Grüne planen Verkehrszeichenreform: Autos sollen nicht mehr bei Rot halten

Die Presse sieht Annalena Bärlauch bereits im Kanzleramt, doch ein Punkt im Wahlprogramm könnte den sicher geglaubten Sieg noch gefährden, wenn die Öffentlichkeit davon erfährt. 

Die grüne Verkehrszeichenreform gefährdet vor allem die schwächsten Teilnehmer im Straßenverkehr, kritisieren namhafte Experten. Sollten die Grünen die Regierung stellen, bleibt zwar an Fußgänger- und Fahrradampeln alles beim Alten, nicht aber für die Autofahrer. Diesen soll nicht mehr mit der Farbe Grün signalisiert werden, dass sie jetzt rücksichtslos losfahren und die Umwelt verpesten dürfen. "Das ist mit unserer Partei nicht mehr zu machen", so Bärlauch. Stoppschilder und Ampeln müssen deshalb bundesweit umgerüstet werden. 

Nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer*innen, die durch die Art ihrer emissionsfreien Fortbewegung einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten, dürfe man aber nicht auf die gleiche Stufe stellen, wie Autofahrer, führt die Kanzlerkandidatin weiter aus. Ihnen könne man deshalb nicht verwehren, weiterhin bei Grün die Straße zu queren oder das Erlernen neuer Regeln auferlegen.

Kritiker befürchten, dass mit der Umstellung die Unfallgefahr steigt, etwa durch Autofahrer, die sich noch nicht an die neue Farbregelung gewöhnt haben und dadurch Fußgänger zu Schaden kommen könnten. "Ein Restrisiko bleibt natürlich, doch da setzen wir ganz auf Selbstverantwortung der Bürger", erklärt Annalena Bärlauch weiter, "schließlich sind wir keine Verbotspartei. Aber wer sich nach der Einführung der neuen Regeln nicht mehr sicher hinter dem Steuer fühlt, muss halt noch einmal in die Fahrschule oder besser gleich den Führer*innenschein abgeben."