Niederlande: Unruhen wegen Ausgangssperre - Testzentrum in Brand gesetzt

In den Niederlanden gilt seit Samstagabend eine landesweite Ausgangssperre, während sich im Land immer mehr Menschen mit der B117-Mutation des Virus infizieren. Menschen dürfen ihre Häuser in der Zeit zwischen 21:00 und 04:30 Uhr nur noch verlassen, wenn sie einen triftigen Grund haben. Im Fischerdorf Urk, rund 80 Kilometer nordöstlich von Amsterdam, zogen in der ersten Nacht rebellierende Jugendliche gegen das Ausgehverbot auf die Straßen.

Am Rande der Ausschreitungen wurde auch in eine Testanlage eingebrochen und diese anschließend in Brand gesetzt. Es kam außerdem zu Zusammenstößen mit der Polizei. Beamte sollen mit Pyrotechnik und Steinen attackiert worden sein. In einer gemeinsamen Erklärung der Gemeinde und der Polizei ist außerdem von "Zerstörung von Polizeiautos" die Rede. Die Ausschreitungen werden darin scharf verurteilt. "Das ist nicht nur inakzeptabel, sondern auch ein Schlag ins Gesicht, vor allem für die Mitarbeiter der örtlichen Gesundheitsbehörde, die im Testzentrum alles tun, um den Menschen in Urk zu helfen." Die Ausgangssperre – die erste ihrer Art, die seit dem Zweiten Weltkrieg landesweit verhängt wurde – wird voraussichtlich bis mindestens zum 9. Februar in Kraft bleiben. Wer gegen die Ausgangssperre verstößt, muss mit einem Bußgeld von 95 Euro rechnen.

In den Niederlanden herrscht außerdem seit Mitte Dezember ein Lockdown. Schulen, Restaurants und nicht essenzielle Geschäfte sind geschlossen. Zudem gilt, dass man nur eine haushaltsfremde Person treffen darf.