Ramadan in der Türkei: Pogromstimmung gegen Touristeninnen

Graue Wölfe verwechseln Koreanerinnen mit Chinesinnen

Asiaten nach Nationalität zu unterscheiden ist nicht ganz einfach, wenn man deren Sprachen nicht beherrscht.

Eine Gruppe rechtsextremer Türken von den Grauen Wölfen handelte da nach dem Motto: „Erst Schlagen, dann Fragen“ – und machte mitten in Istanbul Jagd auf die Touristinnen. Sie hielten die Damen offenbar für Chinesinnen.

„I’m not Chinese, I’m not Chinese, I’m Korean“ sagt eine der angegriffenen Touristinnen in die Kamera. Wie soll man ihr Lachen deuten?

Grund für die Aggressionen, die erst durch Tränengas der Polizei gestoppt werden konnten, war der Fastenmonat Ramadan. In China ist es den muslimischen Glaubensbrüdern nämlich nicht erlaubt, diesen nach den Regeln des Korans zu begehen – auch dann nicht, wenn man zum Turkvolk der Uiguren gehört. Andere Länder – andere Sitten!

Der Staat kennt dort nämlich gar kein Pardon und begründet dieses Gesetz mit seiner Fürsorgepflicht für seine Bürger – nicht ganz unberechtigt, schließlich ist Fasten und vor allem der Verzicht auf Trinken nicht ungefährlich – die Hitzetoten in Pakistan sind jährlich Opfer dieser rigiden Vorschriften. Deutsche Arbeitsschutzgesetze stehen allerdings auch dieser Praxis entgegen.

Bei den gegenwärtigen Temperaturen möchte wohl kein Fahrgast gerne von einem Busfahrer transportiert werden, der den ganzen Tag aus religiösen Gründen nicht mal etwas trinkt. Wie Ärzte ausgehungert und halb verdurstet ihren Dienst verrichten sollen, mag man sich gar nicht vorstellen.

Man kann nur hoffen, dass die Arbeitgeber in sicherheitsrelevanten Bereichen auf die Einhaltung der Gesetze bestehen. Eine Klage könnte teuer werden – Religion dagegen ist heilbar.

Um einen Einzelfall der Grauen Wölfe gegenüber Chinesen oder solchen, die so aussehen, handelt es sich offenbar nicht.

Die grauen Wölfe sind auch in Deutschland extrem gut organisiert und mit Sicherheit eine der größten rechtsextremen Bewegungen von Ausländern.

 

 

 

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