Schuldkult 3.0 – Das Geldsystem

Finanzministerium der Vereinigten Staaten / Urheber: pabrady63 / 123RF Standard-Bild

Der Schuldkult hat einen weiteren Namen. Er nennt sich Federal Reserve oder schlicht: Das Geldsystem. Es bestimmt die Geschicke aller Länder und steuert ihre “Finanzministerien”. Keine etablierte Partei oder eine sonstige politische Kraft, die sich auf dem Weg zur “Mitbestimmung” im “demokratischen” System befindet, stellt die Frage danach. Kritik an der FED wird sofort als antisemitisch diffamiert und mit der “Brechung der Zinsknechtschaft” in Zusammenhang gebracht. Damit ist die Debatte beendet, das “Finanzsystem” gilt als alternativlos, dass nicht einmal mehr die Linken an seinen Grundfesten rütteln. Im Kampf gegen den “Kapitalismus” wäre es doch eigentlich das Hauptziel, aber der gemeine Straßenkämpfer fackelt lieber Bonzenkarren und neuerdings auch Umweltschweine-SUVs ab. Führende Köpfe der Sozialisten wissen längst das Enteignungspotential durch Negativzinsen zu schätzen. Umverteilung rocks, Armut für alle macht sexy.

Nun wird über den kommenden Goldstandard spekuliert. Marktschreier sehen bereits ein Ende der endlosen Geldschöpfung durch FIAT-Währungen voraus. Aber was bessert sich dadurch? In wessen Händen befinden sich denn die größten Goldreserven, wenn nicht weiterhin in denen der Zentralbanken? Wer bestimmt also, wie viel Gold auf den “freien” Markt gelangt und wer hat die Macht, die Wahrheit über die Höhe seiner Goldreserven als Einlagensicherung weiterhin zu verschleiern? Nur physisches Gold ist echtes Gold und damit auch echtes Geld, aber wir werden wohl kaum nach einem Kollaps von Euro und Dollar mit echten Goldmünzen bezahlen, sondern bargeldlos. Auch an der Geldschöpfung durch Kreditvergabe wird sich mit einem Pseudo-Goldstandard wenig ändern. Die Jagd nach dem schnöden Mammon bleibt weiterhin ein Schuldkult. Punkt!

Betrachten wir die Hoffnung aller Libertären, die als digitales Gold gehandelte Kryptowährung Bitcoin. Die “Währung” kann nicht endlos vermehrt werden, die “Geldmenge” ist auf ca. 21 Millionen begrenzt und lässt sich ohne Beteiligung von Banken austauschen. Allerdings gibt es auch da eine Konzentration, denn Bitcoin gehört „a few hundred guys“. Der Manipulation auf den Märkten ist damit Tür und Tor geöffnet und außerdem brauchen Normalnutzer ohne profunde technische Kenntnisse zum Handel dann eben doch kommerzielle Anbieter, sprich: Banken, die nach und nach den Zugang zu Kryptowährungen über das schnöde Girokonto ermöglichen und kräftig die Werbetrommel dafür rühren.

Woher stammt der Schuldkult?

Bevor die Völker Europas teils blutig mit dem Schwerte christianisiert wurden, galten Ask und Embla als Stammeltern. Laut Edda wurden sie von drei (!) Göttern geschaffen, die die beiden als Baumstämme am Strand gefunden haben: Odin, Hönir und Lodurr. Sie gaben ihnen Seele, Vernunft und Blut und machten sie dadurch zu Menschen. Von einer Vertreibung aus dem Paradies und der damit verbundenen Erbsünde ist nicht die Rede. Laut offizieller Geschichtsschreibung ist das Buch Mose natürlich älter als die Edda und so mutet es mehr wie ein seltsamer Zufall an, dass die biblischen Stammeltern Adam und Eva heißen und ein dreifaltiger Gott die Herrschaft über das Abendland übernahm … Zweifellos aber hat die Katholische Kirche den Schuldkult etabliert, der im Geldsystem von heute seinen Ausdruck findet. Die Entstehung der Vatikanbank ist eine Geschichte für sich und steht wie fast alles in der Lehre des Vatikans im Widerspruch zu dem, was der “Sohn Gottes” gepredigt haben soll. Die Masse der Schäfchen aber stört sich nicht daran und verkennt erst recht die Wahrheit über “unser” Geldsystem. Wer will schon den Apfel essen oder die “rote Pille” schlucken, wenn die Konsequenz daraus Vertreibung bedeutet?

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Wolfgang van de Rydt
Musiker, Autor, Publizist