Regierungssprecher verweigern Antwort: Wann wurde die Regierung vor dem Hochwasser gewarnt?

Bei der Bundespressekonferenz am Montag in Berlin blieben die Journalisten mit offenen Fragen in Bezug auf die Hochwasserkatastrophe zurück. "Wann wurde die Bundesregierung gewarnt?", fragte ein Journalist.

Die Sprecherin des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Lisa Herzog teilte den Journalisten mit, sie sollten beim Deutschen Wetterdienst nachfragen: "Wie genau die Meldekette ist, die Warnkette, diese Information habe ich jetzt gerade nicht parat. Da muss ich einfach um Verständnis bitten, da kann ich keine Auskunft geben, da muss ich mich erst einmal selber informieren."

Auf die Frage eines Journalisten, warum der Testwarntag erst im nächsten Jahr stattfinden soll, wenn der vorherige im Jahr 2020 doch gescheitert ist, und wie viele Sirenen funktionieren, antwortete der Pressesprecher des Bundesinnenministeriums Sascha Lawrenz: "Das Warnsystem im Katastrophenschutz ist relativ umfangreich. Es gibt nicht nur Sirenen und Apps, sondern es gibt auch tradierte Medien. Es gibt Rundfunk und andere Geschichten. Und diese Infrastruktur ausreichend zu synchronisieren, dass sie gut ineinander greift, ist durchaus eine komplexe Aufgabe, und deshalb wird daran gearbeitet, im nächsten Jahr einen ordentlichen Warntag abzuhalten."

Laut Hannah Cloke, Professorin für Hydrologie an der britischen Universität Reading und Mitentwicklerin des Europäischen Hochwasser-Warnsystem, wurde Deutschland im Vorfeld der Hochwasserkatastrophe präzise gewarnt. Eine Reaktion sei aber ausgeblieben. Laut Cloke seien die ersten Zeichen der Hochwasserkatastrophe in Deutschland bereits neun Tage zuvor von Satelliten erfasst worden.