen.

    Es gibt so gut wie nichts in der menschlichen „Zivilisation“, was keine – menschengemachten – Kollateralschäden verursacht. Rein gar nichts.

    Deshalb bleibt uns nur, immer wieder für den Idealfall zu kämpfen, oder wenigstens streng darauf zu achten, dass die Praxis selbigem nahe kommt.

  4. Ich will kein fremdes Organ.
    Ich bin doch keine Maschine, bei der Komponenten ausgetauscht werden können.
    Ich will mich auch gar nicht auf dieses perverse Gedankenspiel einlassen, daß ich ja mal ein Ersatzorgan brauchen werde.
    Ich will auch nichts entnommen bekommen, ich spende keine „Ersatzteile“.
    Ich will ganz tot sein, wenn ich gestorben bin und dann bestattet werden.

    Die Mediziner sollen sich gefälligst darum kümmern, wie Menschen gesundheitserhaltend und -pflegend leben können, damit sie nicht krank werden, anstatt die Menschen so krank werden lassen, daß sie dann hochbezahlt komplizierte Reperaturarbeiten ausführen können.

    • So sehe ich das auch. Bei der Diskussion um Organ-„Spende“ wird nicht erwähnt, dass fast alle Organtransplantationen* unnötig wären, wenn unser „Gesundheits“-System präventiv orientiert wäre.

      Tatsächlich haben wir aber kein Gesundheits- sondern ein Krankheits-Reparatur-System, das heisst, es wird ein gigantischer Aufwand betrieben, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, anstatt zu verhindern, dass es überhaupt reinfällt, was mit wesentlich geringerem Aufwand möglich wäre.
      Ursache ist nicht nur eine ideologische Vernageltheit, die die präventiven und alternativen Möglichkeiten ausblendet, sondern auch, dass gewaltige Kräfte mit ihren finanziellen Interessen das Sagen haben (Stichwort Lobbyismus, Pharma-, d.h. Chemie-Industrie) und die Möglichkeit, nicht nur die Behandelten sondern auch die Behandler und die gesamte Öffentlichkeit mit einer ständigen Propaganda gegen den gesunden Menschenverstand zu verblöden.

      Als eines von vielen Beispielen sei nur genannt, dass jede Menge Nieren- und Herz-schädliche Medikamente auf dem Markt sind und wie selbstverständlich und meist ohne zwingende Indikation massenweise verschrieben und eingenommen werden und dadurch die Organschäden erst verschlimmert oder sogar verursacht werden, die dann eine Transplantation der geschädigten Organe anscheinend „notwendig“ machen.
      Dies geschieht, obwohl es fast immer einfache und bekannte Ansätze gäbe, die Beschwerden zu lindern oder gar nicht erst entstehen zu lassen.

      Der Ausweg ist auch hier, dass man/frau das eigene Gehirn einschaltet und sich wenn irgend möglich selber sehr gut und umfassend über Alternativen informiert, bevor man sich oder die Anvertrauten (Kinder und andere Hilfsbedürftige) dem fehlgeleiteten „System“ ausliefert.

      *auch die meisten Operationen und Medikamente

  5. @Rippchen

    Daher ja auch mein minimalistischer Ansatz: „Nein heißt Nein“, niemand muss sich für Entscheidungen die nur ihn betreffen erklären (auch beim Impfen). Solange das jeder für sich selber entscheiden kann, ist meine Welt i.O. In Privatangelegenteiten anderer häng ich mich nicht rein. Wo kämen wir hin, wenn sich jeder für seine privaten Entscheidungen rechtfertigen müsste. Andere sind in der Überzeugungspflicht, wenn sie etwas von MIR wollen, ansonsten definiere ich das als Faschismus.

Comments are closed.