Psychiatriesumpf: Kurt Beck und ein versunkenes Aktenzeichen

Wie man Kritiker kaltstellt

Ex-Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) gab sich bei der Wählerschaft gerne volksnah und bodenständig, geriet aber wegen zahlreicher Affären immer wieder in Bedrängnis. 

Kurt Beck photo
Photo by Metropolico.org

Unvergessen ist nach dem Nürburgring Desaster sein plötzlicher Rücktritt als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz aus “gesundheitlichen Gründen” die ihn scheinbar auch dazu veranlassten, als Lobbyist für den Pharma Konzern Boehringer Ingelheim tätig zu werden.


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Unvergessen ist auch für die Psychologin und Fachbuchautorin Eva Schwenk (Fehldiagnosen) ihre ganz persönliche Geschichte, die sie mit “König Kurt” verbindet.

Diese Geschichte erzählt das Aktenzeichen 7900 – 1/97, welches erstmals von der Staatskanzlei einem Schreiben zugeordnet wurde, das persönlich an Ministerpräsident Kurt Beck gerichtet war.

In diesem vertraulichen Schreiben vom 07. Februar 1997 informierte die Psychologin, die damals für den Betreuungsverein der Arbeiterwohlfahrt Bad Kreuznach tätig war und Patienten in der Rheinhessen Fachklinik Alzey betreute, über Missstände in der Landesklinik. Ein erstes Schreiben vom November 1996 war unbeantwortet geblieben.

Aus diesem Grund lag dem Schreiben vom Februar 1997 umfangreiches Material bei, über insgesamt fünf anonymisierte Fälle, die Fehldiagnosen und die willkürliche Praxis in der Klinik belegen sollten. Verantwortlicher ärztlicher Direktor war zu dieser Zeit ein Dr. med Guth.

Die Staatskanzlei antwortete darauf am 24. März 1997. Ministerpräsident Kurt Beck bedanke sich persönlich für das Schreiben, heisst es darin, und er habe eine Prüfung durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit veranlasst. Das besagte Aktenzeichen 7900 – 1/97 wurde erstmals verwendet. Man werde sich zudem nach dieser Prüfung wieder mit der Dipl. Psychologin in Verbindung setzen, wird in dem Schreiben auch ausdrücklich betont.

Offenbar gab es aber noch weitere Verbindungen – denn der Fall nahm den typischen Verlauf und führte letztlich zur Kündigung der Psychologin seitens des Arbeitgebers.

Der Fall landete vor dem Arbeitsgericht und der Arbeitgeber reichte unter Anlage 4 eine Kopie des Schreibens im Rahmen einer Stellungnahme ein.

Darauf befindet sich handschriftlich vermerkt das Aktenzeichen 7900 – 1/97.

Wie gelangte das vertrauliche Dokument aus der Staatskanzlei an den Arbeitgeber und letztlich vor Gericht? Wer hat die Weisung dazu erteilt? Ministerpräsident Kurt Beck persönlich?

Zu verantworten hat er diese Dinge in jedem Fall.

Unliebsame Kritiker haben es immer schwer – egal wo sie welche Missstände aufdecken. Die Psychologin betreute unter anderem eine Patientin, die geschlossen untergebracht war. Ihrer Einschätzung nach bestand bei der Patientin, deren Fall Schlagzeilen gemacht hatte, bei Entlassung akute Gefahr.

Diese Einschätzung sollte sich nachher als richtig erweisen – sie tötete ihr Kind.

Zitat aus dem Schreiben an Beck:

Solche Patienten, die wieder zur Selbständigkeit geführt werden könnten, … versucht man in Abhängigkeit zu halten. Diejenigen, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung auf eine medizinische Behandlung angewiesen sind, entlässt man ins Privatleben!



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