Parteidiktatur: Spaltpilze, U-Boote oder Mandatserschleicher? Petry und Pretzell sind raus

Gerade noch begrüßte Sachsen-Anhalts Landeschef André Poggenburg den Austritt von Frauke Petry, da zieht ihr Ehemann nach. Kaum jemand glaubt an eine spontane Reaktion, sondern ein geplantes Vorhaben der beiden.

Abgeordnete sind alleine ihrem Gewissen verantwortlich, so steht es im Grundgesetz. Juristisch ist das Verhalten nicht zu beanstanden, aber mit dem Mandat in der Tasche, eine mehr als anrüchige Angelegenheit. Würden Petry und Pretzell diese niederlegen, könnte man ihre Schritte ernst nehmen. So aber bleibt der Verdacht, dass es dem von Skandalen und Gerüchten über „Zahlungsschwierigkeiten“ geplagten Paar nur um eigene Belange geht.

Intern wurden Petry und Pretzell schon lange kritisiert und immer wieder als U-Boote beschimpft. Ohne die AfD hätten sie ihre Mandate nicht errungen, wie die Partei ohne Petry und Pretzell da steht, wird man erst in der Zukunft beurteilen können. Was sich das gegnerische politische Lager erhofft, muss nicht eintreten. Die Partei wird lernen müssen, ihre Konflikte hinter verschlossenen Türen auszutragen und nach außen Geschlossenheit zu demonstrieren.

Wie aber geht es weiter? Strebt Petry eine Spaltung der AfD-Fraktion im Bundestag an? Werden ihr einige Abtrünnige folgen, in der irrigen Hoffnungen vielleicht doch noch irgendwie an Koalitionsgesprächen teilnehmen zu können, wenn es mit Jamaika nicht klappt?

Die PP-Affäre wirft noch andere Fragen auf. Wie zeitgemäß ist das Parteiensystem? Von der AfD wird gerade das verlangt, was die Grünen schon hinter sich haben: Anpassung. Wer nicht das Lied der Altparteien singt, wird in Kämpfen zwischen Fundis und Realos zerrieben. Petry sieht sich als Realpolitikerin, ihr kalkulierter Austritt lässt nur einen Schluss zu. Sie strebt eine Alternative zur AfD an, sonst wäre sie geblieben wie einst Joschka Fischer bei den Grünen. Alfa-Männchen Bernd Lucke dürfte die Affäre mit Spannung verfolgen – er ist bereits auf dem Boden der Realität angekommen. In diesem Sinne wird er bald auch seine alte Widersacherin Frauke Petry dort neben sich vorfinden.

Anzeige

für eine Banküberweisung finden Sie die Kontonummer im Impressum

Opposition 24 unterstuetzen
Ihre Email Adresse:

Hinweis zu den Kommentaren

Kommentare geben nicht die Meinung der Redaktion wieder!
Redaktion
Über Redaktion 5956 Artikel

Frisch aus der Redaktion

7 Kommentare

  1. Frauke Petry war einer der Gründe, warum ich Mitte 2016 aus der AFD ausgetreten bin. Ich konnte diese Dame schon damals nicht ausstehen, da sie üblicherweise von einem Tag auf den anderen ständig vor und zurück gerudert ist.

    Erst sagt sie das eine und am nächsten Tag wird relativiert und versucht das Gesagte ganz anders darzustellen. Sie hat mit ihrem Verhalten der AFD massiven Schaden zugefügt (schon vor der Wahl) und hätte austreten sollen.

    Sie wird aber bald Geschichte sein. Und ihr Mandat hat sie halt für die nächsten Jahre. Aber sie wird nicht wiedergewählt werden.

  2. Das Verhalten ist zwar schäbig, aber beide hatten genau das erwarten lassen.
    Da sie beide am Rande der Insolvenz entlang taumeln, brauchen sie die Parlamentarierkohle dringend.
    Sie sind an ihrer Situation zwar selbst schuld, aber ihren Kindern zu liebe schlucke ich meinen Zorn runter. Sie werden damit nicht glücklich werden und wir sind sie los.
    Jetzt aber weitermachen. Merkel bei dem Versuch Gelb und Grün einzunorden wird eine Lachnummer sonder gleichen. Horsti Drehhofer holt sich eben in München geballte Ladungen Ohrfeigen ab.
    Die Wahlen Herbst 2018 werden für die csU eine Offenbarung von 50 Jahren Arschkriecheei bei der cdU.
    Ich möchte nicht in Merkel´s Haut stecken. Bei deren inzwischen erreichter Wasserverdrängung wäre sie mir viel zu groß, aber auch aus anderem Grund nicht. Mit diesem grünen Dreck will ich als anständiger Zeitgenosse nichts zu tun haben.

