Pharmalobby gegen Homöopathie: Wissenschaftler für Warnhinweise auf Verpackungen

Im schlimmsten Fall ist Homöopathie wirkungslos, wenn sie aber doch wirkt, dann aufgrund des Placebo-Effekts, so behaupten die Gegner. Dass auch die Wirkung mancher klassischer Präparate auf dem Placeboeffekt beruhen könnte, lassen sie dabei außer Acht. Hauptsache, der Gegner wird bekämpft. Dabei hat kürzlich eine Uni-Studie Belege dafür geliefert, dass grundsätzlich bei allen Therapieformen die Macht der Gedanken eine wesentliche Rolle spielt.

Kritik an Wirkungslosigkeit – Kongress in Leipzig

Osnabrück. Vor dem an diesem Mittwoch in Leipzig beginnenden Homöopathie-Weltkongress regt sich Widerstand in der Fachwelt. Der Pharmazeut und Leiter der Abteilung Gesundheit der Universität Bremen, Professor Gerd Glaeske, forderte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag) Warnhinweise auf Verpackungen alternativer Präparate. „Auch in der Schulmedizin ist nicht alles durch gute Studien belegt, was behauptet wird“, sagte der Professor. „Für die Homöopathie gibt es aber gar keine Ergebnisse aus methodisch akzeptablen Untersuchungen, die als Alternative zur Evidenz in der Schulmedizin zitiert werden können“, erklärte der Mediziner, der regelmäßig auch als Gutachter für Krankenkassen und die Stiftung Warentest tätig ist.

„Wir sollten dringend eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für homöopathische Präparate einführen, die deutlich macht, dass eindeutige Hinweise auf Wirksamkeit und Nutzen fehlen“, forderte der Wissenschaftler. Dies diene dem Schutz von Patienten, „die Homöopathie noch immer als Alternative zur Schulmedizin anwenden“.

Politiker machen sich darüber hinaus parteiübergreifend dafür stark, die Übernahme von Kosten für homöopathische Produkte den Krankenkassen und -versicherungen in der nächsten Legislaturperiode zu verbieten. Bisher tragen zahlreiche Anbieter Kosten in vielen Fällen zur Kundenbindung als freiwillige Leistung. Ohne nachgewiesene Wirksamkeit treibe dies aber die Kosten im Gesundheitswesen in unverantwortlicher und überflüssiger Weise, argumentieren die Kritiker.

Uni- Studie zur Lernerfahrung von Patienten: „Die Kraft der negativen Erwartung“

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3 Kommentare

  1. Pharmalobby oder nicht, wer Wasser kaufen will, kann das überall tun, er muß es nur selbst bezahlen. Die abendländische Wissenschaft ist ihrem Wesen nach rational. Wer an irrationalen Heilmethoden interessiert ist, hat ein gutes Recht, sich auch diese Mittelchen zu kaufen, sofern er selbst für die Kosten aufkommt. Mit meinen Krankenkassenbeiträgen muß ich schon genug Unfug finanzieren, für die irrationalen Überzeugungen von Esoterik-Jüngern und den Profit der Homöopathie-Lobby muß ich nicht auch noch aufkommen.

  2. Eine Bitte an unsere Placebo-Wissenschaftler: erklärt mir doch bitte mal den Placebo-Effekt bei Tieren und Klein-Kindern. Homöopathie ist auch für mich rational nicht begreifbar, aber sie wirkt. Recht hat, wer heilt. Oder geht es Ihnen nur um Ihren Anteil am Kuchen?

    • es geht wie immer um Profit wie beim Hanf, aus dem man billig
      Papier herstellen kann braucht man keine Waelder mehr umlegen und ist auch medizinisch gegen Krebs und andere Krankheiten gut. Wir brauchen einen Bewusstseinswandel

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