Viele Wirecard-Spuren führen nach Österreich – zur ÖVP!

Im Deutschen Bundestag widmet sich seit einem Jahr ein Untersuchungsausschuss dem größten Finanzskandal der letzten Jahre: dem Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters Wirecard, der womöglich von Anfang an ein rein kriminelles Projekt war. Die meisten Spuren des Münchener Unternehmers führen nach Österreich und viele davon zur ÖVP.

Zu Gast bei FPÖ-TV war diesmal der Vorsitzende des Wirecard-Untersuchungsausschusses, der AfD-Abgeordnete Kay Gottschalk. Er spricht mit dem U-Ausschuss-Fraktionsvorsitzenden der FPÖ, Christian Hafenecker, über auffällige Parallelen zwischen Wirecard und Ibiza. Die beiden Parteien wollen die Zusammenarbeit zwecks Aufklärung nun weiter intensivieren.

In dieser Ausgaben von "Der schwarze Faden" werden mehrere Personen erwähnt, die hier kurz vorgestellt werden:

  • Markus Braun war Vorstandsvorsitzender (CEO) der Wirecard AG. Der Österreicher war außerdem Mitglied des Think Tanks von Sebastian Kurz im Bundeskanzleramt, der von der Boston-Consulting-Beraterin Antonella Mei-Pochtler geleitet wird. Braun sitzt derzeit in Untersuchungshaft.
  • Jan Marsalek, ebenfalls Österreicher, werkte zusammen mit Braun im Wirecard-Vorstand und entzog sich einer drohenden Verhaftung durch Flucht, die zunächst in die weißrussische Hauptstadt Minsk führte. WO er sich heute aufhält, ist völlig unklar. Marsalek bewegte sich regelmäßig in Geheimdienstkreisen und soll versucht haben, in Libyen eine tausende Mann starke Miliz aufzustellen. Er soll beste Kontakte ins österreichische BVT gehabt haben und auch in Besitz der geheimen Formel für das tödliche Nervengift „Nowitschok“ gewesen sein.
  • Gustav Gustenau ist Brigadier des Österreichischen Bundesheeres und seit 2000 stellvertretender Leiter des Büros und der Direktion für Sicherheitspolitik im Verteigungsministerium. Gustenau gilt als „Freund“ von Jan Marsalek und soll ihn unter dem Titel „Stabilisierung und Migrationsmanagement in Libyen: Neue Ansätze zur Sicherheit und organisierten Kriminalitätsbekämpfung“ bei seinen Libyen-Plänen unterstützt haben. Initiiert wurde das Projekt laut Medienberichten von Wolfgang Gattringer, Chef der Unternehmensberatung Repuco.
  • Wolfgang Gattringer war ein „Schwarzer“ der ersten Stunde im Innenministerium. Im Jahr 2003 war er Leiter des später ins Stocken geratene Blaulichtfunkprojekts. Nach seinem Ausscheiden aus dem BMI blieb er der ÖVP eng und treu verbunden und begleitete mit seinen Firmen viele Projekte als „Experte von außen“. Für die“ Tetron Sicherheitsnetz Errichtungs GmbH“ ist er zumindest bis ins Jahr 2011 tätig geblieben. Seine Firma Repuco steht im Verdacht, mit Wirecard in Geschäftskontakt gewesen zu sein.
  • Bernd Schmidbauer ist ehemaliger CDU-Abgeordneter im deutschen Bundestag und war von 1991 bis 1998 als Staatsminister im Bundeskanzleramt und für die Koordination der deutschen Nachrichtendienste verantwortlich. Er gilt als deshalb als ausgewiesener Experte im Bereich Nachrichtendienst. Vor dem Wirecard U-Ausschuss sagte Schmidbauer: „In wenigen Jahren werden wir feststellen, dass wir die Falschen gejagt haben (…) Das liegt daran, dass man an die großen Kaliber nicht rankommt.“ Die wirklichen Drahtzieher hinter Wirecard befänden sich im Ausland. „Jeder Dienst, der Einfluss hatte, war begierig, mit ihm zu reden. Alle hatten ihn auf dem Schirm. (…) Die Nachrichtendienste wollten die extravagante Arbeit einer solchen Firma nutzen“. „Man muss sich doch fragen, warum jemand wie der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy zu einem Treffen nach München kommt, um an einem Abendessen mit dem Vorstand eins DAX-Konzerns – Wirecard – über Libyen zu sprechen.“ An dem beschriebenen Abendessen mit dem ehemaligen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek nahmen unter außerdem der frühere österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und der frühere bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber teil.