Handel mit gefälschten Impfpässen in Sachsen-Anhalt boomt

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Zunehmende Einschränkungen für Ungeimpfte befeuern den Handel mit gefälschten Impfnachweisen in Sachsen-Anhalt. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer Freitagsausgabe. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) hat sich die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Nutzung und Verbreitung gefälschter Corona-Impfnachweise in den vergangenen sechs Wochen verdreifacht. Demnach wird derzeit in insgesamt 115 Fällen ermittelt – bis Oktober waren es noch 37. Rund drei Viertel der Ermittlungen richten sich gegen Käufer, der Rest gegen Händler. „Wer einen gefälschten Impfpass gebraucht, macht sich wegen Urkundenfälschung strafbar“, betonte LKA-Sprecher Jens Waldmann gegenüber der MZ.

Am häufigsten werden gefälschte Pässe von Apothekern entdeckt. Und zwar dann, wenn die Nutzer ihren illegalen Nachweis in ein digitales Zertifikat übertragen wollen. Nach Angaben der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt werden die Mitarbeiter etwa dann skeptisch, wenn die Impfung laut Arztstempel weit entfernt vom Wohnort stattgefunden haben soll oder die Chargennummer nicht gelistet ist. „Je weiter die Möglichkeiten Ungeimpfter eingeschränkt werden, desto häufiger treten diese Fälle auf“, sagte Kammersprecherin Katrin Pohl der MZ.

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