Schiersteiner Brücke: Geheimes SS 80 Lager entdeckt

Schildbürger kämpfen gegen den Brückengau 

Zu Ostern soll die Schiersteiner Brücke wieder notfallmäßig befahrbar sein, wenn man den Verantwortlichen noch Glauben schenkt.

Das fällt schwer, in Zeiten, in denen es schon mal von allerhöchster Stelle heisst:„Niemand hat die Absicht einen Rettungsschirm aufzuspannen!“

Jetzt aber glauben sich die Schiersteiner Schildbürger offenbar schon selbst nicht mehr und greifen auf ein altes Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges zurück – die SS 80. Das bedeutet „Schweres Straßenbrückengerät“ mit pfeilerlosen Spannweiten von ca. 80 Metern. Diese Bausätze für Notfallbrücken sollten bei Katastrophen oder Kriegsfällen schnell zum Einsatz kommen.

Mit solch einer Katastrophe hatte man augenscheinlich wohl nicht mehr gerechnet und wollte die alten Lagerbestände schon entsorgen. Der SWR berichtet:

Von der Existenz dieses Lagers des Bundes habe bisher nicht einmal die Gemeindeverwaltung etwas gewusst, sagt der Leiter der Autobahnmeisterei Gau-Bickelheim, Jürgen Bäcker.

Quelle: SWR

Wenn also die „Reparatur“ nicht planmäßig fertig wird, darf die gute alte SS 80 ran.

Wer weiss, was der Bund noch so alles streng geheim versteckt hat? Vielleicht besteht so ja auch Hoffnung, dass der Flughafen BER doch noch fertig wird. Dank eingelagerter Reichsflugscheiben und unterirdischer Hangarbausätze aus Kruppstahl für den Fall, dass die Außerirdischen zurückkommen.

Etwas sorgfältigere Wartung, sinnvoller Einsatz von Steuergeldern und das gründliche Studium seriöser Gutachten zum Bauwerk hätten allerdings in diesem Fall völlig ausgereicht, um die Katastrophe zu vermeiden.

Spätestens 2013 hätte den Verantwortlichen klar sein müssen, dass das vorliegende Gutachten aus dem Jahr 2003 keinesfalls übertrieben, sondern als maximale Haltbarkeit der Brücke exakt das Jahr 2015 angegeben hat.

Warnschüsse, wie diesen gab es viele:

„An der Übergangskonstruktion, welche Verformungen und Bewegungen des Brückenüberbaus gegenüber den Brückenenden ausgleicht, war ein Schraubenkopf einer Stahlplatte abgeschert. … … Für die Zeit der Arbeiten muss rechte Fahrspur in Fahrtrichtung Wiesbaden verkehrsfrei gehalten werden. Der Schadensfall ist auf Verschleiß zurückzuführen.“

Quelle: Pressemeldung Schiersteiner Brücke

„Wer nicht hören will, muss fühlen“ heisst es im Volksmund – im Verkehrsplanermund gilt dagegen:
„Wer nicht fühlen muss, muss auch nicht hören!“

Einzig die Fährbetriebe haben zurzeit keinen Grund über leere Kassen zu klagen.

brückengau photo
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