Der Bürgermeister in NRW ist männlich, katholisch, heterosexuell, älter als 50 Jahre und hat keinen Migrationshintergrund

Die nachfolgende Meldung muss man nicht weiter kommentieren, der Rassismus gegen Weiße spricht aus jeder einzelnen Zeile:

Köln. Von Vielfalt kann an der Spitze der Kommunalpolitik in Nordrhein-Westfalen keine Rede sein: Die meisten der Bürgermeister und Bürgermeisterinnen in NRW sind männlich, katholisch, heterosexuell, älter als 50 Jahre und haben keinen Migrationshintergrund. Das ergab eine Analyse der 393 Amtsträger und Amtsträgerinnen des "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe). Konkret sind 85,7 Prozent Bürgermeister männlich, knapp 65 Prozent sind älter als 50 Jahre, gerade einmal 1,5 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Zudem sind 98 Prozent heterosexuell, von den 56 Bürgermeisterinnen sogar 100 Prozent. Menschen mit Behinderung sind gar nicht vertreten.

Andreas Merx, Vorsitzender des Diversity-Fachverbands, sagte dazu: "Gesellschaftlich wird eine größere Vielfalt in der Verwaltung auf allen Ebenen zunehmend eingefordert, denn das ist ja vor allem eine Frage der demokratischen Repräsentanz." Die Veränderung vollziehe sich aber viel zu langsam. Die Daten zeigen deutlich, dass es für Menschen, die der vermeintlichen gesellschaftlichen Norm nicht entsprechend, noch immer sehr viel schwerer ist, in ein hohes oder höchstes politisches Amt zu gelangen. Diversity-Experte Merx führt das vor allem auf innerparteiliche Probleme zurück. So hätten sich über lange Zeit hinweg Netzwerke und Strukturen gefestigt, von denen besonders weiße, ältere Männer profitieren. Merx hält die Homogenität politischer Repräsentanten, die im Widerspruch zu einer zunehmend heterogenen Gesellschaft steht, für Demokratie-gefährdend. Wenn Vielfalt in Politik und Verwaltung nicht abgebildet werde, sei das "ein Demografiedefizit und ein Demokratie-Problem". Wenn man wirklich die Breite der Gesellschaft erreichen wolle, müsse auf verschiedenen Ebenen viel mehr passieren, erklärt der Experte für Diversity Management, "um mehr gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und den sozialen Zusammenhalt zu stärken".