    • Tschukawin, also das mit den 50 Jahren stimmt auf alle Fälle nicht !
      Strauß ist 1988 gestorben und seit dem, ist aus der CSU eine
      Schweine-Partei geworden !
      Wäre Er heute noch am Leben, wäre es zu diesem hinterhältigen
      Verrat an das deutsche Volk nie gekommen.

  3. Was soll wieder diese grundlose, un-fundierte Polemik gegen „das Parteiensystem“??! Auch Anpassung ist normal, das ganze Leben ist Anpassung, fragt sich nur, ob sie anständig erfolgt oder nicht.

    Die GRÜNEN mußten Rabauken wie Trampert, Ebermann und linksextreme Sektiererspinner wie Ditfurth mit ihrem -bis heute- nervigen, lebensfernen Radikalextremismus abwerfen, sich professionalisieren, sonst wären sie nie im politischen Betrieb angekommen, worauf man natürlich verzichten darf und kann. Daß sie dann neureich-korrupt und antideutsch-werterstörend wurden, war so extrem anfansg nicht erkennbar und ist deren ganz eigene Verantwortung und -ich war ja ab 1978 dabei- Verkommenheit, die waren -bis auf eine kleine Minderheit- nie edle Linke und echte Naturfreunde, aber kein Argument dagegen, nach Kompetenz zu streben.

    Gibt es etwa ein System, wo solches wie P-P und sonst Übles nicht vorkommt?? War es in Diktaturen und Monarchien besser, sauberer?? Höchstens mal einzeln, aber nicht durchgehend. War nicht auch der gerühmte Bismarck zuvor ein unseriöser Adeliger??! Gab es nicht schon und viele furchtbare Dinge, bevor es zu Demokratien kam??!

    Es sind ganz natürliche, notwendige Prozesse, die bei einer neuen Partei ablaufen, die Spreu trennt sich vom Weizen, das Negative kann am Anfang nicht alles erkannt werden, wird erst nach und nach ausgeschieden, aber nach Erfahrung nie ganz.

    Und wenn ein Volk so asozial wählt und sich politisch verhält (schon 1993 meinte ein in Insiderkreisen bekannter nationaler Publizist zu mir: „Wann wacht der blöde Gassenaffe endlich auf und wählt anders??!“), wie soll es dann in seinen Parteien im Durchschnitt anders sein?? Von daher können wir doch dankbar sein, daß es in der AfD nach jetzigem Stand mehrheitlich anständige Personen sind.

    Und daß die P+P persönlich nicht sauber sind wegen ihrer finanziellen Pleiten, war schon seit langem bekannt und hätte eine Berufung auf hohe Posten ausschließen müssen.

  4. Ich bin da gerade auf eine Idee gekommen.
    Die AFD sollte weiterhin ihre Grabenkämpfe in der Öffentlichkeit
    austragen, denn genau das ist es, was die deutsche Demokratie
    braucht. Schweine-Intrigen im Parlament haben wir genug !
    Mit diesem Schritt, stellt man die versifften Wähler der Altparteien ins Abseits und der Scham.
    Macht weiter so … und wir werden dieses Land kurzfristig aufmischen
    und rocken, so wie es Alice gesagt hat.

  5. Wäre es besser gewesen Frau Petry hätte diesen Schritt vor der Wahl vollzogen? Hätte dann die Afd wegen der Steilvorlage für das Establishment das ein oder andere Prozent weniger bekommen – und somit 10 Abgeordnete weniger? – Seid zufrieden wie es gelaufen ist! Nicht immer nur meckern, Frau Petry hat auch einiges geleistet.

  6. Ich habe ja immer gesagt, daß sich diese zwei Flügel (nationalkonservativ und mehr mittistisch-liberal) arrangieren sollen und können, in anderen Parteien geht das ja auch.

    Das Ideale ist anzustreben, aber 100% nicht möglich!! Max Weber, Begründer der Soziologie: „Politik ist das Bohren dicker Bretter!“ Das wird die AfD noch bewältigen müssen, die GRÜNEN haben das über 30 Jahre geschafft bei aller Ablehnung iher Personen und Politik.

    Allerdings müssen persönliche Dinge, etwa Negativa wie Finanzpleiten, berücksichtigt werden bei Postenvergabe! In der SPD gab es ja mal die frühere KBW-Frau Ulla Schmidt, deren Gehalt als MdB und Ministerin gepfändet war, weil sie gestolpert war über eine Bürgschaft für einen Parteifreund, den Millionen-Pleitier (und Betrüger?) Dieter Sinkel, Bruder des Sängers Christian Anders, aus Aachen.

    Außerdem habe ich schon vor langem vorgeschlagen, daß Weidel die 2. Spitzenperson sein soll, und das hat sich bestätigt, denn sie kommt sympathischer und kompetenter rüber als die schroff, kalt wirkende und abgehackt redende Petry!!

Kommentare sind deaktiviert.