Söder spekuliert über Niederlage der Union

Die Union wird im Falle eines Wahlsiegs der SPD keine Regierung als Juniorpartner ermöglichen, glaubt man den Ankündigungen von Markus Söder.

Warten wir mal ab, wie sich das am Wahlabend anhört:

Angesichts schlechter Umfragewerte der Union erwartet der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder ein äußerst knappes Ergebnis bei der Bundestagswahl. "Das ist ein ganz anderer Wahlkampf als je zuvor. Damit auch schwer berechenbar. Aber auch mit einem Ergebnis, das unklar ist, wie es ausgeht. Es wird ein echtes Wimpernschlagfinale." In einem ausführlichen Interview für die ARD-Dokumentation "Wege zur Macht - Deutschlands Entscheidungsjahr" von Autor Stephan Lamby äußerte er sich auch über einen möglichen Wahlsieg der SPD. Auf die Frage "Können Sie sich vorstellen, dass die Union Partner einer Bundesregierung wird, die von Olaf Scholz als Kanzler geführt wird?" antwortete Söder: "Wenn Olaf Scholz die Nummer eins wird [...], dann gibt es eine andere Mehrheit. Denn eines ist ganz klar: Ob Frau Esken, Herr Walter-Borjans, Herr Kühnert und viele andere, die lechzen danach, dass es ohne die Union geht [...]. Die wollen eine Mehrheit jenseits der Union, egal wie. Und deswegen: Wenn die SPD vor der Union liegt, dann war´s das mit der Union in einer Regierung. Weil die SPD etwas anderes will. Wir müssen in dem Fall schon auf Sieg setzen und nicht auf irgendeinen Platz."

Markus Söder rief die Union erneut zu mehr Anstrengungen im Wahlkampf auf: "Man muss schon nochmal Zähne zeigen, eine Schippe zulegen." Söder glaubt dennoch fest an einen Wahlsieg von CDU und CSU: "Das werden wir sicher schaffen."

Das Interview mit Markus Söder ist Teil der umfassenden TV-Dokumentation "Wege zur Macht - Deutschlands Entscheidungsjahr" von SWR und RBB, die am Montag, 20. September um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird. Danach steht der Film für ein Jahr in der ARD Mediathek.