Die deutsche Kanzlerschaft ist auf den Hund gekommen - das zeigen Helmut Schmidts Afghanistan-Analysen aus 2009 und 2013

Bundesarchiv, B 145 Bild-F048808-0011 / Wienke, Ulrich / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Zur Illustration, welch hundsmiserable politische Führung unserem Land vorsteht, macht die  Netzseite "Achse des Guten" einen Rückgriff auf die Jahre 2009 und 2013, in denen der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (1918-2015, SPD) die militärische Interventionslage in Afghanistan analysierte (hier).

Die Prägnanz, mit der Schmidt schon vor 12 Jahren apodiktisch jedweden Kriegserfolg des Westens in Afghanistan ausschließt und das historisch und geografisch begründet, lässt die heutige deutsche Kanzlerschaft in einem noch trostlos-erbärmlicheren Licht erscheinen als gewohnt. Es lohnt sich, Helmut Schmidts Fernsehäußerungen in die Schriftform zu bringen:

2009: "Ist der Afghanistankrieg zu gewinnen? Nein."

Originalton Schmidt  im Jahre 2009:  "Ist der (Afghanistan-) Krieg zu gewinnen? Die Antwort lautet: nein. Seit... 2.300 Jahren haben  immer wieder Eroberer von außen in das Gebiet hineingestoßen, das heute Afghanistan heißt. Zum Beispiel Alexander der Große; das war 300 vor Christus; das war der Klügste von allen: der ist rein gegangen und gleich über den Kaiserpass wieder raus".

Der klügste aller afghanischen Invasoren ist gleich wieder raus

Helmut Schmidt weiter im Jahre 2013: "Das afghanische Problem ist unlösbar; (...)  es hat noch niemals einen afghanischen Staat gegeben, der länger als zwei Jahrzehnte funktioniert hat; es wird auch keinen geben. Es hat noch niemals eine afghanische Nation gegeben. Das Wort Afghanistan gibt es erst seit 200 Jahren, maximal. (...) Es sind mindestens zwölf, wenn nicht 18 verschiedene Völker, davon das größte die Paschtunen; 40 % der Bevölkerung ...  heute in Afghanistan sind Paschtunen. Es ist aber ein geteiltes Volk; der größere Teil des paschtunischen Volkes lebt auf pakistanischen Boden heute. Und zwar in den sogenannten Stammesgebieten (...) in denen die Regierung in Islamabad nichts zu sagen hat. (...) Da leben 15 Millionen Paschtunen und auf afghanischem Boden vielleicht 10 Millionen, zusammen 25 Millionen, ein geteiltes Volk und die Paschtunen sind im Wesentlichen die Leute, die die Taliban stellen.

2013:  "Das afghanische Problem ist unlösbar"

Helmut Schmidt 2013 weiter:  "Deswegen ist das mit militärischen Mitteln nicht zu machen ... .  Wenn Sie das (afghanische Gebiet - Verf.) mit militärischen Mitteln wenigstens ... von Pakistan abschotten wollen,(...)  wo die eigentlichen Führer sitzen, wo auch Al-Qaida sitzt, dann brauchen Sie nicht 150.000 Soldaten, sondern eine halbe Million, an Ort und Stelle. Dazu ist der Westen weder fähig noch willens" .

Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F048808-0011 / Wienke, Ulrich / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons