Merkel und Bidens geniale Nord Stream 2 Lösung

Waschen & Schminken: Politik lebt davon kreativ zu sein. Dieses Attribut durch “destruktiv” zu ersetzen ist zwar in vielen Fällen zutreffend, aber in der öffentlichen Betrachtung nicht so gern gesehen. Jetzt machte Merkel kürzlich ihren Abtrittsbesuch in den USA. Ob das wirklich wahr wird, ist derzeit noch nicht sicher.

Wie nicht anders zu erwarten, stand im Rahmen der allgemeinen Zementierung von Feindbildern einmal mehr Russland auf der Agenda. Damit logischerweise auch das Nord Stream 2 Projekt, denn da geht es um besonders viel Geld.

Wer sich für das Tête-à-Tête von Mutti und Joe interessiert, kann es nachfolgend finden. Den Rest der wechselseitigen Schleimereien kann man sich getrost ersparen. Auffällig an der Veranstaltung war die halbwegs passable Klarheit von Sleepy Joe Biden an diesem Tag. Das ist äußert ungewöhnlich für den sonst bemerkenswert grenzdebilen Joe. Alles deutet darauf hin, dass er tagelang auf dieses schwerwiegende Ereignis vorbereitet wurde, mental als auch physisch. Seltsamerweise ist die Show halbwegs gutgegangen. Das verdient ernstliche Anerkennung für die Sprechpuppenbetreuer aus den USA, die man uns leider nie vorstellt, um sie direkt zu loben zu können.

Nord Stream 2, formal keine Einigkeit

Schauen wir zunächst was unsere Heinzelmännchen zu dem Thema zu sagen haben: Gaspipeline Nord Stream 2 … [ZDF]. Der Einfachheit halber zitieren wir den Anreißer des ZDF, um die Problematik ein wenig zu verdeutlichen:

Merkel und Bidens geniale Nord Stream 2 LösungDie Ostsee-Gasleitung von Russland nach Deutschland ist fast fertig. Es gibt viel Kritik an Nord Stream 2: aus der EU, von der Ukraine, aus Polen und den USA. Nach der Verurteilung des Oppositionspolitikers Nawalny in Russland wächst die Kritik. Zusätzlich werden auch immer mehr Klimaschützer aktiv gegen die Pipeline. Doch bisher halten Deutschland und Russland an diesem Projekt fest.

Daraus lassen sich unschwer die eigentlichen Problemstellungen und Beteiligten ableiten. Insoweit hat Merkel in den USA alles vollständig richtig gemacht, wenn sie feststellt, dass sie, unter Freunden, eine andere Meinung dazu vertritt. Das lässt Raum für konstruktive Lösungen. Aus gutem Grund kam bei der Betrachtung des Problems ein möglicher Lösungsweg viel zu kurz, dem unstreitig die höchste Realisierungswahrscheinlichkeit beizumessen ist. Bislang völlig unerhörten Gerüchten zufolge, kann der Streit mittels einer ganz simplen Lösung beigelegt werden. Das ist natürlich nichts offizielles, da eine Minderheit von knapp 80 Mio. an sich stummen aber tief in die Röhre guckenden KonsumEnten der Regierung dafür ins Gesicht springen möchte. Dennoch ist es eine unübersehbar pragmatische und charmante Beilegung aller Streitigkeiten dieses Thema betreffend.

Pipelinebetrieb zum allseitigen Nutzen

Merkel und Bidens geniale Nord Stream 2 Lösung
Von Harald Hoyer, Schwerin CC BY-SA 2.0, Link

Skizzieren wir diesen pragmatischen Weg um die ganze Welt zum Thema Nord Stream 2 zu befriedigen. Genial wird sein, wenn die USA einen entsprechenden Vertrag mit Russland abschließen, quasi als Intermediär. Es stellt sicher, dass Deutschland und Europa stets genug Erdgas zur Verfügung haben. Notfalls würden es die USA dort schon rausprügeln. Der Vertrag ist logischerweise in Dollar abzurechnen, eine ganz wesentliche Voraussetzung für den Nichteinmarsch von US-Truppen. Darüber hinaus könnten die USA eine angemessene Handelsspanne von rund 30 Prozent auf die russischen Gaspreise aufschlagen, was die Zufriedenheit der USA in Gänze steigert. Ob man Putin davon auch etwas abgibt, lassen wir hier mal offen.

Um auch den berechtigten Interessen von Polen und der Ukraine Rechnung zu tragen, könnte man weitere 30 Prozent “entgangener Durchleitungsentgelte” dem neuen US-Gaspreis aufschlagen. Diese Einnahmen werden an die beiden geschädigten Nationen durchgeleitet und schon wäre die Debatte diesbezüglich beendet. Damit kann Russland gemeinhin als Feindbild anerkannt und weiteren Sanktionen unterworfen bleiben. Diese Vorgehensweise ist allzeit eine solide Grundlage für solitäre Geschäfte der USA mit den Sanktionierten. Im Gegenzug sorgen die USA für den nötigen Schutz gegenüber dem Bösewicht in Form der skizzierten Preisaufschläge. Viel Geld schützt immer! Nur sollte man es nicht zwingend Schutzgeld nennen, denn damit käme man zu arg in die Nähe der erheblich seriöser operierenden Mafia.

Fracking-Gas aus den USA kein Thema mehr

Das alles wird vermutlich den Grünen und Umweltaktivisten schnell einleuchten, zu denen wir jetzt kommen. Die Grünen hätten sicher lieber das erheblich teurere, mittels Chemikalien und unter Inkaufnahme großer Umweltzerstörung gewonnene Fracking-Gas aus den USA gehabt, weil es zumindest ideologisch absolut sauber ist. Letzteres ist das entscheidende Kriterium, wenn man weiß wie viele Grüne eine hervorragende Ausbildung über das Weltwirtschaftsforum genossen haben. Die “Kobold-Spezialistin” und Kanzlerinnen-Kandidatin Baerbock gehört zu diesem erlauchten Kreis. Wir sehen, hier entstehen gerade völlig neue Win-Win-Win-Situationen direkt vor unseren Augen.

Diese Lösung hat den Vorteil, dass man über den Nawalny nicht weiter reden muss. Es bestünde ansonsten die wage Möglichkeit, dass die Russen die Bundesregierung der Lügerei überführten. Diese Petitesse wäre mit so einem Deal galant vom Tisch gewischt und Nawalny kann getrost die zwei Jahre absitzen. Man kann es auch auf den goldenen Nenner bringen: Die Ausbügelung der politischen Differenzen hat ihren Preis. Sobald der Rubel (in die richtige Richtung) rollt sind die erfahrungsgemäß sehr viel kleiner und handhabbarer. Wenn darüber hinaus die politisch unabdingbare (Spalter)Ideologie gewahrt bleibt, haben wir wirklich, politisch betrachtet, eitel Sonnenschein. Real bleibt es selbstverständlich die von Geisterhand herbeigezauberte Klima-Katastrophe, denn ohne selbige würde die Politik ihr mächtigstes Belastungswerkzeug, gleich nach CORONA, einbüßen.

Gottlob gibt es da noch den Zahl(Welt)meister für all diese Friedensrechungen. Der ist heilfroh, dass man ihm a) sein Feindbild nicht zerstört und b) stets endlos glücklich allerorten für den Weltfrieden zahlen zu dürfen. So einfach kann das alles sein. Mal sehen was man uns am Ende von den grandiosen Deals netto sehen lässt, außer den absehbaren Preiserhöhungen für die Gasversorgung.


Quelle: Qpress