Taliban in UNO-Kommission für Frauenrechte gewählt

Der afghanische Minister für Gleichstellung, Tamina Rahimi, wurde am Freitag als Abgesandter der Taliban-Regierung in die UNO-Kommission für Frauenrechte berufen. Dies gab das Ministerium am Abend bekannt.

Damit zählt die Kommission jetzt nach dem Beitritt von Saudi-Arabien 46 Mitglieder. Rahimi erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz, dass dieser Schritt der Eintritt in ein neues Zeitalter bedeute. Frauen bekämen jetzt endlich den Stellenwert in der Gesellschaft, der ihnen zustände. Aber man dürfe jetzt nicht einfach halt machen, sondern weiter für Menschenrechte streiten. Was für Frauen jetzt selbstverständlich werden soll, müsse man auch auf Homosexuelle und Transgender ausdehnen. 

"Niemand darf mehr im Abseits stehen", sagte Rahimi, der selbst als Junge im Körper eines Mädchens zur Welt gekommen ist. "Meine Eltern wollten mich damals noch steinigen, als sie die Wahrheit erfuhren. So etwas darf sich nicht wiederholen." Er habe sich vor seiner Familie bei einem Imam versteckt und fand dann Anschluss an die Taliban, wo er jahrelang im Militär als Frauenbeauftragter diente.